Konzepte in Kürze spruchreif

Oyten stellt 1 Mio. Euro für neues Ortszentrum in Etat

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Die jahrelange plakative Ankündigung „Wir machen unser Oyten schöner“ will die Gemeinde 2018 einlösen. Für die Schaffung eines Marktplatzes rückwärtig der Hauptstraße und dessen Zufahrt soll der alte Aldi-Markt (rechts) wie lange angekündigt abgerissen werden. 

Oyten - Boulevards, Baugebiet und Busbahnhof sind lange fertig – und so langsam tastet sich Oyten an das Herzstück der vor zehn Jahren gestarteten städtebaulichen Ortskernsanierung heran: die Schaffung eines multifunktionalen Marktplatzes mit Aufenthaltsflair und umgebender Wohn- und Geschäftsbebauung mitten im Ort.

Seit fast sieben Jahren plakatiert die Gemeinde am immer noch nicht abgerissenen alten Aldi „Wir machen unser Oyten schöner“, aber auch im vorigen Jahr ließen die schon für 2016 angekündigten grundlegenden Planentscheidungen für die neue gute Stube hinter der Hauptstraße weiter auf sich warten. 2018 soll es nun vorangehen: 1 Mio. Euro stehen im kommunalen Haushaltsplan für den letzten und entscheidenden Schritt der städtebaulichen Um- und Neugestaltung bereit.

Mit den Haushaltsbudgets in seinem Zuständigkeitsbereich befasste sich am Mittwochabend im Oytener Rathaussaal der Gemeinderatsfachausschuss für Umwelt & Gemeindeentwicklung. In sein Ressort fallen rund 70 % aller Investitionen, die Oyten dieses Jahr auf dem Zettel hat. Zum Beispiel die beginnende energetische Sanierung der kompletten Straßenbeleuchtung mit Umrüstung von rund 1100 Lichtpunkten auf LED-Technik für insgesamt geplante 600 000 Euro sowie den lange geschobenen Straßenausbau Am Moor für 920 000 Euro – und eben besagte 1 Mio. Euro für die Weiterentwicklung des Ortskerns, die seit 2008 im Rahmen des Förderprogramms „Stadtumbau West“ zu zwei Dritteln von Bund und Land mitfinanziert wird.

Studien zu Verkehr und Einzelhandel

Eigentlich hätte die neue gute Stube im rückwärtigen Bereich der Hauptstraße längst fertig sein sollen, aber die Planungen waren schwieriger als gedacht. Zum einen verkehrstechnisch: Erschlossen werden soll der neue Marktplatz über das Areal, auf dem der alte Aldi-Markt dafür seines Abrisses harrt – das aber führt an der Stelle (schräg gegenüber der Stader Straße) auf der Hauptstraße zu einer Kreuzungssituation mit versetzten Straßeneinmündungen, gegen die die Landesstraßenbaubehörde erhebliche Bedenken hatte. Mit Hilfe eines zweiten Planungsbüros und dessen Machbarkeitsstudie wurde jetzt eine genehmigungsfähige Lösung für die Ampelkreuzung gefunden, wie Oytens Vize-Verwaltungschef Axel Junge gestern auf Nachfrage sagte. Auch das in Auftrag gegebene Einzelhandelskonzept sei fast fertig, so Junge.

Das wird mit Spannung erwartet, nachdem die ursprünglich im prämierten Architektenentwurf geplante Ansiedlung von kleinflächigem Facheinzelhandel rund um den Marktplatz zwischenzeitlich von der Politik als unrealistisch eingestuft wurde. Mit den Inhalten von Verkehrs- und Einzelhandelskonzept und den daraus folgenden Planungen für die neue Ortsmitte sollen sich die politischen Gremien der Gemeinde in den kommenden Monaten beschäftigen.

Eher als Startsignal denn als realistische Investitionssumme nahm der Fachausschuss am Mittwochabend den Betrag von 50 000 Euro für die Schaffung sicherer Überquerungsmöglichkeiten an neuralgischen Straßenabschnitten mit in den Haushaltsplan 2018 auf. Die einzige Gegenstimme kam von der AfD. Welche Maßnahmen konkret zur Genehmigung angemeldet werden sollen, will der interfraktionelle Arbeitskreis „Überquerungshilfen“ im Februar festlegen. Die Umsetzung einzelner Projekte wird dann jeweils in den politischen Gremien beraten und entschieden – allein für eine Querungshilfe an der Landesstraße Höhe Heidort in Bassen wird mit Kosten im sechsstelligen Bereich gerechnet.

„Was dabei rauskommt, das wird abenteuerlich“

Nicht in den Haushalt schafften es die 30 464 Euro, die die Überprüfung aller öffentlichen Gebäude der Gemeinde Oyten auf ihre Barrierefreiheit  durch ein Architekturbüro gekostet hätte – samt grober Kostenschätzung für erforderliche Umbauten an den 20 Gebäuden. Diese Überprüfung hatte der Ratsherr Mirko Ulrich (Die Linke) beantragt. Sprecher von CDU und SPD sahen keinen Sinn in einer Gebäudeuntersuchung, wenn an deren Ende eine ohnehin nicht auf einen Schlag zu stemmende Bauinvestionssumme zu erwarten sei. „Was dabei rauskommt, mag ich mir überhaupt nicht vorstellen. Das wird abenteuerlich“, schwante dem Ausschussvorsitzenden Bodo Becker (CDU). „Aber“, fügte er hinzu, „wir müssen da ran.“ Der Ausschuss begrüßte den praktikablen Vorschlag von Marcus Neumann (SPD), Barrierefreiheit in Kitas, Schulen, Sporthallen und Rathaus immer dann mit herzustellen, wenn ohnehin eine Sanierungs- oder Umbaumaßnahme am betreffenden Gebäude anstehe. Für einen Überblick erstellt das Bauamt jetzt für die Politik eine Liste aller Gebäude und mögliche Sanierungsanforderungen in den nächsten Jahren. 

 pee

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