Hermann Grashoff aus Bassen ist Europameister der Rassegeflügelzüchter

Richtige Pflege, Erfahrung und ein Quäntchen Glück

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Hermann Grashoff verfügt über eine beeindruckende Trophäensammlung.

Bassen - Der Titel Europameister ist für Hermann Grashoff aus Bassen noch gar nicht so richtig greifbar. Amtlich ist es, dass der 76-jährige diesen Titel auf der Europaschau für Rassegeflügelzüchter im französischen Metz errungen hat, nur die Auszeichnung lässt noch ein bisschen auf sich warten.

„Weil ich mit meinen schwarzen Ostpreußischen Werfern in der Konkurrenz alleine stand, wurde ich mit anderen Rassen zusammen gewertet. Da habe ich mir keine großen Chancen ausgerechnet“, sagte der Bassener. Doch am Ende reichte es zum großen Titel. Eine Grashoff-Taube wurde sogar noch als beste Taube zum Europachampion gekürt.

Grashoff ist die Taubenzucht praktisch mit in die Wiege gelegt worden. Sein Vater war schon Taubenzüchter. „Mit 14 Jahren habe ich mir eigene Tauben gekauft“, erzählt Hermann Grashoff. Ostpreußische Werfer in Schwarz hatte er vor fast 60 Jahren in Etelsen auf einer Schau entdeckt. „Der Züchter war Ostpreuße“, erinnert sich Grashoff, nur den Namen hat er vergessen. Seitdem züchtet Grashoff diese Rasse. Irgendwann sind noch die Farbenschläge Rot und Gelb dazu gekommen. Heute umfasst die Zucht rund 100 Tauben, die in vier Schlägen untergebracht sind.

Bei der Bewertung der Taube kommt es, neben der Farbe, Form und Fußbefiederung, besonders auf die Gefiederhaube am Kopf und die Federrosette an. Doch dazu bedürfe es einer sehr großen Pflege, viel züchterischer Erfahrung und eines Quäntchens Glück beim Zusammenpaaren der Tauben, so der Bassener Züchter.

Als Grashoff noch berufstätig beim Straßenbauamt war, mussten die Zucht und das Ausstellen oft zurückstecken. Ein weiteres Hobby war viele Jahre die Nummer Eins bei den Grashoffs: Der Fußball in Bassen. Er selbst als Spieler, dann als Trainer seiner drei Jungs und viele Jahre als Betreuer der 1. Herren- oder Altliga-Mannschaft. So stand die Rassegeflügelzucht nur an zweiter Stelle. Das änderte sich mit dem Eintritt ins Rentenalter. „Ein tolles Hobby, das einen fordert und beschäftigt, aber auch für den nötigen Ausgleich sorgt. Tiere beim Heranwachsen beobachten, ist doch eine der schönsten Sachen überhaupt“, findet Grashoff.

Der Europameistertitel war in dieser Ausstellungssaison, die von Oktober bis Anfang Januar dauert, nicht der einzige große Erfolg. Grashoff erhielt auch das Blaue Band von Hannover – eine Trophäe, die viele Züchter gerne einmal im Leben erringen würden. Jetzt hängt es wie viele andere Bänder am Treppenaufgang im Flur.

Bei seinem Stammverein, dem Geflügelzuchtverein Ottersberg, ist Grashoff amtierender Vereinsmeister. Sehr aktiv ist der Taubenfreund aber auch im Rassetaubenverein Aller-Land in Verden. Der Verein feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen und hatte für die Mitglieder eine Fahrt zur Europaschau nach Metz organisiert. An eine Verdener Schau in den 70er-Jahren kann sich Grashoff noch genau erinnern: „Dort haben sie mir mal eine Taube geklaut. Als ich zur Voliere kam, war sie leer. Das Tier ist nie wieder aufgetaucht“.

Die gute Seele an Hermann Grashoffs Seite ist seine Frau Regina. Sie begleitet ihn zu vielen Ausstellungen, war auch mit in Frankreich. Wenn er unterwegs ist, weiß Grashoff seine Tauben in guten Händen: Der eine Sohn ist Brieftaubenzüchter und der andere beschäftigt sich mit Kanarienvögeln. Ein Rückhalt, der offenbar Zuversicht gibt. „So lange ich kann, werde ich weiter züchten und ausstellen“, so Grashoff.

Eine besondere Schau steht im Januar mit der Niedersachsenmeisterschaft in Verden an. Und für dieses Wochenende hat Grashoff zehn Tauben bei der 80. Geflügelausstellung in Morsum gemeldet. Dort geht es nicht um die ganz großen Preise; es ist eher ein Treffen Gleichgesinnter. „Man hofft aber immer auf eine gute Bewertung“, sagt Grashoff mit einem schelmischen Lächeln.

ha

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