Projektwoche an der IGS Oyten

„Nie wieder Ausgrenzung“

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Achtklässler um Geschichtslehrerin Ute Balmer (3.v.re.) beschäftigen sich mit Liedern von Häftlingen aus nationalsozialistischen Konzentrationslagern.

Oyten - So macht Schule richtig Spaß: sich mit dem beschäftigen, was man gerne mag und dabei tief ins Thema eintauchen. Wie jetzt bei der Projektwoche an der IGS Oyten. „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ lautet das Motto der Woche mit viel Bewegung und Aktion, die am Freitag mit dem Schulfest und den Projektpräsentationen endet.

„Einmal im Jahr beschäftigen wir uns intensiv mit dem Thema, um der Auszeichnung als Schule ohne Rassismus gerecht zu werden“, sagt Dieter Schmidt von der Schulleitung. Mit rund 30 Projekten aus den Bereichen Geschichte, Soziales, Wissenschaft, Kunst und Werken, Foto und Film, Musik und Tanz, Theater und Sport gibt es ein umfangreiches Angebot, aus dem die rund 570 Schüler der 5. bis 8. Klassen das passende Projekt für sich wählen konnten. Bei Koordinatorin Maria Schmidt laufen die Fäden zusammen.

Unten im Werkraum geht es bunt zu. „Neue Wege gehen“ – unter dem Titel bieten die Lehrerinnen Katrin Ischebeck und Sandra Marten an, Mosaike zu gestalten. Die sollen an die bereits vorhandenen im Schulgarten angefügt werden und damit den Weg verlängern. Zu zweit arbeiten die Schüler, überwiegend Mädchen, eifrig und fröhlich an den bunten Platten.

Alissa Vortanz und Jule Menke haben sich für den Slogan „Oyten ist bunt“ entschieden. Dementsprechend ziert ein Regentropfen, der in sämtlichen Farben funkelt, ihre Waschbetonplatte. „Eigentlich sollte es ein Herz werden, doch dann ist daraus ein Tropfen entstanden“, sagen die Siebtklässlerinnen. Eine andere Gruppe verbindet einen schwarzen und weißen Bereich mit einem Regenbogen, eine weitere gestaltet ihre Platte mit Blumen, Sonne und Bäumen.

Kunstwerk aus Fliesen, Klaber und Waschbeton

Die Schüler befestigen farbige Fliesenscherben mit Fugenkleber auf ihrer Waschbetonplatte. Danach verfugen und polieren sie ihr Kunstwerk. Übrigens: Sämtliches Material spendeten die Eltern, betonen Ischebeck und Marten dankbar. Die Lehrerinnen sind von ihrer Projektgruppe begeistert: „Die Schüler sind motiviert und haben gute Ideen.“

Jule Menke (5.v.li.) und Alissa Vortanz legen an ihrem Mosaik letzte Hand an.

Ruhig und konzentriert wird oben gearbeitet. Acht Achtklässler beschäftigen sich mit „Liedern in nationalsozialistischen Konzentrationslagern“. Als Grundlage dient die CD der Gruppe „Die Grenzgänger“. „Die Lieder der KZ-Häftlinge beschreiben ihre Sorge und Sehnsucht, aber auch ihre Zuversicht“, erklärt Geschichtslehrerin Ute Balmer, die einige Lieder für das Projekt auswählte – wie die „Moorsoldaten“, das „Auschwitzlied“ und das „Buchenwaldlied“. Die Schüler sammeln Informationen über die Konzentrationslager und die Ideologie des Nationalsozialismus; die Ergebnisse tragen sie an Stellwänden zusammen. In einer Powerpointpräsentation ist zu sehen, unter welchen Bedingungen die Lieder entstanden sind, wer die Gefangenen waren und welche Bedeutung die Lieder für sie hatten – unterlegt mit den Musikstücken. „Das Thema ist interessant. Mich interessiert die Musik und wie es früher war“, sagt Marie Turner. Sie trägt zusammen, was Juden in der Reichspogromnacht und in den Jahren danach angetan wurde. Fazit der Projektgruppe: „Nie wieder Ausgrenzung. Damals waren Juden die Sündenböcke, heute sind es Muslime.“

Großer Respekt für Schüler

Lehrerin Balmer freut sich über das große Interesse ihrer Schüler an dem Workshop. Mehr noch, sie hegt großen Respekt für sie: „Die Gruppe beschäftigt sich mit einem Thema, das erst in der neunten oder zehnten Klasse unterrichtet wird.“

Die Projektwoche endet am Freitag mit dem Schulfest. Die Präsentationen beginnen um 16.30 Uhr im Forum des Schulzentrums und auf dem Schulgelände. Gegen 17.10 Uhr geht es im großen Umzug zum Rathaus, dort gibt's Kuchen und es sind weitere Präsentationen zu sehen, beispielsweise die der Achtklässler von Lehrerin Ute Balmer. Das Schulfest endet gegen 18.30 Uhr, und im Rathaussaal hebt sich um diese Uhrzeit der Vorhang für das ebenfalls von Schülern in der Projektwoche erarbeitete „Theater Courage“.

is

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