Johannes Grote feiert 90. Geburtstag

„Hut ab vor deiner Lebensleistung!“

Zum 90. Geburtstag nahm Johannes Grote viele Glückwünsche entgegen
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Zum 90. Geburtstag nahm Johannes Grote (r.) unter anderem auch die Glückwünsche von Hermann Wahlers, seinem Nachfolger als Oytener Gemeindearchivar, entgegen.

Oyten – Gleich vier feierliche Veranstaltungen seien ihm dieses Jahr vergönnt, sagte Johannes Grote mit seinem feinen Lächeln und spürbarer Dankbarkeit. Der Verabschiedung als ehrenamtlicher Gemeindearchivar im Mai folgte im September die diamantene Hochzeit mit seiner Frau Christa und vorigen Sonntag die Kronjuwelenkonfirmation in St. Petri. Den Schluss- und Höhepunkt seines persönlichen Festreigens setzte am Mittwoch der Empfang, zu dem Johannes Grote aus Anlass seines 90. Geburtstags in den „Alten Krug“ eingeladen hatte.

Vertreter von Landkreis, Gemeinde und Vereinen ehrten Grote, der zeitlebens an vielen Stellen in und für Oyten engagiert war, in verschiedenen Festansprachen. Den Tenor brachte Hermann Wahlers, Grotes Nachfolger als Gemeindearchivar, auf den Punkt: „Hut ab vor deiner Lebensleistung!“

Grote selbst wollte seine rund 80 Gäste und Gratulanten nicht mit weiteren Ausführungen zu seinem Lebenslauf „langweilen“, wie er sagte. Nur so viel: Der schönste Tag in seinem Leben sei der Hochzeitstag mit seiner lieben Frau Christa gewesen: „Sie ist mein Rückhalt und meine beste Beraterin.“

Am 27. Oktober 1931 in Oyten geboren, hatte Grote nach dem Schulabschluss in der elterlichen Landwirtschaft zu arbeiten begonnen. Als Landjugendvorsitzender lernte er bei Bezirkstagungen seine spätere Frau Christa aus dem Kreis Stade kennen. Die beiden haben zwei Kinder, Tochter Ulla und Sohn Thomas, und heute drei Enkel. Die Aufgabe der Landwirtschaft 1969 sei die schwerste Entscheidung seines Lebens gewesen, sagt Grote rückblickend. Der Landwirtschaftsmeister wechselte zur Sparkasse und leitete nach seiner Ausbildung bis zur Rente 1993 die Filiale Oyten-Süd.

Neben seinem Berufs- und Familienleben war Johannes Grote Vieles: Geschäftsführer des Rinderbesamungsvereins, geselliger Freund in Doppelkopf- und Kegelclubs, Kirchenvorsteher in St. Petri, Trabrennfahrer beim Reitverein Grabensee Achim, Leichtathletikwart beim TV Oyten, Kreismeister im 5000-Meter-Lauf, Erntefest-Organisator der Dorfjugend, Schützenkönig und Feuerwehrmitglied. Zu seinen Ehrenämtern für die Gemeinde und ihre Menschen gehörten lange Jahre das des Schiedsmannes sowie das des Heimatarchivars.

2004 hielt Grote die Festrede zur 800-Jahr-Feier Oytens und gab eine in sechsjähriger Arbeit akribisch recherchierte Höfechronik heraus. Neben „800 Jahre Oyten“ gehören „Düt un dat up Hooch un Platt“ und „Historische Wanderung durch Alt-Oyten“ zu seinen Buchveröffentlichungen. Auch an den Chroniken zu 100 Jahre TV Oyten und 150 Jahre St.-Petri-Kirche in Oyten wirkte Grote maßgeblich mit. 20 Jahre lang leitete der heutige Ehrenvorsitzende den Heimatverein Oyten, mit dem er 1989 die Einweihung des aus alten Gebäudeteilen neu geschaffenen Heimathauses feierte.

„Welch ein Lebenslauf. Auch nach der Berufstätigkeit bist du fast noch mal ein ganzes Berufsleben lang ehrenamtlich tätig gewesen und hast dir unglaublich viele Verdienste erworben – besonders auch um den Erhalt der plattdeutschen Sprache“, sagte Regina Tryta in ihrer Laudatio zu Johannes Grote. Die Erste Kreisrätin gratulierte im Namen des Landkreises Verden und hat übrigens einst selbst ihre Plattdeutsch-Kenntnisse in einem Kurs bei Grote erworben.

Ratsvorsitzender Günter Block-Osmers überbrachte die Glückwünsche der Gemeinde Oyten und der erkrankten Bürgermeisterin Sandra Röse. Bei allen Leistungen und Verdiensten sei Grote immer als Teamplayer aufgetreten: „Alle mitzunehmen und mitzureißen, das ist deine große Stärke“, hob Block-Osmers hervor und erklärte abschließend: „Auf dein bürgerschaftliches Engagement für die Gemeinde können wir alle stolz sein.“

Die Facette Familie in Grotes bewegtem Leben beleuchtete sein Sohn Thomas für die Gäste. Denn neben allem anderen sei der 90-Jährige noch etwas ganz Besonderes – „der allerbeste Vater dieser Welt“.

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