CDU-Umlandkonferenz diskutiert Zusammenarbeit mit Bremen 

Krankenhausplanung oben auf Agenda

Grasbergs Bürgermeisterin Marion Schorfmann, MdL Volker Meyer, MdL Axel Miesner, MdL Adrian Mohr, Kreistagsfraktionschef Wilhelm Hogrefe und MdB Andreas Mattfeldt (v.li.) erörterten bei einer CDU-Umlandkonferenz in Oyten die Zusammenarbeit des Umlands mit Bremen. - Foto: Holthusen

Oyten - "„Bremen erzählt immer gerne, dass sie sich auf Augenhöhe mit uns unterhalten wollen – die Realität sieht anders aus. Wenn wir eine Region sind und wirtschaftlich zusammenwachsen wollen, muss Bremen seinen Beitrag leisten“, wetterte Bundestagsabgeordneter Andreas Mattfeldt am Mittwochabend in Oyten in einer CDU-Umlandkonferenz.

Kollegen aus Kommunalparlamenten hatten zuvor die mangelnde Mitwirkung bzw. das finanzielle Unvermögen des großen hanseatischen Nachbarn auf Kosten des vergleichsweise wohlhabenden Umlands beklagt – Anschluss Achim-West, Mittelweservertiefung, Trinkwasserförderung waren Reizthemen, an denen sie die vermisste Bremer Kooperationsbereitschaft festmachten.

Die Realität im Oytener „Alten Krug“ sah aber so aus, dass kein Bremer da war, um Klagen und Kritik sein Ohr zu leihen: Zumindest bis eine Stunde nach Gesprächsbeginn war der angekündigte Podiumsdiskussionsgast Thomas Röwekamp, CDU-Fraktionsvorsitzender und Oppositionsführer in der Bremer Bürgerschaft, nicht erschienen. Dafür, dass der CDU-Kreisverband Verden zu der Umlandkonferenz alle seine Ratsmitglieder und -Kommunalwahlbewerber eingeladen hatte, präsentierte sich die Runde mit 25 Köpfen ohnehin überschaubar – aber mit ordentlichem Einzugsbereich. Der Einladung des CDU-Kreisvorsitzenden und Landtagsabgeordneten Adrian Mohr und des CDU-Kreistagsfraktionschefs Wilhelm Hogrefe waren neben dem Langwedeler MdB Mattfeldt auch Mohrs Landtagskollegen Axel Miesner (Lilienthal) und Volker Meyer (Landkreis Diepholz) gefolgt sowie die Grasberger Bürgermeisterin Marion Schorfmann, der Osterholzer CDU-Kreistagsfraktionsvorsitzende Rainer Sekunde und dazu Abgeordnete aus den Kommunalparlamenten. „Welche Aufgaben können und wollen wir mit Bremen gemeinsam angehen?“ – dazu sammelte die Runde Statements ein.

Ob Behördenabläufe oder Kinderbetreuung – „wir kriegen viele Dinge besser hin“, sagte Grasbergs Bürgermeisterin Schorfmann, aber Bremen habe die Arbeitsplätze und die großen Freizeitvergnügen. Gerade für jüngere Leute existiere deshalb die Landesgrenze gar nicht. Also sei es angesagt, mit dem Nachbarn nicht nur an einem Strang zu ziehen, sondern auch in die gleiche Richtung. Bloß in welche? Der Kommunalverbund Niedersachsen/Bremen, dessen Vorstand Schorfmann angehört, sei schon ein gutes Netzwerk, aber wo es um wirtschaftliche Interessen gehe, höre es mit den Gemeinsamkeiten schnell auf und gehe das Gerangel los.

„Ganz oben auf der Agenda“ steht für die CDU-Kreistagsfraktionschefs Hogrefe und Meyer eine „gemeinsame Krankenhausplanung mit Bremen“. Und in Sachen Güterverkehr sei „ein drittes Gleis zwischen Verden und Bremen unbedingt notwendig und eine entscheidende Sache für die Zusammenarbeit“, so Hogrefe. Sein Diepholzer Kollege Meyer regte zudem an, sich als Verdener und Diepholzer mit den Nienburgern zusammenzutun für eine Palliativ- und Hospizversorgung in dieser Region. „Dazu brauchen wir Bremen nicht“, so Meyer. Die kreisübergreifende kommunale Zusammenarbeit zu vertiefen, sei dringend notwendig, pflichtete der Osterholzer Kollege Sekunde bei. Aber zusammen mit Bremen „sind wir eine Wirtschaftsregion, das müssen alle mal begreifen“. „Und in der können wir Bremen gegenüber durchaus selbstbewusst agieren“, ergänzte MdB Mattfeldt. 

pee

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