Gemeinde baut Sagehorner Tennishalle und altes Bassener Feuerwehrhaus um

450.000 Euro für drei neue Flüchtlingsunterkünfte

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Das alte Bassener Feuerwehrhaus wird zur Flüchtlingsunterkunft umgebaut.

Oyten - 450.000 Euro investiert die Gemeinde Oyten in den nächsten Wochen in den Ausbau von drei ungenutzten alten Immobilien zu Flüchtlingsunterkünften. Umgebaut werden die alte Sagehorner Tennishalle und das frühere Bassener Feuerwehrhaus, beides im Eigentum der Gemeinde, sowie ein gewerbliches Mietobjekt an der Rudolf-Diesel-Straße im Gewerbepark.

Etwa 130 Flüchtlinge und Asylbewerber sollen in den drei Unterkünften Platz finden. Refinanzieren sollen sich die Baumaßnahmen innerhalb von drei Jahren durch die Mietzahlungen des Landkreises Verden, der für die Flüchtlingsunterbringung zuständig ist. 100.000 Euro hatte Oyten ohnehin schon vorsorglich im kommunalen Haushaltsplan 2016 für bauliche Erfordernisse dieser Art eingeplant – die überplanmäßige Bereitstellung von weiteren 350.000 Euro für besagte Umbauten genehmigte der Gemeinderat in seiner Sitzung am Montagabend im Rathaussaal einstimmig (bei zwei Enthaltungen aus Reihen der CDU-Fraktion).

Mit der Zuweisung von weiteren 1400 Geflüchteten rechnet der Landkreis bis zum 1. April. „Etwa zehn Prozent davon müssen wir in Oyten unterbringen“, sagte Vize-Verwaltungschef Axel Junge, „die Gemeinde ist hier intensiv gefordert.“ Ziel sei die Schaffung von abgeschlossenen kleinen Wohneinheiten, um eine menschenwürdigere Unterbringung zu gewährleisten und weniger Konfliktpotenzial zwischen einzelnen Gruppen und Familien.

Eine Sammelunterkunft, wie sie bis zum Wasserschaden Anfang Januar in der Sagehorner Tennishalle eingerichtet war, kommt für Oyten nicht mehr in Frage. In die Tennishalle sollen jetzt separate Zimmer mit Betten, Schränken, Tisch und Stühlen für jeweils sechs Menschen eingebaut werden. Die zehn Sechs-Personen-Zimmer haben eine Plangröße von je 21,5 Quadratmetern. Geschätzte Kosten: 200.000 Euro. Bis zu 40 Flüchtlinge sollen in dem leer stehenden alten Feuerwehrhaus in Bassen Platz finden – geschätzte Umbaukosten: 180.000 Euro. Etwa 70.000 Euro will die Gemeinde in das Mietobjekt an der Rudolf-Diesel-Straße investieren, um hier etwa 30 Flüchtlinge einquartieren zu können. Mit diesen drei Unterkünften „könnte Oyten zum 1. April seine Quote erfüllen“, so Junge.

Die Politiker aller Fraktionen befürworteten diese Planung, dachten aber auch schon weiter in die Zukunft. „Wir sind ja damit nicht aus dem Schneider, wir müssen uns weiter vorbereiten und neue Modelle denken“, sagte Bodo Becker (CDU) und stellte seine Berechnungen zu einer gemeinnützigen GmbH für den sozialen Wohnungsbau in Oyten vor. Ziel müsse die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum nicht nur für bleibende Flüchtlinge, sondern überhaupt für einkommensschwache Familien sein. Beckers Fraktionskollegin Sandra Röse wollte im Sinne der Integration dafür Baulücken genutzt wissen.

Bürgermeister Manfred Cordes unterstützte grundsätzlich die Idee, als Gemeinde unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit in den sozialen Wohnungsbau einzusteigen. Mit der Miete von 100 bis 130 Euro, die der Landkreis pro Flüchtling zahle, seien Neubauten allerdings nicht zu machen.

Mit dem Zuzug von Flüchtlingsfamilien „sind wir auch in Kitas und Schulen gefordert“, ergänzte Heiko Oetjen (SPD). Für das gute Miteinander von Anfang an sollten Flüchtlingsunterkünfte in Wohngebiete eingegliedert werden, sprach sich Oetjen für eine Art sanfter „Zwangsintegration“ aus.

pee

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