Henning Kothe begeistert das Oytener Publikum mit Entertainment und Opernarien

Plattsnacker mit „Walking-Piano“

+
Dr. Henning Kothe, Internist, Opernsänger und furioser Plattsnacker, strapazierte die Lachmuskeln seines Oytener Publikums.

Oyten - Opernarien mit einem umwerfenden Tenor, plattdeutsches Entertainment und jungenhafter Charme – wie passt das zusammen? Wunderbar – und es reißt das Publikum von den Stühlen, wenn es von dem aus Oyten stammenden Hamburger Internisten Dr. Henning Kothe serviert wird. Am Freitagabend hatte der Heimatverein Oyten in den Rathaussaal eingeladen, um dem komödiantischen Kraftwerk von der Elbe eine große Bühne zu geben – und die war auch notwendig, denn die Diele des Heimathauses hätte nicht ausgereicht, um Kothe mit seinem Equipment ausreichend Raum zu geben und das zahlreiche Publikum unterzubringen.

Der Abend begann überraschend, denn als Einleitung sang Kothe Opernarien von allerfeinster Qualität und stellte seine geschulte Stimme unter Beweis. Wer nun geglaubt hatte, die Veranstaltung würde sich auf dem Niveau klassischer Musik fortsetzen, irrte. Fast unmerklich wechselte der Künstler ins Comedy-Fach. Auf der Bühne war ein zunächst unentdecktes „Walking-Piano“, das größte Klavier der Welt, aufgebaut, das Kothe mit den Füßen bediente und dem er Töne entlockte, als säße er an einem ganz normalen Klavier. Er hüpfte sportlich darauf herum, was zunächst etwas planlos aussah, sich aber dann als sehr brauchbare Melodie entpuppte. Kothe rekrutierte ganz spontan einen Herrn aus der ersten Reihe, der sich nicht lange bitten ließ, dieses Spektakel mitzumachen. „Ich trete die Klassik quasi mit Füßen“, scherzte er und hatte sichtlich Spaß.

Dabei erklärte Kothe dem begeistert applaudierenden Publikum, dass er schon als fünfjähriger Bengel anfing, klassische Musik zu lieben, und dass er sehr gerne Opernsänger werden wollte, was seine Familie sehr befremdlich fand. Auch in der Schule hatte er es mit dieser Leidenschaft nicht leicht und so musste ein Brotberuf her. Konkret hieß das: Er studierte Medizin.

Mit dem Publikum korrespondierend, wechselte Kothe mehr und mehr in die plattdeutsche Sprache und amüsierte sich köstlich, wenn sich das Publikum angesichts seiner Perfektion verblüfft zeigte. Plattdeutsch, so erklärte er, sei neben der klassischen Musik schließlich seine zweite Leidenschaft. Der Entertainer reihte Witze, Lebensweisheiten, nachdenkliche Alltagsbetrachtungen und dann wieder urkomische Dinge zu einem Ganzen aneinander, das ihm sein Publikum zu Füßen liegen ließ. Immer wieder floss die eine oder andere Arie ein, denn Dr. Henning Kothe ist nicht nur als Internist erfolgreich, sondern auch als gefragter Tenor auf großen Musikveranstaltungen und als plattdeutscher Comedian deutschlandweit. Als grandioses Multitalent, das sein Publikum mitzureißen versteht, war Kothes Auftritt in Oyten eine Art Heimspiel, mit dem der Heimatverein als Gastgeber einen Volltreffer landete.

kr

Mehr zum Thema:

Perfekte Podolski-Party: Traumtor und Sieg gegen England

Perfekte Podolski-Party: Traumtor und Sieg gegen England

Die besten Bilder vom ruhmreichen Podolski-Abschied 

Die besten Bilder vom ruhmreichen Podolski-Abschied 

Polizei: Vier Tote und mindestens 20 Verletzte in London

Polizei: Vier Tote und mindestens 20 Verletzte in London

Werder gewinnt gegen Oldenburg und verliert Eilers

Werder gewinnt gegen Oldenburg und verliert Eilers

Meistgelesene Artikel

Beatclub rockt die Verdener Stadthalle

Beatclub rockt die Verdener Stadthalle

Glockenspiel: Zwei Jahre Pause beendet

Glockenspiel: Zwei Jahre Pause beendet

Bis Ende Mai ist noch Geduld gefragt

Bis Ende Mai ist noch Geduld gefragt

Täglich Wein und Bier für Patienten erster Klasse

Täglich Wein und Bier für Patienten erster Klasse

Kommentare