IGS Oyten schickt Schüler los

Herausforderung – Klappe, die Zweite

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Zur ersten „Herausforderung“ brachen Schüler der IGS Oyten 2016 auf. In den nächsten drei Wochen geht es für rund 60 Gruppen erneut darum, eine selbst gesetzte Aufgabe zu planen und allein oder in der Gruppe anzugehen.

Oyten - Von Lisa Duncan. Nach Spanien, genauer gesagt nach Mallorca, fährt die 14-jährige Jana Platt jedes Jahr mit ihren Eltern in Urlaub. Eine Gewohnheit, mit der die Schülerin, die die neunte Klasse an der Integrierten Gesamtschule (IGS) Oyten besucht, gewiss nicht allein dasteht.

In den nächsten drei Wochen hingegen schon, denn die Jugendliche wird am Sonntag auf eigene Faust auf die Mittelmeerinsel fliegen, um dort in einem internationalen Kindergarten zu arbeiten. Eine von etwa 60 „Herausforderungen“, die Schüler an der IGS Oyten nun angehen werden.

Auf ihre Aufgabe scheint die 14-Jährige gut vorbereitet zu sein. Seit der sechsten Klasse hat sie Spanischunterricht und auch der Umgang mit Kindern ist ihr nicht fremd: In der achten Klasse hat sie im Rahmen des IGS-Projekts „Verantwortung“ schon zwei Stunden wöchentlich im Kindergarten Pestalozzistraße ausgeholfen. 

Mit ihren Eltern war sie während des Sommerurlaubs schon vor Ort gewesen, um sich vorzustellen. „Das war auch für meine Eltern beruhigend zu sehen, in was für einem Umfeld ich arbeite.“ Auch eine Gastfamilie, die neben spanisch auch deutsch und englisch spricht, war schnell über mallorquinische Bekannte ihres Vaters organisiert. 

Dass sie allein fährt, macht Jana Platt gar nicht nervös: „Was soll schon schief gehen?“, blickt sie ihrer Aufgabe gelassen entgegen. Etwas Unvorhergesehenes könnte sie dennoch am Zielort erwarten: „Der Kindergarten sucht zufällig gerade eine neue Unterkunft, vielleicht muss ich dann mit umziehen. Das könnte spannend werden.“

Kommunikations- und Teamfähigkeit stärken

Koordinatorin des Projekts „Herausforderung“, das bereits im zweiten Jahr an der IGS läuft, ist Lehrkraft Maria Schmidt. „Ziel dabei ist, dass die Schüler die Möglichkeit wahrnehmen, eine Vision zu entwickeln und zu verfolgen, sich Ziele zu stecken, persönliche Herausforderungen zu bestehen und dabei wichtige Erfahrungen der Selbstwirksamkeit zu machen“, erklärt Schmidt. „Und es bietet ihnen eine authentische Möglichkeit, ihre Team- und Kommunikationsfähigkeiten zu schulen“, betont Schmidt.

Dabei passiere das Spannende oft im Vorfeld, wenn darum gerungen werde, dass keiner aus den Gruppen aussteigt. „Viele kommunizieren über das Medium WhatsApp und teilweise muss man darum kämpfen, dass persönliche Gespräche zustande kommen“, so Schmidt. Dadurch, dass die Planungen schon ein Dreivierteljahr vorher starten, stellt die Schule eine umfassende Vorbereitung sicher.

Präsentation der Projekte am 1. September

Am 1. September präsentieren die Schüler ihre Projekte. Schmidt erinnert sich an das vergangene Jahr: „Vielen merkte man die Begeisterung an – nur wenige waren hinterher komplett enttäuscht.“ Selbst da, wo es nicht so läuft wie erwartet, berge das oft die Erkenntnis, wie hilfreich Zusammenhalt im Team sein kann.

Insgesamt werden 13 Gruppen ins Ausland reisen und mehr als 46 Gruppen innerhalb ganz Deutschlands unterwegs sein – und zwar per Flugzeug, Bahn, Bus, Fahrrad, Motorbooten, Kajaks, zu Pferde oder zu Fuß.

Direkt vor der Haustür bleiben die Zehntklässler Johannes Lork und Florian Hinsch: Sie wollen einen Wümme-Arm in Fischerhude renaturieren. „Damit tue ich auch etwas fürs Dorf“, begründet Lork seine Zielsetzung. Darauf gekommen ist er durch seinen Vater, der im Anglerverein ist und das Gewässer für den Angelsport nutzt. 

Dabei fiel ihm auf, dass der Fluss an manchen Stellen richtig zugewachsen ist. Nun wollen die beiden 16-Jährigen einem etwa 20 Meter langen Stück des Wümme-Arms zu Leibe rücken. Ihr Einsatz soll das Gewässer wieder besser fließen lassen und den Sauerstoffgehalt normalisieren.

Rakete wird gebaut

Eine völlig anderes Problem birgt das Projekt „CanSat“ mit Physik- und Techniklehrer Dieter Schmidt. Die Aufgabe besteht darin, eine Rakete vom Durchmesser einer Cola-Dose bauen. Im Rahmen eines bundesweiten Wettbewerbs wird sie auf dem Segelflugplatz in Rotenburg rund 1000 Meter in die Höhe geschossen und erhebt auf ihrem Flug Daten, die die Schüler auch selbst auswerten. 

„Das ist ein Umwelt-Satellit, der CO2, Ozon, Luftfeuchtigkeit, -temperatur und -druck messen soll“, erklärt Schmidt. 17 Schüler beteiligen sich an dieser „Herausforderung“. „Der harte Kern besteht aber aus drei Neuntklässlern, Alexander Graudenz, Jasper Klages und Kjell Johannsen, die ich aus dem Unterricht heraus gefragt habe. Die anderen übernehmen Zuarbeiten“, sagt Schmidt. Unterstützt wird das Projekt finanziell vom Rotary Club Oyten und thematisch vom „Hacker Space Bremen“.

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