Hinreißendes Heimspiel

„Swingin’ Fireballs” von Oytener Fangemeinde bei Konzert im Rathaussaal umjubelt

Die „Swingin’ Fireballs” rissen ihr Publikum im gut gefüllten Oytener Rathaussaal mit.

Oyten - Die Bühne im Oytener Rathaussaal ist klein im Vergleich zu den internationalen Locations, die die „Swingin’ Fireballs” inzwischen weltweit erobert haben. Aber nicht zu klein, wenn sich die Bremer Band vom heimischen Stammpublikum feiern lassen möchte. Am Sonntagabend gastierten die „Fireballs“ zum 10. Mal auf Einladung der Blaskapelle Oyten in ihrer direkten Nachbarschaft, wo ihnen das Publikum seit Jahren zu Füßen liegt. Und es wurde einmal mehr ein hinreißendes Heimspiel.

André Rabini. 

Die Konzerte der „Swingin’ Fireballs” beginnen stets mit einer Art geheimnisvollem Ritual. Sänger und Conferencier André Rabini schnippt mit den Fingern, die Bläser setzen ein, das Piano und der Drummer kommen dazu – und das Publikum fängt an zu swingen. Wenn Rabini dann mit seiner samtigen Stimme Dean Martin in seinen besten Jahren interpretiert, umschmeichelt er die Ohren seiner Zuhörer. Er schnurrt, er flüstert und gurrt, er lässt nichts aus, was seine Vorbilder so berühmt gemacht hat, wenn er „Mona Lisa“ besingt oder Louis Armstrongs „Wonderful World“. Bei schnellem Rhythmus leistet er eine unglaubliche Beinarbeit. Sein ganzer Körper drückt die Musik aus, die die Band vorgibt. Dabei ist er in seiner Rolle als Frontman stets darauf bedacht, den Instrumentalisten nicht die Show zu stehlen. Hat er den Applaus für seinen Part in der Tasche, verlässt er die Bühne, um der Band mit ihren sieben Ausnahme-Musikern das Feld zu überlassen.

Mit einem Bikini aufgehübschten Instrument

Auf dem Fundament der permanent Druck machenden Rhythmusgruppe entfaltete sich der wie aus einem Guss agierende Bläsersatz mit der gewohnt beeindruckenden Präzision. Die „Fireballs” präsentieren ein ganze Reihe neuer, in Oyten noch nicht gehörter Arrangements, darunter mehrere Solotitel. Den Anfang macht Holger Becker, der erste Trompeter, nebenbei musikalischer Leiter der Blaskapelle Oyten, mit dem in atemberaubendem Tempo vorgetragenen „Green Hornet”. Stefan Reich, der neue Basser der Mini-Bigband, demonstriert an seinem mit einem Bikini sexy aufgehübschten Instrument seine Beherrschung der Slap-Bass-Technik. Es folgt Volker Bruder mit der Klarinette und einer anrührenden Version von „Joseph Joseph” bzw. „Sie will nicht Blumen und nicht Schokolade”. Und schließlich bringt Matze Schinkopf die Zuhörer außer Fassung mit einem furiosen Solo zu „Big Noise from Winnetka” – ausgerechnet auf einer Blockflöte, einem offenbar arg unterschätzten Instrument. 

kr

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