Klimaproteste legen Verkehr lahm

Autobahnen rund um Bremen blockiert / A1 erst nach Stunden wieder frei

Die A 1 bei Oyten am Donnerstagmorgen: Proteste von Umweltaktivisten führten zu mehrstündigen Sperrungen.
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Die A 1 bei Oyten am Donnerstagmorgen: Proteste von Umweltaktivisten führten zu mehrstündigen Sperrungen.

Lange Staus weil die auf den Autobahnen 1 und 27 wegen Klimaprotesten stundenlang gesperrt werden mussten.

Anlass war die Konferenz der Verkehrsminister, die zeitgleich in Bremen tagte.

Am längsten zog sich die Sperrung der A 1 hin, die erst am frühen Nachmittag aufgelöst werden konnte. Grund war einer der Demonstranten, der sich trotz mehrfacher Aufforderung weigerte, den Aufgang zu verlassen, an den er sich angebunden hatte. Die Mehrheit der Aktivisten hatte sich zu diesem Zeitpunkt von Feuerwehr und Polizei bereits weitestgehend problemlos herunterholen lassen. Zu Zwischenfällen in Form von Widerstand sei es dabei nicht gekommen, so Imke Burhop, Sprecherin der Polizeidienststelle Verden/Osterholz.

Im Einzelnen handelte es sich um Strecken bei den Autobahnauffahrten Oyten und Achim-Nord und um das Dreieck Stuhr; auch ein Abschnitt der A 28  in Delmenhorst war betroffen. Laut Burhop konnte die A  27 gegen 12 Uhr wieder freigegeben werden.

Hatte es zunächst geheißen, die gebündelte Aktion gehe von der Aktivisten-Organisation „Extinction Rebellion“ aus Bremen aus, waren dem Vernehmen nach auch einige andere Organisationen beteiligt.

Eine der Aktivistinnen, die unter dem Pseudonym „Quinn“ im Namen aller Beteiligten mit der Presse in Kontakt trat, sagte unserer Zeitung, es handele sich vielmehr um einen Zusammenschluss von Einzelpersonen. Die Endzwanzigerin, die ihren Realnamen nicht preisgeben wollte, sagte, es sei „allerhöchste Zeit, etwas zu unternehmen“, damit es endlich zu einem Umdenken in der Verkehrspolitik komme – deshalb seien auch öffentlichkeitswirksame Aktionen wie diese notwendig.

Rettungskräfte bewegen die Klimaaktivisten zum freiwilligen Abstieg.

„Wir wünschen uns“, so „Quinn“, dass eine Sensibilisierung stattfindet: „Wichtig ist, dass ein Anfang gemacht wird – und dass es dann entsprechend weitergeht.“

Ein älterer Beobachter der Szenerie, als Polizei und Feuerwehr die Aktivisten von der Autobahnbrücke herunterholten, war allerdings anderer Ansicht: „Das sind doch alles Idioten“, schimpfte er, „die ganzen Lkws kommen nicht durch, was das wieder kostet ...“

Auch viele Autofahrer reagierten am Donnerstagvormittag ungehalten angesichts der Verspätung, die sie aufgrund der Aktion in Kauf nehmen mussten.

Die Polizei berichtete von „massiven Verkehrsbeeinträchtigungen auf der A 1, der A 27 und den Ausweichstrecken“.

Die Verkehrsumlenkung auf der A 1 war von der Polizei an die Firma A 1 mobil und auf der A 27 an die zuständige Autobahnmeisterei übergeben worden. Neben Beamten der Polizei waren auch Rettungskräfte der Feuerwehr im Einsatz. Auf der A 27 begaben sich die Demonstranten mithilfe der Drehleiter freiwillig von der Schilderbrücke, so die Polizeisprecherin. Fünf Personen auf der A 1 mussten anschließend von Einsatzkräften der Polizei auf die mittlerweile nach Oyten verlegte Drehleiter getragen werden.

Eine Spezialeinheit der Polizei Hannover befreite eine Frau aus dem Treppenaufstieg der Brücke, die sich dort zuvor eingeschlossen hatte. Die Beamten brachten die beteiligten Aktivisten zu den Polizeidienststellen in der Umgebung.

Auch die Aktivistin „Quinn“, die nicht mit auf die Brücke gestiegen war, musste bei den Beamten ihre Personalien angeben. Dass viele Autofahrer jetzt erst einmal verärgert sind, nimmt sie in Kauf: „Wenn die Menschen über unsere Aktion reden, hat es doch schon was gebracht.“

Von Frank Schümann

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