Missachtung von Durchfahrtsverbot

Elterntaxis voraus: Schranken umkurven wird zum Volkssport

Schrankenanlage
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Mit Sperrpfosten auf den Gehwegen verhindert die Gemeinde jetzt, dass Elterntaxis bei heruntergelassener Schranke selbige verkehrswidrig umkurven.

Die Pestalozzistraße in Oyten sollte durch ein Durchfahrtsverbot samt Schranke nahe dem Schulzentrum sicherer werden. Sobald Eltern ihre Kinder aber zur Schule oder Kita bringen, ist von der Idee wenig zu spüren.

Oyten – „Jeder kann, wenn er möchte, sein Kind mit dem Auto zur Schule fahren – nur nicht mehr bis vor die Tür!“ Das war die Ansage von Oytens Bürgermeisterin Sandra Röse, nachdem der Gemeinderat vor einem Jahr die Aussperrung von Elterntaxis auf der Pestalozzistraße mithilfe elektronischer Schrankenanlagen beschlossen hatte. Begriffen haben das nicht alle Eltern. Vielmehr hat sich das rechtswidrige Umkurven der Schranken offenbar zu einer Art Volkssport entwickelt.

Das torpediert das erklärte Ziel, für Hunderte von Kindern – auch für die der Drive-in-Anhänger – im Bereich des Schulzentrums vor IGS, Grundschule und Kita ein (verkehrs)sicheres Areal zu schaffen. Und es beschwört noch neue Gefahrensituationen herauf – etwa durch das Umfahren der Schranke über den Fußweg. Dem hat die Gemeinde inzwischen durch Sperrpfosten einen Riegel vorgeschoben.

Schranken am Schulzentrum in Oyten seit Februar in Betrieb

Anfang Februar sind die beiden Schranken auf der Stader Straße und der Pestalozzistraße in Betrieb gegangen. Sie senken sich an Schultagen für einige Stunden jeweils zu den Bring- und Abholzeiten und reduzieren so das Verkehrsaufkommen vor Schulen und Kita drastisch. Das durch Elterntaxis verursachte Chaos hatten Schulen und Gemeinde zuletzt als unerträglich und höchst gefährlich für die Kinder bewertet.

Nur ein begrenzter Personenkreis ist mit elektronischen Passierscheinen für die Schranken ausgestattet – die Anlagen arbeiten mit Kennzeichenerfassung. Schulkinder-Elterntaxis müssen dagegen die am Sportzentrum Stader Straße und auf der Lindenstraße ausgewiesenen Kiss+Ride-Zonen nutzen. Das sehen nicht alle ein: Verkehrswidriges Verhalten von Eltern, die sich Schleichwege bis vor die Schultür suchen, die keiner hätte erahnen können, war im vergangenen Schulhalbjahr immer wieder mal Thema – zuletzt in der Sitzung des Schulausschusses des Gemeinderates am Dienstagabend. Zur Sprache kam unter anderem, dass Elterntaxis am Straßenrand warten würden, bis ein Berechtigter die geöffnete Schranke passiere, um dann schnell unter dem Schlagbaum mit durchzufahren. Das Problem sei bekannt, sagte Bürgermeisterin Röse: „Wir werden deshalb die Wartezeit, bis die Schranke wieder schließt, verkürzen.“ Ein Bürger regte an, auch bei der Ausfahrt mit Kennzeichenerfassung zu arbeiten, sodass Unbefugte quasi eingesperrt würden.

Nach dem Sommerferien soll Bereich verstärkt kontrolliert werden

Für die Zeit nach den Sommerferien kündigte Röse ein verschärftes Vorgehen gegen rücksichtsloses und rechtswidriges Verhalten an: „Die Polizei wird das kontrollieren und Verkehrsordnungswidrigkeiten nachverfolgen.“ Wer gegen das Durchfahrtsverbot verstößt, soll also zur Kasse gebeten werden.

Außerdem will die Gemeinde mit Verkehrszählungen „quantifizieren, wohin sich der überwiegende Elternverkehr verlagert hat“, so Röse. Damit soll eventueller Steuerungs- und Handlungsbedarf ermittelt werden – ob beispielsweise an der Lindenstraße noch eine Warte- und Wendeschleife gebaut werden muss.

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