Legendäre Schlepper im Feldeinsatz

XXL-Freilichtmuseum: Pfingsttreffen des Lanz-Bulldog-Clubs

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Hunderte von nostalgischen Schleppern tuckerten beim Pfingsttreffen des Lanz-Bulldog-Clubs Oyten über den Backsberg, ließen Luft und Erde mit ihrem kraftvollen Sound vibrieren und zogen Tausende von Besuchern in ihren Bann, während „Lanz-Legende“ Johann Esselmann, Begründer des Treffens (Bild rechts), gerne die Funktion seines Standmotors aus dem Jahr 1918 erläuterte. 

Oyten - In ein Freilichtmuseum im XXL-Format verwandelte sich am Pfingstwochenende drei Tage lang das riesige Veranstaltungsgelände am Backsberg.

Das tiefe Tuckern der Motoren begrüßte die ungezählten Besucher, unter deren Füßen der Boden vibrierte von den schweren Maschinen in Bewegung. Wo das Auge auch hinsah: Stahlkolosse wie vor 100 Jahren, mal poliert, mal verrostet, klein oder groß, mit wenigen oder vielen PS, uralt oder nur alt. Rund 600 Oldtimer aus der Landwirtschaft anno dazumal rollten zum alle zwei Jahre veranstalteten Pfingsttreffen des Lanz-Bulldog-Clubs Oyten auf dem Backsberg an.

Vorführungen bleiben trotz Rahmenprogramm das Highlight

Drei Tage lang lockte das Stelldichein nostalgischer Schlepper und landwirtschaftlicher Gerätschaften bei sommerlichen Temperaturen mehrere Tausend Besucher an. Im Rahmenprogramm boten die Lanz-Freunde einen Floh- und Teilemarkt, Mitmachaktionen für Kinder, Rundfahrten – und vor allem viele Vorführungen der legendären Fahrzeuge im Feldeinsatz.

Immer ein Höhepunkt: das Tiefpflügen mit bestens in Schuss gehaltenen alten Traktoren.

„Der Besuch ist einfach großartig. Ich bin überwältigt“, freute sich Johann Esselmann, Ehrenvorsitzender des Lanz-Bulldog-Clubs. Der Oytener begründete vor mehr als 40 Jahren das Pfingsttreffen, das bundesweit Kult ist. Esselmann schilderte: „Wir zeigen das Dreschen und die Feld- und Torfbearbeitung mit Maschinen und Pferden wie vor hundert Jahren. Die Besucher sehen, dass Landwirtschaft vor Generationen harte körperliche Arbeit war.“

Funkelnde Augen

Bei den Zuschauern funkelten die Augen, als sie vor den historischen Schleppern der Marken Lanz oder Deutz standen und den kraftvollen Sound hörten. Immer wieder versammelten sich Grüppchen an einem Lanz, wenn der Besitzer den Schlepper anließ.

Lanz-Bulldog-Treffen in Oyten

Höhepunkte waren die zahlreichen Vorführungen auf dem Gelände und die Feldbearbeitung auf einem Acker nebenan. Hier verfolgten die Besucher auch das Ackern mit Kaltblutpferden. Wolfgang Zell vom Freundeskreis der Kaltblutpferde aus dem Nachbarlandkreis Diepholz erklärte: „Mit unseren Kaltblutpferden simulieren wir den Kartoffelanbau und die -ernte sowie die Bodenbearbeitung. Früher haben die Bauern die Kartoffeln angepflanzt, angehäufelt und schließlich mit den Arbeitspferden per Schleuderkorb geerntet. Die Erde rieselte durch den Korb und die Kartoffeln blieben im Korb liegen – damals eine große technische Errungenschaft.“

Für das spektakuläre Tiefpflügen wurden mehrere Schlepper zu einem Gespann verbunden, und auch eine Moorraupe für die Torfbearbeitung schob sich kraftvoll übers Gelände. 

woe

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