Projektfortschritte in politischer Beratung

Kreisel an A1 in Oyten kommt

A1-Zufahrt Richtung Hamburg in Oyten auf der Achimer Straße.
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An der A1-Zufahrt Richtung Hamburg will Oyten eine Kreisverkehrsanlage auf der Achimer Straße bauen, um den angrenzenden neuen Gewerbepark mit einem eigenen Abzweig auszustatten und den Unternehmen den direkten Anschluss an die Autobahn zu ermöglichen. Das Projekt ist Thema in der nächsten Fachausschusssitzung.

Oyten – Große Begeisterung für den Bau einer Kreisverkehrsanlage an der A1-Auffahrt in Oyten hatte die Politik schon bei der Planvorstellung vor fünf Monaten nicht aufbringen können. In Entsetzen war die Stimmung dann umgeschlagen, als in einer Sitzung im Dezember bekannt wurde, dass die Kosten für die Gemeinde statt der im Oktober genannten 1,7 Millionen Euro mit allen Nebenkosten tatsächlich bei rund 3,1 Millionen Euro landen werden.

Die politischen Entscheidungsträger baten sich erstmal Bedenkzeit aus. Der Schock war aber offenbar schnell verdaut: Keine zwei Wochen später beschlossen die Fraktionsspitzen hinter verschlossenen Türen im Verwaltungsausschuss, „dass die Kreisverkehrsanlage wie vorgestellt gebaut wird“.

Das geht aus den Unterlagen für die nächste öffentliche Beratung im Ratsfachausschuss für Umwelt & Gemeindeentwicklung hervor. Die Sitzung ist für Mittwoch nächster Woche anberaumt.

Die Zusammenkunft will Michael Bruns, Sachbearbeiter im Bauamt der Gemeinde, nutzen, „um den Fachausschuss über die Projektfortschritte zu informieren“. Angekündigt ist ein Sachstandsbericht zu den aktuellen Planungen samt Rahmenterminen und weiteren Vorgehensweisen – und zu den Kosten. Details will Bruns auf Nachfrage im Vorfeld allerdings nicht nennen. Nur so viel: Der Bau der Kreisverkehrsanlage soll möglichst dieses Jahr starten, das sei erklärtes Ziel.

Vorbereitend wurde das für den Kreiselbau erworbene Grundstück im Dreieck von Achimer Straße und A1-Zufahrt bereits von Bäumen und Büschen befreit. Arbeiten, die mit Beginn der Schon- und Brutzeit Anfang März bis zum Ende des Sommers sonst nicht mehr möglich gewesen wären.

Mit dem geplanten Kreisel auf der Achimer Straße für geschätzte 3,1 Millionen Euro soll die 2015 eingeweihte Gewerbeparkerweiterung südlich der A1 eine direkte Verkehrsanbindung an die Autobahn erhalten. Dafür will die Gemeinde Oyten die A1-Anschlussstelle in Fahrtrichtung Hamburg als große Kreisverkehrsanlage ausbauen. Vier Straßen zweigen der Planung zufolge von dem Kreisel ab: neben der Achimer Straße Richtung Oyten und Embsen sowie der Autobahnzu- und abfahrt auch die aus dem Gewerbepark herangeführte Marie-Curie-Straße, die bislang Sackgasse innerhalb des Industriegebiets ist.

Den Autobahndirektanschluss für das neue Gewerbegebiet hatte die Gemeinde von Beginn an auf dem Schirm. Aber zuerst waren die für den Kreiselbau erforderlichen Nachbargrundstücke noch nicht verfügbar, danach war das Bau- und Planungsamt der Kommune permanent mit anderen Großprojekten ausgelastet. Um den Kreisel an der A1 nun mal auf den Weg zu bringen, wurde voriges Jahr ein externer Projektsteuerer beauftragt: das Ritterhuder Ingenieurbüro Kleberg + Partner.

Im Oktober stellte das Büro seine Planzeichnungen samt der Kostenkalkulation von etwa 1,7 Millionen Euro in öffentlicher Sitzung vor. Später stellte sich heraus, dass es sich dabei um die reinen Baukosten handelte – ohne Nebenkosten. Die Präsentation der tatsächlichen Gesamtausgaben in Höhe von etwa 3,1 Millionen Euro provozierte Anfang Dezember einigen politischen Unmut über das Planungsbüro und vor allem über die finanzielle Größenordnung dieser Verkehrsinfrastrukturmaßnahme.

Dass sich die politischen Entscheidungsträger Mitte Dezember dennoch entschlossen, das teure Straßenbauprojekt anzuschieben, hängt wohl auch mit den Kaufverträgen zusammen, die die Gemeinde mit den Gewerbeansiedlern im Gebiet südlich der A1 geschlossen hat. Wie der damalige Vize-Verwaltungschef Axel Junge dem Fachausschuss des Rates im Dezember berichtete, haben die Unternehmen im neuen Gewerbepark neben den Grundstückskaufpreisen zusätzlich Abgaben für die Kreisverkehrsanlage gezahlt. Danach steht die Gemeinde also im Wort, was die Schaffung eines A1-Direktanschlusses betrifft.

Viel Programm

Die öffentliche Sitzung des Ausschusses für Umwelt & Gemeindeentwicklung beginnt am Mittwoch, 17. März, um 19.30 Uhr im Oytener Rathaussaal. Vor Beginn und nach Abschluss der Tagesordnung haben Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Neben dem A1-Kreisel sind die nächsten Verfahrensschritte in Sachen Ortsmitte Thema der Beratung, außerdem die weitere Wohnbebauung an der Lindenstraße und an der Borsteler Straße. Auch ein Konzept zur Flächenfotovoltaik in der Gemeinde Oyten und der Jahresbericht 2020 der ehrenamtlichen Landschaftspfleger „Wühlmäuse“ stehen auf der umfangreichen Tagesordnung des Abends.

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