„Können mal durchatmen“

Neue Kita Oyter Mühle sorgt für Entspannung bei Krippenbedarfsplanung

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Hinter der Wehlacker-Kreuzung wächst die siebte Oytener Kindertagesstätte in großen Baufortschritten. Kita Oyter Mühle wird die Einrichtung heißen, das ist jetzt amtlich. Im Frühjahr sollen die ersten beiden Krippengruppen Einzug halten.

Oyten - Jahrelang hechelte Oyten wie andere Gemeinden auch regelmäßig dem schwer kalkulierbaren Bedarf an Krippenplätzen hinterher und musste nach Eingang der Anmeldungen meist binnen weniger Monate neue Räume für zusätzliche Krippengruppen aus dem Hut zaubern. Dieses Jahr ist das anders: „Jetzt können wir mal durchatmen und entspannt die Anmeldezahlen abwarten“, sagt Daniel Moos, Fachbereichsleiter in der Gemeindeverwaltung. Für genügend freie Plätze und somit für besagte Entspannung sorgt die bereits im Bau befindliche siebte Kindertagesstätte in Oyten.

Die in längerer Voraussicht gleich fünfgruppig geplante Einrichtung – kalkulierte Baukosten: rund 3,21 Mio. Euro – wächst neben dem kommunalen Friedhof hinter der Wehlacker-Kreuzung gerade in großen Baufortschritten und wird den Namen Kita Oyter Mühle erhalten. Diesem von Erzieherinnen und Eltern favorisierten Namensvorschlag mit Bezug auf die Örtlichkeit schloss sich der Kindergartenausschuss des Gemeinderates in seiner Sitzung am Montagabend im Rathaussaal ohne Gegenstimmen an. 

Noch vor Beginn des neuen Kindergartenjahres im August sollen die ersten beiden Krippengruppen im Frühjahr von ihren jetzigen Übergangsdomizilen im Bassener Blocks Huus und im evangelischen Gemeindehaus Oyten in ihre neue Kita Oyter Mühle umziehen. Neben den ein- und zweijährigen Krippenkindern wird ab Sommer eine Kindergartengruppe für Drei- bis Sechsjährige in der neuen Kita eingerichtet. Und sollten die Anmeldezahlen eine über das kalkulierte Maß hinausgehende Nachfrage nach Kleinkindbetreuungsplätzen ergeben, wird zum August noch eine dritte Krippengruppe im Haus geschaffen. 

Vorsorglich um Personal kümmern

Dafür gaben die Politiker im Kindergartenausschuss vorsorglich grünes Licht, damit sich die Gemeindeverwaltung im Bedarfsfall ohne Zeitverzögerung um – allgemein knapp werdendes – Fachpersonal für die zusätzliche Krippengruppe kümmern könnte. Ob der Bedarfsfall eintritt, wird sich in den kommenden Wochen bei der Auswertung der Anmeldungen für das im August beginnende neue Kindergartenjahr zeigen. Die gemeindeweite Anmeldezeit in den Kitas endet heute.

Die in der Kita Oyter Mühle baulich eingeplante zweite Kindergartengruppe soll zunächst nicht in Betrieb genommen, sondern sozusagen auf Vorrat gehalten werden für unvorhergesehene Entwicklungen – oder perspektivisch für die politisch gewollte Verkleinerung der Gruppengrößen in allen Kitas. Nach Worten von Moos steigt im Kindergartenbereich der Anteil der freien Plätze kontinuierlich. Für das neue Kita-Jahr 2018/19 stehen in den sieben Einrichtungen gemeindeweit 473 Plätze für Drei- bis Sechsjährige zur Verfügung – von denen laut Prognose 54 unbesetzt bleiben werden. Selbst wenn durch die vom Land Niedersachsen beschlossene Einführung der Gebührenfreiheit mehr Kindergartenkinder statt der zuletzt durchschnittlichen 90 % angemeldet werden würden, „stehen ausreichend Plätze zur Verfügung“, so Moos.

Entwicklung im Blick behalten

Krippenplätze für Ein- und Zweijährige könnten, sofern Moos' Prognosezahlen zur Bedarfsentwicklung in der Gemeinde Oyten eintreffen, ab 2021 wieder fehlen. Hier solle kritisch auf die Entwicklung geachtet werden, empfiehlt Moos, „damit dann rechtzeitig reagiert wird“. Derzeit sind von den 195 gemeindeweiten Krippenplätzen 189 belegt – das entspricht einer Anmeldequote von 61 % aller Ein- und Zweijährigen in Oyten. In seiner Prognose geht Moos davon aus, dass der Anteil der in einer Krippe betreuten Kleinkinder jährlich um 2 % wächst. Weshalb spätestens 2019 in der Kita Oyter Mühle mit der Einrichtung der dritten Krippengruppe zu rechnen wäre, die dann aber 2021 auch nicht mehr ausreichen würde.

Der Betrieb einer Kindergartengruppe mit Ganztagsbetrieb kostet die Gemeinde jährlich rund 90.000 Euro, der Betrieb einer Krippengruppe 110.000 Euro. - pee

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