Nutzungsverhältnis am Oyter See „mehr als erfüllt“ / Kritiker fühlen sich übergangen

Ein Drittel Spaß, zwei Drittel Natur

Zaun vor Wasserskianlage
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Als Ärgernis empfinden manche Spaziergänger den neuen Zaun, der die Wasserskianlage und das Haus der DRK-Wasserwacht vor Vandalismus schützen soll.

Oyten – Veränderungen am Oyter See schlagen stets Wellen, die die ewig schwelenden Nutzungskonflikte wieder an die Oberfläche spülen. Gegner der Wasserskianlage werfen jetzt Bürgermeisterin Sandra Röse in einem offenen Brief vor, „die Zukunft unseres Sees alleine in die Hände eines gewinnorientierten Unternehmens zu legen“. Sechs Oytenerinnen und Oytener haben das Schreiben unterzeichnet.

Sie stören sich vor allem an der Vergrößerung der Wasserskianlage und deren Einzäunung, wozu die Bürger nicht gefragt worden seien. Damit habe der Ist-Zustand am Oyter See den Beteiligungsprozess überholt. Die Zukunftswerkstatt Oyter See, an der sie im November 2019 teilgenommen hätten, werten die verärgerten Briefschreiber um Absenderin Anja Dittfurth demzufolge als Farce: Die Bürgermeisterin habe ihnen damals „suggeriert, dass unsere Meinungen und Ideen geschätzt und bei der Entscheidungsfindung, was mit dem Oyter See geschehen soll, einbezogen werden“. Das Vertrauen sei ihnen jetzt genommen worden: „Was ist aus der Bürgerbeteiligung geworden...?“

Die einen wollen Natur pur, die anderen Action im Wasser: Die verschiedenen Interessen und Bedürfnisse von Menschen am Oyter See unter einen Hut zu bringen, daran versucht sich die Gemeinde Oyten seit Jahren. Zu bestimmen hat sie eigentlich wenig, denn der See und die Uferbereiche gehören im vorderen Drittel dem Knaus-Campingpark und ansonsten dem Landkreis. Weshalb die Gemeinde auch nicht zu dem Zaun gefragt wurde, mit dem Wasserskianbieter und DRK-Wasserwacht seit Kurzem ihre Anlagen gegen den wiederholten Vandalismus sichern (wir berichteten).

Auch als Nicht-Eigentümerin hat die Gemeinde naturgemäß trotzdem Interesse daran, das Naherholungsgebiet See für Einwohner und Besucher attraktiv zu gestalten. Dafür setzt sich seit einigen Jahren der Arbeitskreises Naherholung ein, der mit Vertretern aus Rat und Verwaltung besetzt ist. Auf Initiative des Arbeitskreises wurde der Sandstrand vergrößert, eine Brücke repariert, der Spazierweg um den See freigeschnitten, das Gelände mit Sitzbänken und Spielgeräten bestückt – und im November 2019 besagter Bürgerworkshop veranstaltet.

In dieser Zukunftswerkstatt bearbeiteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zwei mögliche Zukunftsszenarien für den Oyter See: eines für eine „naturverbundene, ruhige Freizeitnutzung“, das andere für eine „naturverträgliche Spiel-, Sport- und Freizeitgestaltung“. Projektkoordinatorin Isa Zipperling vom Bauamt der Gemeinde erinnert an das Ergebnis: „Es war überwiegender Wunsch, die Nutzung des Sees aufzuteilen.“

Ein Drittel für Sport und Spaß, zwei Drittel für Ruhe und Natur – dieses Nutzungsflächenverhältnis werde derzeit zugunsten von Ruhe und Natur „mehr als erfüllt“, so Zipperling. Der vom Landkreis für diesen Sommer genehmigten zweiten Wasserskiseilbahn habe die Gemeinde deshalb auch ihr Einvernehmen erteilt. Zumal es ein Testlauf sei: „Wir wollen gucken, ob und wie Angler und Schwimmer dadurch eingeschränkt werden.“

Der Arbeitskreis Naherholung beschäftigt sich Zipperling zufolge gerade mit einem möglichen Bebauungsplan für das Seegelände. Der wäre planungsrechtliche Voraussetzung für eine denkbare Ausweitung sportlicher Angebote an Land. Die allerdings stünden erstmal im Konflikt mit dem angrenzenden Landschaftsschutzgebiet. „Da müssen wir genau schauen, was gewollt und was möglich ist“, so Zipperling. Wie in jedem Bauleitverfahren auch mit Bürgerbeteiligung.

Von Petra Holthusen

Ein beliebter Anlaufpunkt für Familien ist der Sandstrand am Oyter See – mit Blick auf den Aquakletterpark mitten im Wasser.

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