Schließung zum 1. Februar

Bei Unimet ist nichts mehr zu retten: 500 Mitarbeiter verlieren Job

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Nächsten Monat gehen bei Unimet in Oyten endgültig die Lichter aus - das insolvente Unternehmen wird liquidiert.

Oyten - Von Petra Holthusen. Unternehmenserhalt statt Liquidation - dieser Plan ist für das Oytener Großhandelshaus Unimet gescheitert: Zum 1. Februar stellt die bundesweit tätige Unimet-Gruppe ihren Geschäftsbetrieb ein.

Das teilten am Montag die beiden vorläufigen Insolvenzverwalter Dr. Hendrik Heerma aus Bremen und Dr. Malte Köster aus Verden mit. Betroffen sind von der Abwicklung des einstigen Erfolgsunternehmens rund 500 noch verbliebene Mitarbeiter, davon 130 am Hauptsitz im Gewerbepark Oyten. 

Im November 2018 war die Eröffnung des Insolvenzverfahrens für die Holdinggesellschaft sowie für die vier operativen Einheiten beim Amtsgericht in Verden beantragt worden.

Neustrukturierung endet in Insolvenz

Im Mai hatte die Unimet zuvor angekündigt, unrentable Standorte zu schließen und sich perspektivisch von 400 Beschäftigten zu trennen - darunter 125 Lagermitarbeiter, Außendienstler und Fahrer am Standort Oyten. Diese Bereiche sollten outgesourct werden. Doch dazu kam es nicht mehr: Die Neustrukturierung des unter Druck geratenen Großhandelshauses, die Verschlankung mit der Brechstange, kam zu spät, mündete in die Insolvenz - und jetzt in die Liquidation des Unternehmens. 

Hintergrund dieser endgültigen Entscheidung, die im vorläufigen Gläubigerausschuss getroffen worden sei, „ist, dass im Investorenprozess keine Angebote zur Übernahme und Fortführung des Geschäftsbetriebs abgegeben wurden“, so Insolvenzverwalter Dr. Malte Köster. 

Unimet-Interessenten geben kein finales Angebot ab

Sämtliche Interessenten hätten vor dem Hintergrund des schwierigen Marktumfelds und mit Blick auf den bestehenden Restrukturierungs- und Modernisierungsaufwand bei Unimet letztendlich kein finales Angebot abgegeben. Und „eine Fortführung aus eigener Kraft war betriebswirtschaftlich nicht möglich.“ 

Der Verkaufsprozess für die zahlreichen Logistik-Immobilien der Unimet-Gruppe laufe hingegen weiter und sei von hohem Investoreninteresse geprägt.

Der Geschäftsbetrieb bei der zur Unimet-Gruppe gehörenden Brema Marketing GmbH & Co.KG in Oyten sei vom Betriebsstilllegungsbeschluss der Unimet nicht betroffen, ergänzte Köster.

Betrieb will Mitarbeiter bei Jobsuche unterstützen

„Wir haben im vorläufigen Insolvenzverfahren an vielen Stellschrauben gedreht, um Perspektiven für die Zukunft zu schaffen. Letztendlich müssen wir aber festhalten, dass die erzielten Fortschritte des seit längerem laufenden Restrukturierungsprogramms nicht ausreichen, um eine tragfähige betriebswirtschaftliche Perspektive für das Unternehmen abzusichern“, resümierten die vorläufigen Insolvenzverwalter. Die Betriebseinstellung sei „unumgänglich“.

Bei Unimet sei viel zusammengekommen: „Ein sehr schwieriges Marktumfeld, hoher Modernisierungsbedarf im Zuge des digitalen Wandels und ungünstige Entwicklungen mit Blick auf die Finanzierung des Saisongeschäfts.“ Letztendlich sei bei Unimet im Insolvenzverfahren zu wenig Zeit geblieben. 

„In den kommenden Wochen werden wir prüfen, was wir tun können, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beim Wechsel in neue Arbeitsverhältnisse zu unterstützen. Hierzu stehen wir in engem Austausch mit dem Betriebsrat“, so Köster.

Rumpfteam soll Unimet-Abwicklung erledigen

Viele der ehemals 240 Beschäftigten am Unimet-Standort Oyten haben das Unternehmen in den vergangenen unsicheren Monaten bereits aus eigenem Antrieb verlassen - die noch da sind, müssen nun gehen. Nur ein verbleibendes „Rumpfteam“ soll nach Kösters Worten ab 1. Februar „die geordnete Abwicklung des Unternehmens gewährleisten“.

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