Feuerwehr setzt Anti-Gaffer-Banner ein 

Nach Auto-Brand: Drei Verletzte bei Folgeunfall 

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Oyten - Ein brennendes Auto auf der Autobahn 1 zwischen der Anschlussstelle Oyten und dem Bremer Kreuz (wir berichteten) hat am frühen Samstagnachmittag zu einem langen Stau und mehreren Folgeunfällen mit mindestens drei Verletzten geführt.

Gegen 13.15 Uhr bemerkte ein Autofahrer kurz hinter der Anschlussstelle Posthausen das Stauende zu spät und fuhr fast ungebremst auf die langsam fahrenden Fahrzeuge vor ihm. Dabei wurden zwei Personen schwer verletzt, weitere leicht. Erste Meldungen, nachdem eine Person in einem Wrack eingeklemmt sei, bestätigten sich nicht. Die Feuerwehr Ottersberg sicherte die Unfallstelle ab und streute Betriebsstoffe ab. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf etwa 90.000 Euro.

Für die Rettungsarbeiten musste die Fahrbahn in Richtung Bremen voll gesperrt werden. Nach etwa einer halben Stunde waren die Verletzten versorgt und die wartenden Fahrzeuge konnten die Einsatzstelle einspurig passieren.

Dabei setzte die freiwillige Feuerwehr erstmals Banner ein, um Autofahrer vom Gaffen abzuhalten. Mit zwei der großformatigen Plakate standen die Einsatzkräfte an der Fahrbahn und verdeckten den Blick auf die Unfallfahrzeuge. „Immer mehr Unbeteiligte filmen an Unfallstellen, deshalb haben wir die Banner beschafft“, erklärt der stellvertretende Ortsbrandmeister Jan-Erik Ganze.

„Einige bleiben stehen, um Fotos machen zu können“

„Teilweise fahren die Autofahrer nur langsam an der Unfallstelle vorbei und schauen. Aber es gibt auch Extremfälle. Einige bleiben stehen, um mit ihren Mobiltelefonen bessere Fotos machen zu können“, erzählt der Feuerwehrmann von seinen Erfahrungen. Besonders gefährlich wird es, wenn Autofahrer auf der Gegenspur stoppen um die Rettungsarbeiten aus nächster Nähe beobachten zu können. „Ich habe selbst erlebt, wie jemand auf der Gegenspur gehalten hat um zu gaffen. Dabei war dort nichts gesperrt und der Verkehr floss ganz normal. Das provoziert und löst nicht nur weitere Unfälle aus, sondern ist auch für den Gaffer lebensgefährlich“, so Jan-Erik Ganze.

Mit den Plakaten möchten die Ehrenamtlichen aber nicht nur Gaffer abhalten und möglichen Unfallopfern zu mehr Privatsphäre in schweren Situationen verhelfen, sondern auch Mitglieder werben. „Jede freiwillige Feuerwehr braucht Mitglieder. Ob die vorbeifahrenden Autofahrer heute zufällig aus unserer Gemeinde kommen und bei uns einsteigen oder in ihren Heimatorten ist mir egal. Jeder zusätzliche freiwillige Feuerwehrmann egal wo ist für uns ein Erfolg“, so Ganze.

cb

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