Gestriger „Tag des Judo“ an Grundschule Oyten führt Kinder an Sportart heran

Gut fürs Selbstbewusstsein

+
Mit dem Meister-Judoka auf die Matte ging’s gestern in der Grundschule.

Oyten - Gestern Vormittag stand an der Grundschule Oyten fast alles im Zeichen von Fuß- und Grifftechniken, von Dan-Graden und dem unbedingten Respekt vor dem sportlichen Gegner. Der „Tag des Judo“ brachte rund 140 Schülerinnen und Schüler der zweiten bis vierten Klassen auf die Matte.

Sportarten, die nicht regelmäßig über den Bildschirm flimmern, sondern nur alle Jubeljahre, vorzugsweise bei den Olympischen Spielen, geraten ins Hintertreffen, wenn der Nachwuchs fehlt. Der Deutsche Judo-Bund zum Beispiel vermeldet sinkende Mitgliederzahlen und hat auch deshalb das riesige Reservoir der Schulen als Talente-Pool entdeckt. Im Zusammenwirken von Vereinen und Schulen soll das Interesse für diese traditionelle Art der Selbstverteidigung geweckt werden. Für die erste Kontaktaufnahme mit dem Judosport ist in Oyten kaum jemand besser geeignet als Andreas Pajer. Der Träger des Schwarzen Gürtels – im Judo das Zeichen für einen Meistergrad – war erst vor einigen Wochen bei der Senioren-WM in Amsterdam nur knapp am späteren Weltmeister gescheitert.

Pajer, der gestern beim Judotag an der Grundschule Oyten von den beiden ausgebildeten Trainern Jennifer und Sven des „Enjoy Judo“ unterstützt wurde, liegt die Förderung des Nachwuchses besonders am Herzen. Dreimal die Woche trainiert er Jugendliche. Dabei ist für ihn die sportliche Förderung nur ein Teil-aspekt. Genauso wichtig seien persönlichkeitsbildende Einflüsse: „Der Judosport stärkt das Miteinander, vermeidet Aggressionen und hilft Selbstbewusstsein aufzubauen“, sagt Andreas Pajer.

Um es im Judo weit zu bringen, ist nicht unbedingt eine außergewöhnliche Begabung für die spezifischen Anforderungen der Selbstverteidigung notwendig: „Judo ist ein Trainingssport“, weiß der Inhaber des dritten Dan. Fleiß, die richtige Einstellung zum Sport und Ausdauer sind für den sportlichen Erfolg häufig wirkungsvoller als reines Talent.

Als einer der ersten Grundschüler durfte Christopher den Meister-Judoka auf die Matte werfen: „Das war ganz schön schwierig“, staunte der Achtjährige, der sich nach vollbrachter Tat stilgerecht verbeugte und seinen Kampfanzug richtete. Noch spielt Christopher nur Fußball: „Aber Judo ist toll.“ Und jetzt? „Muss ich Mama fragen...“

häg

Mehr zum Thema:

Onigiri: die japanische Pausenstulle für unterwegs

Onigiri: die japanische Pausenstulle für unterwegs

Niederlande verlieren erneut - Schweden dreht Spiel: 3:2

Niederlande verlieren erneut - Schweden dreht Spiel: 3:2

Kunstdiebstahl im Bode-Museum: Keine Spur von 100-Kilo-Münze

Kunstdiebstahl im Bode-Museum: Keine Spur von 100-Kilo-Münze

Christine Kaufmann (†): Bilder aus ihrem Leben

Christine Kaufmann (†): Bilder aus ihrem Leben

Meistgelesene Artikel

Naturschutz und persönliche Erinnerung verknüpft

Naturschutz und persönliche Erinnerung verknüpft

Olaf Lies über Störtebeker: „Robin Hood der Seefahrer“

Olaf Lies über Störtebeker: „Robin Hood der Seefahrer“

„Achim ist jetzt Teil der Coca-Cola-Familie“

„Achim ist jetzt Teil der Coca-Cola-Familie“

Mit 2,24 Promille in einen Vorgarten

Mit 2,24 Promille in einen Vorgarten

Kommentare