„Entwicklung zwingt uns“

Schützenvereine Mühlentor und Oyten vor Fusion

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Die Vorsitzenden der Schützenvereine Oyten und Mühlentor, Gerhard Bischoff (li.) und Johann Bollmann (re.), erhielten am Wochenende von den Mitgliedern ihrer Vereine das Mandat zur Verhandlung und Vorbereitung einer Fusion beider Vereine.

Oyten - Die Situation ist alarmierend. Schwindende Mitgliederzahlen und steigende Kosten führen zu einem Umdenken bei Schützenvereinen. Zwei Schützenvereine in der Gemeinde Oyten haben die Zeichen der Zeit erkannt und handeln nun vorausschauend.

Abwarten, bis der sprichwörtliche Letzte das Licht ausknipst, wollen sie jedenfalls nicht. Stattdessen haben die Mitgliederversammlungen der beiden Schützenvereine Mühlentor und Oyten am Wochenende – jeweils ohne Gegenstimme – beschlossen, ihre geschäftsführenden Vorstände damit zu beauftragen, in Verhandlungen eine Fusion der beiden Schützenvereine vorzubereiten. Dieser in jüngerer Vergangenheit einmalige Vorgang hätte nicht nur für den Landkreis, sondern auch darüber hinaus eine starke Signalwirkung.

In einer gemeinsamen Erklärung, die die Vorstände beider Vereine den Mitgliedern bei den Jahrestreffen vorlegten, heißt es, dass in den vergangenen Jahren in kleinen Runden die Probleme der Schützenvereine immer wieder angesprochen worden seien. So mangelt es an Nachwuchs, die Mitgliederzahlen sinken, die Mitgliederbestände überaltern, die Bereitschaft, Ämter zu übernehmen oder freiwillig Anlagen zu pflegen, nimmt rapide ab. 

Auch das Interesse der Bevölkerung am Schießsport und an traditionellen Festen schwindet. „Diese Entwicklung zwingt uns, über die Zukunft und Veränderungen nachzudenken“, schreiben die Vorstände der Schützenvereine Oyten und Mühlentor in ihrer Erklärung.

Sportgemeinschaft gegründet

Im März vergangenen Jahres kamen die Vorstände erstmals in dieser Angelegenheit zusammen. Drei weitere Treffen folgten. Am Ende gründeten die Vorstände eine Sportgemeinschaft, deren Mannschaften erfolgreich in der laufenden Saison in unterschiedlichen Disziplinen schießen. Als nächsten Schritt planen die Vereinsverantwortlichen nach ihren Angaben eine Zusammenlegung der beiden Clubs nach dem Umwandlungsgesetz – mit dem Ziel eines einheitlichen Vereins, wobei der Name des neuen Vereins noch festzulegen ist.

Die Vorteile dieser Art der Fusion liegen auf der Hand. Die Mitglieder beider Vereine wären automatisch Mitglied im neuen Verein, die Gemeinnützigkeit und die Verbandsmitgliedschaften in den Schützenverbänden, dem Landes- und dem Kreissportbund sowie in der Arbeitsgemeinschaft Oytener Sportvereine blieben erhalten.

Über viele weitere Details wie Finanzen, Immobilien, die Sportarbeit oder auch den neuen Vereinsnamen diskutieren und entscheiden die Vorstände in den kommenden Monaten. Am Ende dieses Prozesses soll ein Ergebnis stehen, das sie den Mitgliedern in den Jahreshauptversammlungen Anfang 2019 als Lösung vorschlagen wollen.

Eine Fusion der Vereine wäre frühestens 2020 umsetzbar. Aus Kreisen der beiden Vereinsvorstände hieß es, dass die Gespräche für alle Mitglieder transparent und nachvollziehbar sein sollen. Über die angestrebte Fusion sei der dritte Schützenverein in der Gemeinde Oyten, der Schützenverein Sagehorn, informiert.

woe

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