Jannik Woelki (SPD) kandidiert für den Gemeinderat

Mit junger Dynamik für verständliche Politik in Oyten

Jannik Woelki (fast 21) kandidiert als SPDler für den Oytener Gemeinderat und will „junge Dynamik, Tatkraft und Verständlichkeit“ in die Politik vor Ort einbringen.
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Jannik Woelki (fast 21) kandidiert als SPDler für den Oytener Gemeinderat und will „junge Dynamik, Tatkraft und Verständlichkeit“ in die Politik vor Ort einbringen.

Oyten – Am 7. September wird Jannik Woelki 21 Jahre alt. Zum Geburtstag wünscht er sich: „Ein Kreuz!“ Oder gerne auch drei hinter seinem Namen auf dem Stimmzettel zur Wahl des neuen Oytener Gemeinderates am 12. September. Der Student aus Schaphusen kandidiert für die SPD. Die junge Generation sei nicht unpolitisch, weiß Woelki aus Diskussionen mit Kommilitonen und Nachhilfeschülern.

Sie fühle sich nur von der jetzigen Politik nicht angesprochen. „Es braucht junge Dynamik, Tatkraft, Verständlichkeit und Motivation“ – das würde Woelki als junger Vertreter gern in die Politik vor Ort einbringen. In Anspielung auf seine Körpergröße hat er sich selbst den Wahlkampfslogan „Klein, aber mit Weitblick“ verpasst.

„Ich habe Spaß daran, mich einzusetzen und zu streiten“, sagt der fast 21-Jährige. Gegenwind löse bei ihm eigentlich immer die gleiche Reaktion aus: „Jetzt erst recht.“ Das war schon in der Schule so: „Ich konnte es überhaupt nicht ab, wenn Schüler ungleich oder ungerecht behandelt wurden.“ Deshalb wurde Woelki Schulsprecher am Achimer Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasium. Schon mit 15 habe er Bundestagsdebatten angeschaut und „gespürt, dass die jüngere Generation nicht so vertreten ist und nicht so gehört wird“. Das Gefühl, dass die Jugend nicht partizipiert an politischen Entscheidungsprozessen, bestätigte sich durch Fakten, die Woelki im Studium sammelte. Seit zwei Jahren studiert er in Hannover Politik und Philosophie auf Lehramt.

„Okay, du musst aktiv werden“, beschloss der Oytener seinen Einstieg in die Politik. Allerdings „hat es lange gedauert, mich einer Partei zuzuordnen“. In einigen Fragen stimme er eher mit den Grünen überein (Klimaschutz), in anderen mehr mit der CDU (Finanzen). Die größte Schnittmenge fand Woelki am Ende bei der SPD, nicht zuletzt mit Blick auf die geschichtliche Vergangenheit.

Seine inhaltlichen Schwerpunkte sind Bildung und Forschung. „Bildung ist unser höchstes Gut“, betont der Kandidat. Klima retten, Pandemien bekämpfen, Chancengleichheit schaffen – „das alles geht nur mit Bildung“. Wenn sich Jannik Woelki später mal ein Amt aussuchen dürfte, „würde ich Bildungsminister“. Für die frühzeitige politische Bildung und Partizipation würde er zunächst auf Gemeindeebene die Schaffung eines Schülerparlaments forcieren. „Dass unser tolles System der Demokratie erhalten bleibt“, definiert Woelki als oberstes Ziel politischen Mitwirkens.

Was den wissenschaftlichen Fortschritt angeht, so plädiert er für die Anbindung der Kommune an benachbarte Hochschulen. „Über den Tellerrand hinaus zu denken“, findet der Oytener generell wichtig. Deshalb hat für ihn auch Außenpolitik Anknüpfungspunkte auf der kommunalen Ebene. Als „ganz großes Projekt“ hat sich Woelki vorgenommen, eine Oytener Partnerschaft mit einer Schule oder Hochschule in Vietnam zu initiieren. Das hat mit seiner biografischen Geschichte zu tun: Er wurde als gebürtiger Vietnamese im Alter von wenigen Monaten aus einem Kinderheim in Ho-Chi-Minh-Stadt adoptiert und ist seitdem Oytener. Sich für die Gemeinde zu engagieren, bedeutet für ihn auch, „der Gesellschaft etwas zurückzugeben für meine Möglichkeiten hier“. Konkret will sich Woelki gerade auch im Interesse von Kindern und Jugendlichen für einen verbesserten öffentlichen Nahverkehr stark machen – gegen überfüllte Schulbusse und für mehr Beleuchtung und Fahrradständer an den Haltestellen. Auch Gleichstellung und ein Miteinander der Generationen sind ihm wichtig: „Ich möchte das Wir-Gefühl stärken – zwischen Alt und Jung, Nah und Fremd.“

Woelkis zweite große Leidenschaft neben der Politik ist die Musik: Als Songschreiber und Sänger, der sich selbst am Keyboard begleitet, hat er sich schon einen Namen gemacht. Während der Kontaktbeschränkungen in der Pandemie war das sein Rettungsanker: „Ich habe in der Zeit fast 400 Lieder komponiert und online veröffentlicht.“ Neben Youtube ist er sehr aktiv auf Instagram. Auf der Plattform bespielt er inzwischen zwei Kanäle – einen mit seiner Musik und jetzt noch einen mit seiner Politik.

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