„Der Ort hat schon gewonnen“

Kommunalpolitiker stellen über 50 Sagehornern Ideen für Zukunftswettbewerb vor

Hermann Wahlers und Reinhard Lueßen zeigten auf, welche Verbesserungsmöglichkeiten sich viele Bürger für Sagehorn wünschen.

Sagehorn - Von Tobias Woelki. Da war zunächst diese Idee, Sagehorn könnte sich an dem Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ beteiligen. Die drei Ratsmitglieder Sagehorns Ortsvorsteher Günter Block-Osmers (SPD) sowie die beiden Ratsneulinge Hermann Wahlers (SPD) und Reinhard Lueßen (CDU) schauten gemeinsam, was dem Ortsteil fehlt und welches Potenzial er hat.

Nach einer gut besuchten Bürgerversammlung vor Monaten im Schützenhaus sammelten die drei Sagehorner Kommunalpolitiker die Ideen der Bürger in einem Projektspeicher und stellten sie den mehr als 50 Bürgern am Sonntagnachmittag auf der Wiese neben dem ehemaligen Bahnwärterhaus, im Dorf auch als Villa Rotstein bekannt, vor.

„Weil sich der Ortsteil benachteiligt fühlt, wollten wir von den Bürgern wissen, wie man die Infrastruktur verbessern kann“, erklärt Lueßen. Die Diskussion um die umstrittene Verlegung des Bahnhofs mit seinem historischen Gebäude um mehrere hundert Meter in Richtung Sagehorn führte in der Sagehorner Bevölkerung dazu, dass sie künftig bei Veränderungen im Ort stärker beteiligt werden wollten.

Besonders die Bürgerinitiative rüttelte die Sagehorner wach. Zwar ist die Verlegung beschlossene Sache, „aber der Ort Sagehorn möchte sich bei der Gestaltung des neuen Bahnhaltepunktes mit einbringen“, formuliert Lueßen. Und: „In welchem Maß das geschehen kann, wissen wir nicht.“

Nun wurden erst einmal Gedankenspiele zu Papier gebracht. Für den Moment waren es nur Wünsche an die Politik, über die sich die Sagehorner am Sonntagnachmittag austauschten.

So können sich Anwohner gut vorstellen, das Gelände an der Villa Rotstein im Besitz der Gemeinde und der Bahn in einen neuen Ortsmittelpunkt umzuwandeln, der bislang fehlt.

Die Villa Rotstein mit der Fläche davor, die vielleicht ein Dorfplatz sein könnte. - Fotos: Woelki

Auch vermissen die Sagehorner Einkaufsmöglichkeiten, besonders die ältere Generation. Bislang müssen die Bürger dafür immer nach Oyten fahren. Doch hier scheint sich eine Lösung anzubahnen. „Wir nahmen Kontakt mit Firmen auf, die sich bereit erklären, mit einer Sammelbestellung den Ort mit Molkerei- und Fleischwaren zu beliefern“, so Lueßen.

Zudem skizzierten Block-Osmers, Wahlers und Lueßen einen Rundweg um Sagehorn von 17 Kilometern Länge, um die Freizeitqualität zu verbessern. Einmal für die Bürger vor Ort, aber auch für Radwanderer, die von Bremen nach Fischerhude touren und durch Sagehorn einfach nur durchfahren. „Auch wollen wir den Schützenverein, den Tennisclub und den Gesangverein stärker einbeziehen“, erklärt Lueßen.

Der Ort hat Potenzial. Das beweisen die drei Pflegeheime als Arbeitgeber für mehr als 200 Beschäftigte.

Am 15. September empfängt der Ort die Kreiskommission im Rahmen des Kreiswettbewerbs zu ihrem ersten Besuch, wo der Kommission die drei Initiatoren mitsamt der Bevölkerung ihre Vorschläge für Sagehorn vorstellen.

„Auch wenn wir den Wettbewerb nicht gewinnen sollten, hat der Ort bereits gewonnen, weil wir die Dorfgemeinschaft mobilisiert haben, viele Ideen erhielten und wir Menschen zusammenbrachten, die sich vorher nicht kannten“, freut sich Lueßen. Hermann Wahlers fügt hinzu: „Für uns ist es ein großes Thema, wie man Leute zum Mitmachen motiviert. Das ist aber ein grundsätzliches Thema im Ort und in den Vereinen.“

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