Kommunalwahl am 12. September

Katja Podehl will in den Gemeinderat Oyten

Katja Podehl
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Katja Podehl (56) tritt für die CDU zur Oytener Gemeinderatswahl an.

Katja Podehl kandidiert für den Gemeinderat in Oyten. Für die CDU steht sie auf Listenplatz 4. Sie will „etwas bewegen für die Menschen, die hier leben“.

Bassen – Zwischen Kälberpässe bestellen und Kartoffeln aufsetzen – auf dem Hof wird um Punkt viertel vor zwölf gegessen – nimmt sich Katja Podehl ein Stündchen Zeit zum Erzählen. Sonst sitzt die 56-Jährige vormittags nicht auf ihrem Balkon und genießt die grandiose Aussicht über die Felder und Wiesen von Tüchten. Eigentlich ist sie immer in Bewegung – gerne und viel für andere. „Ich tanze auf vielen Hochzeiten. Mit Ruhe habe ich Probleme“, gesteht Katja Podehl.

Insofern war ihre Familie, die in Bassen an der Tüchtener Straße einen Milchviehbetrieb bewirtschaftet, leicht beunruhigt, als Katja Podehl nach vielen Jahren intensiver Elternarbeit an der IGS Oyten die Schule jetzt sozusagen zusammen mit Sohn Niklas (16) verlassen und damit eine Aufgabe weniger hat. Keine Sorge: Die quirlige Multi-Tasking-Frau, die für den Familienbetrieb die Buchführung macht und tageweise als Modeverkäuferin bei Dodenhof arbeitet, hat das nächste gesellschaftliche Ehrenamt fest im Blick: Sie kandidiert auf Platz 4 der CDU-Liste für die Neuwahl des Gemeinderates in Oyten am 12. September.

Erfahrungen als beratende Bürgerin im Sozialausschuss gesammelt

Erste kommunalpolitische Erfahrungen hat sie schon als beratende Bürgerin im Sozialausschuss der Gemeinde gesammelt. Seit dieser Berufung durch die CDU nahm sie auch regelmäßig an den Fraktionssitzungen teil: „Die haben mich super abgeholt und mitgenommen.“ Jetzt will sie tiefer einsteigen und „Kraft, Elan und Schwung“ in die Politik vor Ort einbringen, um „etwas zu bewegen für die Menschen, die hier leben“. IGS und Kitas seien ihre thematischen Schwerpunkte. Aufgeschlossen sei sie für alle guten Ideen, auch wenn sie von anderen Parteien kämen: „Gut finde ich zum Beispiel die Idee, die Kinderspielplätze als Begegnungsorte für alle Generationen auszubauen.“

„Ich würde mir wahnsinnig wünschen, dass Leute mit Anliegen auf mich zukommen“, sagt Katja Podehl. Dieses „Katja, kannst du mal...?“ gebe ihr das Gefühl, „dass Menschen mir vertrauen“ und dass sie zu einer funktionierenden Gemeinschaft beitrage. Dieses Gefühl liebt und lebt sie auch zu Hause. Auf dem Hof mit 130 Milchkühen und etwa der gleichen Zahl an Kälbern aus eigener Nachzucht lebt die gebürtige Stralsunderin mit Mann, Sohn und Schwiegereltern, und „alle sind füreinander da“. Einschließlich ihrer Mutter und ihrer Tochter (31) samt Familie, die alle in der Nähe wohnen und oft auf dem Hof in Tüchten sind. Vor allem zusammen mit ihren drei und sechs Jahre alten Enkeln genießt Katja Podehl jeden Moment: „Kinder sind eine wahnsinnige Bereicherung.“ Daraus schöpfe sie Kraft.

Katja Podehl: „Ich sage, wenn mir etwas nicht passt“

In die Landwirtschaft kam die gelernte Bürokauffrau der Liebe wegen. Bis 2002 führte sie ein Hotel in Sachsen – und in dem nächtigte seinerzeit aus Anlass eines Wettbewerbs der Tüchtener Landwirt Michael Podehl, früherer Deutscher Meister und WM-Dritter im Leistungspflügen. „Es hat sofort gefunkt“, erzählt Katja Podehl. Ein Vierteljahr später brach sie alle Zelte in Sachsen ab und zog mit ihrer Tochter um. Erst in eine Wohnung nach Ottersberg, 2004 auf den Hof ihres frisch Angetrauten. Seitdem ist sie dort glücklicher Teil der Familie und des Betriebs.

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„Ich bin, wie ich bin, und sage, wenn mir etwas nicht passt“, beschreibt die 56-Jährige sich selbst. So will sie auch in der Politik kommunizieren: „Aussprechen, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Ehrlich zu reden, das hilft.“ Sie teilt die Werte der CDU, aber angesprochen werden und engagiert sein möchte sie „nicht als CDU-Frau, sondern als Mensch“. Und als Fachfrau: Landwirtschaftliche Probleme im gesellschaftlichen Bewusstsein zu verankern, ist ihr ein Anliegen. Tierhaltung oder Flächendüngung: „Wir kriegen immer mehr Auflagen – aber für unser Produkt nicht den Preis, den wir brauchen.“ Es könne nicht sein, sagt Katja Podehl, „dass Menschen von uns immer nur fordern, aber nicht bereit sind, im Laden angemessen für die Milch zu bezahlen“. Zwei, drei Cent mehr je Liter könnten einem Betrieb „den Hintern retten“, unterstreicht sie. „Die Tiere fressen ja jeden Tag gleich, egal ob es 28 oder 35 Cent für den Liter Milch gibt.“ Auch darüber sei zu reden – „geradeaus und ehrlich“.

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