Gelungene Premiere der reaktivierten Klönschnack-Serie im Heimathaus Oyten

Im März dann mit Sitzkissen und Selbstgebackenem

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Brigitte Tuitje und Werner Gerken organisieren jetzt den Klönschnack im Oytener Heimathaus.

Oyten - Endlich. Als ob die Besucher nur darauf gewartet haben... Rund 30 Gäste verzeichnet am Dienstagnachmittag der wiederbelebte Klönschnack im Oytener Heimathaus. Vorn am Eingang begrüßt eine strahlende Brigitte Tuitje jeden mit Handschlag. Sie ist die „Neue“, die den lange vermissten Klönschnack gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Heimatvereins Oyten, Werner Gerken, reaktiviert. „Die Premiere ist gut verlaufen und wir sind sehr zufrieden“, resümiert Werner Gerken später.

Adele Beckmann und Hanna Gerken haben Tee und Kaffee gekocht, dazu gibt es Kuchen. „Diesmal gekauften, denn wir wussten nicht, wie viele Gäste kommen“, sagt Werner Gerken. Egal, es schmeckt. In gemütlicher Runde beginnen die ersten Gespräche. Zeit für den Vorsitzenden, den Nachmittag offiziell zu eröffnen. „Ich habe den hochdeutschen Part, Brigitte Tuitje den plattdeutschen“, beginnt er, beeilt sich jedoch hinzuzufügen: „Ich kann aber auch Platt.“ Was beifällig aufgenommen wird.

„Wir haben einige Zeit keinen Klönschnack gehabt. Jahrzehntelang hatte Johannes Grote die Veranstaltung organisiert, und als er aus Altersgründen aufhörte, standen wir ohne Nachfolger da – die Veranstaltung fiel aus“, schildert Gerken. Mehr als drei Jahre lang.

Doch Grote gab nicht auf, er suchte und suchte – und fand. Im vorigen Jahr saß er mit Brigitte Tuitje beim Kreisentscheid des plattdeutschen Lesewettbewerbs in Verden in der Jury. „Er fragte, ob ich nicht seine Nachfolgerin beim Klönschnack werden wollte“, erzählt die Oytenerin. Erst war sie skeptisch, dachte: „Grote hinterlässt große Fußstapfen.“ Und lehnte ab. Doch Grote ließ nicht locker, spürte, dass er sie an der Angel hatte. Seine Hartnäckigkeit gab ihm Recht: Tuitje sagte zu. Zögerlich zwar, aber immerhin. „Ich traute es mir nicht zu und fragte mich: Kann ich das leisten, was Johannes Grote geleistet hat?“, erzählt die 49-Jährige. Werner Gerken erleichterte ihr die Entscheidung: „Wir ändern einiges. Beispielsweise bieten wir eine Mischung aus Hoch- und Plattdeutsch an.“

Dann ist Tuitje an der Reihe. Sie stellt sich den Gästen auf Platt vor: „Ich komme aus dem ostfriesischen Hinte, einem kleinen Dorf zwischen Emden und Greetsiel. Vor 23 Jahren zog ich nach Oyten und arbeite hier als pädagogische Mitarbeiterin in der örtlichen Grundschule.“ Was ist ihre Motivation, den Klönschnack weiterzuführen? „Ich spreche gern Plattdeutsch und genieße es, die Mundart in Gesellschaft älterer Menschen zu sprechen und zu leben“, sagt sie.

Die Besucher unterhalten sich über Gott und die Welt, bis jemand das Stichwort „Flüchtlinge“ gibt und ein lebhafter Austausch über die Flucht früher und heute beginnt. Zwischendurch liest Hans Hermann Mindermann, Oytener Urgestein, eigene Gedichte vor, was gut ankommt. Organisatoren und Gäste besprechen dann das Thema des nächsten Klönschnacks, der am Dienstag, 8. März, in der Zeit von 15 bis 17 Uhr im Heimathaus stattfindet. Dann geht es um „Kommunikation früher und heute“. „Wir wollen die Neuzeit mit einbeziehen“, erläutert Gerken das neue Konzept.

Einen winzig kleinen Wermutstropfen gibt es jedoch: „Einige Besucher monierten, dass die Sitzkissen fehlten – die haben wir vergessen“, sagt Gerken lachend und verspricht: „Kommt nicht wieder vor.“

Schon mal zum Vormerken: Der dritte Klönnachmittag steht am Dienstag, 12. April, ins Haus. Anschließend macht der Klönschnack Sommerpause. Im Herbst geht es weiter – wie immer am zweiten Dienstag im Monat.

is

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