Schülerfirma-Abteilung stellt Produkte vom Öl bis zum Kräuterzucker selbst her

„Kräuter-Labor“ der IGS Oyten mischt in der Bundesliga mit

Thorben Wendorff, Marius Meinel, Marina Küsel und Laura Sabrowski (v.l.) auf der Schülerfirmen-Messe in Bremen, wo sie im Mai als professionellste Firma ausgezeichnet wurden.

Oyten - Minze, Salbei und Thymian gedeihen schon seit Längerem im Kräutergarten der Integrierten Gesamtschule (IGS) Oyten. Die Pflege der Pflanzen übernehmen die Schüler selbst. Wie auf dieser einfachen Grundlage eine florierende Geschäftsidee entstehen kann, bewiesen Neuntklässler der IGS mit ihrem „Kräuter-Labor“. Nachdem sie sich bereits im Mai in Bremen auf der Schülerfirmen-Messe den ersten Platz gesichert hatten, streben die Nachwuchsunternehmer nun nach Höherem: Sie wollen auf dem „Bundes-Schülerfirmen-Contest“ einen der vorderen Plätze erreichen. An der Online-Abstimmung zum Wettbewerb kann man sich noch bis Montag, 31. Juli, beteiligen.

Nur zwei von insgesamt 445 Bewerbern des „Bundes-Schülerfirmen-Contest“ stammen aus Niedersachsen. Derzeit sind die Oytener auf Platz 16.

Das Sortiment des „Kräuter-Labors“ umfasst Öle, Tees, Badesalze, Kräutersalze und Kräuterzucker. „Den kann man über Waffeln, Porridge, Milchreis oder Nachspeisen streuen“, erklärt Abteilungsleiter Thorben Wendorff. Zudem bestehen Kooperationen mit anderen Schülerfirmen, die dem „Kräuterlabor“ beispielsweise Flyer und T-Shirts liefern.

Doch damit ist die Kreativität der Jugendlichen noch lange nicht erschöpft: Zwei Mitarbeiter schreiben momentan an einem Kochbuch, das Rezepte mit den Kräuterprodukten enthält. Darüber hinaus wird auch eine „Kräuterbox“ entwickelt, die, neben Pflanzboxen, ein „Gesamtpaket“ mit Handschuhen und Gartenschere bilden soll.

Erst im November 2016 ist an der IGS Oyten die erste Schülerfirma entstanden, von der das „Kräuter-Labor“ ein Abteilung bildet. Die Idee dahinter: „Einige von uns haben ohnehin schon die in der Schule angebauten Kräuter und Gewürze gepflegt, geerntet und verarbeitet“, erzählt der 16-jährige Thorben Wendorff. Mit dem „Kräuter-Labor“ verfeinerten sie ihr gärtnerisches Engagement lediglich.

Wichtig ist den Mitarbeitern des „Kräuter-Labors“ das Thema Nachhaltigkeit. Damit haben sich die Schüler in einer Projektwoche vor den Sommerferien auch intensiv beschäftigt. Externe Unterstützung bot ihnen Hanna Ebinger, eine professionelle Unternehmensberaterin aus Berlin.

Wie in einer echten Firma organisieren die Schüler alles selbst, von der Planung, der Kalkulation, dem Einkauf und der Produktion bis hin zum Marketing und Vertrieb. Sie arbeiten eigenständig, Lehrkraft Birte Just ist nur zur Aufsicht da.

Die hohe Qualität ihrer Produkte ist den Schülern sehr wichtig, aber auch auf die optische Gestaltung wurde viel Zeit verwandt. Ziel des Unternehmens ist es, Erfahrungen sowohl im ökonomischen als auch im zwischenmenschlichen Bereich zu sammeln und Einblicke in die Arbeitswelt zu erhalten. „Ich finde es spannend, in der 9. Klasse schon eine Firma zu gründen“, sagt Wendorff.

Das Ganze soll aber auch rentabel sein. Die ersten Erfahrungen im Verkauf und mit dem Feedback der Kunden konnten die Schüler auf dem Wintermarkt vergangenen Dezember im Schulzentrum und auf dem Frühlingsfest in Oyten sammeln.

Ein besonderes Highlight war die erste Teilnahme an der „Schülerfirmenmesse“ im Mai in Bremen im Cinemaxx. Dabei heimste das Kräuter-Labor den ersten Platz für den professionellsten Auftritt ein. Die Platzierung wurde von den Wirtschaftsjunioren der Handelskammer Bremen vergeben.

Auch ist die Anzahl der Mitarbeiter von Anfangs drei auf mittlerweile neun gestiegen, was natürlich zum einen andere Möglichkeiten aber auch neue Herausforderungen mit sich bringt.

Nun haben die Neun den nächsten Schritt in Angriff genommen, für den sie noch kurzfristig Unterstützung benötigen – die Teilnahme am Bundesschülerfirmencontest. Unter www.bundes-schuelerfirmen-contest.de/niedersachsen/andere-schulen/kraeuter-labor/10076 kann man sich noch bis 31. Juli an der Abstimmung beteiligen.

Die Anzahl der abgegebenen Stimmen entscheidet, ob die Oytener eine Chance auf einen der ersten zehn Plätze bekommen. In Aussicht steht ein Preisgeld (zwischen 2000 und 500 Euro für die zehn Erstplatzierten). Das würden alle gerne in ihre „Firma“ investieren, um weitere Projekte zu finanzieren. Außerdem fahren die besten zehn Schülerfirmen zur Preisverleihung nach Berlin.

Weitere Infos über das „Kräuter-Labor“ auf der Internetseite des Teams.

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