Neue Ausstellung im Modersohn-Museum

Brelings Werke zum 100. Todestag

„Im Atelier – sonnig“ mit Selbstbildnis als Schatten. Dieses Spätwerk Heinrich Brelings entstand um 1912.
+
„Im Atelier – sonnig“ mit Selbstbildnis als Schatten. Dieses Spätwerk Heinrich Brelings entstand um 1912.

Fischerhude - Anlässlich seines 100. Todestages wird beim Fischerhuder Otto-Modersohn-Museum am Sonnabend, 6. September, um 18 Uhr im Festzelt vor geladenen Gästen eine Ausstellung mit Werken Heinrich Brelings feierlich eröffnet.

Ab Sonntag, 7. September und bis 30. November ist die Ausstellung täglich von 10 bis 18 Uhr zu besuchen.

Heinrich Breling lebte von 1849 bis 1914. Einige mit großer Könnerschaft gemalte Aquarelle des Jung-Künstlers erregten 1880 auch die Aufmerksamkeit des „Märchenkönigs“ Ludwig II. von Bayern. Bis 1884 zeichnete und aquarellierte Breling auf Schloss Linderhof die Innenansichten von Bauten Ludwigs II. Ihre Ausführung begeisterte den König derart, dass er ihn 1883 zum königlichen Professor an der Akademie der bildenden Künste in München ernennen ließ.

1854 war Heinrich Breling – drittes von zehn Kindern des Grenzaufsehers Wilhelm Breling –mit seinen Eltern und Geschwistern von Burgdorf bei Hannover nach Fischerhude gekommen. Hier ging er zur Schule und hütete die Gänse und Kühe der Bauern. Bereits als Kind zeigte er ungewöhnliche zeichnerische Begabung, porträtierte mit Fensterblei die „Liedertafel“ und manchmal auch gerade Verstorbene.

Der Kaufmann Hein wurde auf ihn aufmerksam und berichtete dem Zolldirektor in Hannover von seiner Entdeckung. Dieser überzeugte sich in Bremen persönlich von den Fähigkeiten des Jungen. Kurze Zeit später erhielt der glückliche Vater die Nachricht, dass der König von Hannover Heinrich erziehen und ausbilden lassen wollte.

Der nun 14-Jährige erhielt eine Zeichen- und Malausbildung in der Kunstabteilung der Polytechnischen Hochschule unter Oberaufsicht des königlichen Hofmalers Professor Osterley.

Nach dem deutsch-französischen Krieg von 1870/71, den Breling als Freiwilliger unverwundet überstand, studierte er, abgesichert durch ein Stpendium des Königs von Hannover, weiter an der Münchner Kunstakademie. Er gehörte zu den ersten Schülern des damals neuen und fortschrittlichen Professors Wilhelm von Dietz.

Der mittlerweile mit Amalie Mayer verheiratete Breling vertiefte das Studium der „alten Holländer“. Seine damaligen Bilder behandelten vor allem Szenen aus dem Kriegs- und Volksleben des 17. Jahrhunderts.

Sechs Jahre nach dem Tod Ludwigs II. 1886 gab Breling seine sichere Stellung auf, kehrte 1892 nach Hannover zurück und verbrachte die Sommermonate seit 1895 mit seiner Familie in Fischerhude.

1896, ein Jahr nach dem sensationellen Erfolg der „Worpsweder Maler“ im Münchner Glaspalast , kam es zur ersten Begegnung zwischen Breling und Otto Modersohn.

1907 ließ Breling sich mit seiner Familie für immer in Fischerhude nieder. Er baute 1908 in der Bredenau sein eigenes Haus, in dem er bis zu seinem Tode am 6. September 1914 arbeitete. Im damals noch bäuerlichen Ort fand er Modelle und Themen für seine letzte Schaffensperiode, die ihn von kleinformatigen Genrebildern zur schlichten Darstellung örtlichen Lebens führte.

Zur jetzigen Gedächtnisausstellung erscheint auch ein Katalog von 128 Seiten Umfang mit 75 Farbtafeln. Alles Weitere ist unter Telefon 04293/328 oder bei info@modersohn-museum.de zu erfahren.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Fotostrecke: Werder gegen Gladbach ohne Tore, aber mit Leidenschaft

Fotostrecke: Werder gegen Gladbach ohne Tore, aber mit Leidenschaft

So fährt sich der echte VW Bulli als Stromer

So fährt sich der echte VW Bulli als Stromer

Österreichs ursprüngliche Alpentäler

Österreichs ursprüngliche Alpentäler

Was wir von den großen Reisenden lernen können

Was wir von den großen Reisenden lernen können

Meistgelesene Artikel

Fernab vom Trubel der Volksfeste

Fernab vom Trubel der Volksfeste

VW-Dieselgate: Verdener Anwalt führt Musterprozess mit 21.000 Klägern

VW-Dieselgate: Verdener Anwalt führt Musterprozess mit 21.000 Klägern

Drei Flussarme in Hiddestorf

Drei Flussarme in Hiddestorf

Neustart für das Verwell

Neustart für das Verwell

Kommentare