Kirchenführung mit Ingrid Rojem und Diakon Hendrik Becker in St. Paulus Oyten

Zu Gast bei Nachbarn

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Wie geht es zu in der katholischen Kirche? Darüber informierte eine Führung in St. Paulus mit Diakon Hendrik Becker (li.) und St.-Petri-Kirchenführerin Ingrid Rojem.

Oyten - Alte Kirchen haben etwas Faszinierendes. Neuere aber auch. Insbesondere die katholische St.-Paulus-Kirche in Oyten, die am Sonntag im Mittelpunkt der jüngsten Kirchenführung von und mit Ingrid Rojem stand. Als Thema hatte die Kirchenführerin von St. Petri „Nachbarschaft“ gewählt und nach einem ökumenischen Gottesdienst in St. Petri zu einer Führung durch die benachbarte Kirche St. Paulus an der Jahnstraße eingeladen.

St. Paulus wurde als Außenstelle von St. Matthias Achim 1997 gegründet und gebaut. Lichtdurchflutet, freundlich und einladend waren es zuerst die umlaufenden hohen Kirchenfenster des sechseckigen Raumes, die mit ihrer außergewöhnlichen Farbenpracht die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich zogen.

Hendrik Becker, Diakon in St. Paulus, erklärte, was es mit der ungewöhnlichen sechseckigen Gestaltung und der sich dahinter verbergenden Kirchensymbolik auf sich hat. Ingrid Rojem erklärte die Bedeutung der Madonna in der katholischen Kirche, die im Unterschied zur evangelischen Kirche den Glauben an die unbefleckte Empfängnis pflegt. Bewegend zu erfahren war, dass die Madonna in St. Paulus von der Fischerhuder Künstlerin Amelie Breling gefertigt wurde. Sie war die Tante der 1943 von den Nazis hingerichteten Cato Bontjes van Beek und hatte sich Gestalt und Gesicht Catos als Vorbild für die Madonna genommen. An dieser Stelle wurde aus Briefen von Cato zitiert, die die 22-Jährige kurz vor ihrem Tod an ihre Familie geschrieben hatte.

Hendrik Becker erklärte den Besuchern die unterschiedlichen Riten in der katholischen und evangelischen Kirche und die bindenden Vorschriften bezüglich von Handlungen und Sakramenten. Nach der prächtig verzierten Osterkerze war es der Tabernakel (lateinisch für Hütte oder Zelt), der die Aufmerksamkeit auf sich zog. Der Aufbewahrungsort der Hostien für die Eucharistiefeier ist in die Wand eingelassen und darf nur von autorisierten Personen im Rahmen vorgeschriebener Handlungen geöffnet werden.

„Wir haben zwar unterschiedliche Formen, unseren Glauben zu praktizieren, aber wir sind eine Kirche und wenn man genauer hinsieht, sind wir gar nicht so verschieden“, sagte Ingrid Rojem und ermunterte die Besucher, ruhig mal das Weihwasserbecken am Eingang zu benutzen und das Kreuzzeichen zu machen wie katholische Gläubige – „einfach um zu spüren, wie sich das anfühlt“.

Auch dem Weihrauch wurde Aufmerksamkeit gewidmet. Dazu hatte Ingrid Rojem etwas über den in afrikanischen und orientalischen Ländern wachsenden Baum zu erzählen. Aus der Rinde werde das Harz gewonnen, zu einem Granulat verarbeitet und bei kirchlich-katholischen Handlungen angezündet, um einen angenehmen Duft zu verströmen. Auch das durften die Besucher der Kirchenführung in St. Paulus ausprobieren, wobei sie ermuntert wurden, dabei ein kleines, stilles Gebet zu sprechen.

kr

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