Politik bringt Erweiterung auf den Weg

IGS Oyten baut für 3,83 Millionen Euro an und aus

Planungsgruppe in der IGS Oyten mit Banner zum Abitur 2021
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Vor ziemlich genau drei Jahren setzte die Planungsgruppe aus Lehrkräften, Schülern und Eltern (Archivbild) zum Endspurt an für einen reibungslosen Start der gymnasialen Oberstufe an der Integrierten Gesamtschule (IGS) Oyten. Heute bereitet sich der erste Jahrgang auf die Abiturprüfungen vor. Noch immer allerdings fehlen Räume für die Oberstufe. Deshalb hat die Gemeinde Oyten jetzt ein An- und Umbauvorhaben auf den Weg gebracht.

Oyten – Manchmal sind Irrungen und Verzögerungen zu etwas nütze. Die bauliche Erweiterung der IGS Oyten für die gymnasiale Oberstufe wurde fast zwei Jahre lang hin und her beraten, und der am Ende für gut befundene Plan, der ganz anders aussieht als anfangs gedacht, ist „erst dank dieses Prozesses entstanden“, so Daniel Moos, Fachbereichsleiter in der Gemeindeverwaltung.

Am Montagabend gaben auch die Politiker im Schulausschuss des Rates dem Plan ihren Segen. Danach soll nun schnellstens Architekt Peter Bischoff (Fischerhude) beauftragt und der Bauantrag gestellt werden. An- und Umbau für geschätzte 3,83 Millionen Euro sollen im Frühsommer starten und Ende 2022 fertig sein.

Der 14-köpfige Schulausschuss tagte unter Vorsitz von Hubert Dapper (Grüne) zusammen mit Verwaltungsvertretern und Zuhörern in einem Mix aus Videokonferenz und teilweiser Präsenz im Rathaussaal. Die Sprecher von SPD, CDU, Grünen und FDP befürworteten die von Daniel Moos vorgestellte Planung, nur AfD-Vertreter Ingo Köhn lehnte aus finanziellen Erwägungen die bauliche Erweiterung der IGS ab.

Zuerst sei das Raumprogramm für die schon im dritten Jahr laufende Oberstufe gemeinsam mit der Schule entwickelt worden, erinnerte Moos. Ein Architektenwettbewerb habe zunächst unzulängliche Ergebnisse für die bauliche Umsetzung geliefert. Im weiteren Bearbeitungsprozess hatten sich Moos zufolge „weitere Baustellen“ aufgetan: vor allem in Gestalt der sanierungsbedürftigen naturwissenschaftlichen Fachräume. Die sind in dem über Jahrzehnte immer wieder aus- und umgebauten Schulkomplex über die Trakte verteilt, teils nicht barrierefrei erreichbar und zumeist nicht mehr zeitgemäß.

Also formulierten Gemeinde, Schule und Architekt als neues gemeinsames Planungsziel, „eine Gesamtlösung für die IGS zu finden“: zusätzliche Unterrichtsräume für die gymnasiale Oberstufe und moderne, möglichst gebündelte Naturwissenschaftsräume. Daraus erwuchs der Plan, in einem eingeschossigen neuen Anbau am D-Trakt auf gut 900 Quadratmetern keinen Jahrgang unterzubringen – sondern je zwei Fachräume für Physik, Chemie und Biologie, zwischen denen immer ein Raum für die jeweilige naturwissenschaftliche Sammlung liegt. „Ein kleines naturwissenschaftliches Zentrum“, wie Bürgermeisterin Sandra Röse es nennt.

Die dadurch freiwerdenden Räume im Bestand werden zu allgemeinen Unterrichtsräumen umgebaut, die der inzwischen bis zum Jahrgang 13 hochgewachsenen Gesamtschule noch fehlen.

Diese Gesamtlösung stelle nicht nur die Schule zufrieden, sondern sei mit 3,83 Millionen Euro auch die finanziell günstigste Variante, unterstrich Moos. Zudem habe sich die IGS bereiterklärt, auf eine Übergangslösung in Mobilbauweise zu verzichten, wenn das Neubauvorhaben jetzt sofort auf den Weg gebracht werde. Damit spare die Gemeinde rund 500 000 Euro für die Anmietung von Raumcontainern. „Deshalb sollten wir jetzt schnell zum Bauantragsverfahren kommen“, appellierte Moos an die Politik. Parallel solle mit dem Landkreis über dessen finanzielle Beteiligung nachverhandelt werden.

Die Ratsvertreter folgten der Argumentation, äußerten teils aber auch leise Skepsis. Die Zusammenlegung der Naturwissenschaftsräume ergebe Sinn, sagte Andreas Dotzauer (FDP), aber jüngste Erfahrungen der Gemeinde mit Bauunternehmen zeigten ja, dass eine gewünschte „flotte Bauausführung“ sich unendlich hinziehen könne. Eine Komplettlösung für 3,83 Millionen Euro: „Ist das wirklich der Endpreis für alles oder kommt da noch was?“, fragte Ralf Großklaus (SPD) zweifelnd. „Unvorhergesehenes kann immer passieren“, entgegnete Moos. Aber die von Fachplanern ermittelten Kosten „können wir guten Gewissens präsentieren“.

Das Ringen um einen Kompromiss habe sich gelohnt, „das ist ein vernünftiges Ergebnis“, sagte CDU-Fraktionschef Kai Grönke und wollte das Projekt „heute beschließen und auf den Weg bringen“. Die Politik stehe bei der Schule im Wort. „Ein schöner Kompromiss“, fand auch Hubert Dapper und kündigte die Zustimmung seiner Grünen-Fraktion an.

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