Großes Lanz Bulldog-Treffen auf dem Backsberg inklusive U-Boot-Motor

Klang, Kraft und einfach Kult

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Ein bisschen Patina? Na, gut: Rost. Das macht einen alten Bulldog aber nicht uninteressanter.

Oyten - Der Boden vibrierte. Als stünde man auf einem Schiffsdiesel. Das tiefe Poltern der Motoren begrüßte einen sofort. Und dann eröffnete sich dem Besucher auf einmal eine ganze andere Welt. Denn wo das Auge auch hinschaute: nur Stahlrösser.

Ob poliert, verrostet, klein, groß, wenig PS oder viele PS, uralt oder weniger alt, der Anblick von Lanz Bulldog-Schleppern und anderen alten Landmaschinen faszinierte. Zu Pfingsten hatten die Oytener Lanz Bulldog- Freunde zum großen Treffen auf den Backsberg eingeladen. Zugleich feierten die Gastgeber hier 40. Vereinsjubiläum. Dazu organisierte der Verein zusätzlich Rundflüge mit dem Hubschrauber.

Drei Tage lang lockte das Stahlross-Vergnügen Menschenmassen von mehreren tausend Besuchern an, stand die Zuverlässigkeit auf vier Rädern der ehemaligen Mannheimer Schlepperschmiede Lanz im Focus.

Alle zwei Jahre veranstalten die Oytener eines der ältesten Treffen im Bundesgebiet. 700 Lanz-Begeisterte reisten aus dem ganzen Bundesgebiet an, um mit anderen ins Gespräch zu kommen, aber auch um zu zeigen, welche Schönheiten man so fährt.

„Der Besuch ist einfach großartig. Ich bin überwältigt. Das ist auch der Verdienst unseres gesamten Vereins mit 50 Mitgliedern“, strahlte Kai-Uwe Böschen, Vorsitzender des Oyter Clubs. „Wir zeigen das Dreschen sowie die Feld- und Torfbearbeitung mit Maschinen und Pferden wie vor 100 Jahren. Die Besucher sehen, wie Landwirtschaft vor Generationen harte, körperliche Arbeit war.“ Und er schob nach: „Unser Verein hat einen großen Zulauf an Jugendlichen derzeit. Wir suchen daher eine Halle oder Scheune, wo wir unsere Geräte unterstellen können.“

Lanz Bulldog-Treffen auf dem Backsberg in Oyten

Michael Lieb und Holger Reiß präsentierten die Dreschmaschine aus dem Jahr 1948. Oben in den Spalt legte Lieb das Korn rein. Mittels Förderband zog die Maschine das Korn rein, trennte die Ähren und warf das Stroh aus, das Reiß aufgabelte und anhäufte. „Das Stroh benutzt man zur Tierstreu“, sagte Lieb.

Wer durch die endlosen Gänge vorbei an den glänzenden Stahlrössern ging, die aufgereiht neben einander standen, der ahnte, welche Energie in ihnen schlummert.

Immer wieder versammelten sich Erwachsene in Grüppchen an einem Lanz, wenn der Besitzer den Schlepper anließ. Höhepunkte des Treffens waren die zahlreichen Vorführungen auf dem Gelände oder die Feldbearbeitung auf einem Acker neben dem Ausstellungsgelände. Hier sahen Gäste das Ackern mit Kaltblutpferden und Stahlrössern. Auch eine Moorraupe schob sich kraftvoll durch die Furchen.

Bei den Zuschauern funkelten die Augen, als sie vor den historischen Maschinen der Marken Lanz oder Deutz standen und deren Kraft hörten und spürten Wie Lorne Zielke, der neben seinem Deutz-Industriemotor stand. „Den baute man 1940 in ein U-Boot ein. Das Stück wiegt fünf Tonnen“, berichtete er. Da war er dann doch noch, der Schiffsdiesel.

woe

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