Zu wenig Personal für zu viele Aufgaben: Gemeinde schafft sechs neue Stellen im Rathaus

Das Drama hinter den Millionen

Baustelle auf Oytener Hauptstraße
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Baustellen hat Oyten reichlich und überall – auch im zuständigen Fachbereich der Gemeindeverwaltung. Um den Auftragspool zeit- und pflichtgemäß abarbeiten zu können, soll das Bauamt um vier weitere Fachkräfte aufgestockt werden.

Oyten – Von Kanal- und Straßenerneuerungen über Ortskernsanierung und Bahnhofsplatzbau bis zu Schulerweiterungen und Kreiselbau an der A1: Laut Liste der angefangenen und geplanten Vorhaben müsste Oyten dieses Jahr pflichtgemäß fast 20 Millionen Euro in einer Fülle von öffentlichen Infrastrukturprojekten verbauen. Tatsächlich werden es nach Worten von Vize-Verwaltungschefin Cordula Schröder keine fünf Millionen Euro sein. Mehr Umsetzung war auch in den Vorjahren nicht zu schaffen – Projektstau im Rathaus.

„Das Drama dahinter ist unschwer zu erkennen: Wir brauchen mehr Personal, um den Auftragspool abzuarbeiten“, so Schröder. Allein das Bauamt der Gemeinde benötigt vier zusätzliche Fachkräfte – und soll sie auch bekommen: Einstimmig befürwortete der Finanzausschuss des Gemeinderates in seiner virtuellen Sitzung am Mittwochabend die Aufstockung des aktuellen Stellenplans der Kommune. Dafür brachte die Politik auf Vorschlag von Finanzressortleiterin Schröder eigens einen Nachtragshaushaltsplan für 2021 auf den Weg. Sobald er Rechtskraft erlangt, können die Stellenbesetzungsverfahren starten.

Den Stellenplan hat die Gemeinde mit externer Beratungshilfe überarbeitet und angepasst. Auf die teils chronische Unterbesetzung hatten laut Schröder auch die Kommunalaufsicht und der Landesrechnungshof mehrfach hingewiesen. Insgesamt sind nun sechs zusätzliche Angestellte vorgesehen. Eine Stelle ist dabei nur eine vorübergehende, wie Sebastian Oetting, Verwaltungsfachbereichsleiter Bürgerservice und Personal, erklärte. Unbefristet übernommen werden soll dagegen eine Auszubildende, die eine zusätzliche Sachbearbeitungsstelle im Finanzressort besetzt. Im Fachbereich Bauen und Planung soll das nach Schröders Worten krasse Ungleichgewicht zwischen Aufgabenfülle und Personalausstattung mit vier neuen Planstellen behoben werden: zwei für die Sachbearbeitung in der allgemeinen Bauverwaltung und im Sanierungsverfahren Ortsmitte sowie zwei mit Technikern zu besetzende Fachstellen für Hoch- und Tiefbau. Die zusätzlichen Personalkosten bezifferte Oetting auf insgesamt 310 200 Euro pro Jahr.

Die zügige personelle Aufstockung angesichts von Arbeitsrückständen und hoher Projektdichte wertete Schröder als unerlässlich für Effektivität und Prozessorientierung vor allem der Bauverwaltung: „Wir müssen unseren Verpflichtungen gegenüber der Politik und den Steuerzahlern gerecht werden.“ Aus der Personalnot resultierende Rückstände hätten bereits „Beschwerden, Qualitätsverluste, Fehler, Kosten und Haftungssituationen“ verursacht, so die Vize-Verwaltungschefin. Allein mit Outsourcing und den anderthalb Jahre lang probierten organisatorischen und personellen Umstrukturierungen sei dem Dilemma nicht abzuhelfen. Ohne eine schnellstmögliche Verstärkung seien zudem beim vorhandenen überbelasteten Personal „Unfrieden, Demotivation und Fluktuation“ zu befürchten.

Darauf hatte die Politik nichts zu entgegnen. Konsens war offenbar bereits hinter den Kulissen erzielt worden, sodass sich eine Diskussion erübrigte. Bodo Becker (CDU) fasste den einhelligen Tenor zusammen: „Wir haben immer Maßnahmen beschlossen und beschlossen und nie gefragt, ob es zu schaffen ist. Da brauchen wir nicht lange rumreden – die Arbeit muss getan werden.“

Von Petra Holthusen

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