Pastorin Silke Oestermann hält Sonntag ihre Aufstellungspredigt in der Oytener Kirchengemeinde

„Für mich stimmt in St. Petri alles“

Kommt am Sonntag zur Predigt nach Oyten: Pastorin Silke Oestermann.

Oyten - Von Lisa Duncan. Die evangelische Kirchengemeinde St. Petri Oyten hat aller Voraussicht nach bald eine neue Pastorin: Mit der Aufstellungspredigt wird sich Silke Oestermann am Sonntag, 17. Mai, um 10 Uhr bei den Gemeindegliedern vorstellen, die nach einem einstimmigen Votum des Kirchenvorstands theoretisch Einspruch gegen die Wahl erheben könnten. Trifft die Anwärterin auf die Nachfolge von Pastor Benjamin Will auf Zustimmung, wird sie in wenigen Monaten ins Bassener Pfarrhaus einziehen.

Silke Oestermann ist seit mehr als 25 Jahren Pastorin. Nach dem Vikariat in Rastede bekleidete sie sieben Jahre lang eine Pfarrstelle in Delmenhorst, seit November 2001 ist sie an der St. Lamberti-Kirche Oldenburg tätig. Damit wechselt sie von einer renommierten Stadtgemeinde – „die Lamberti-Kirche ist für Oldenburg so etwas wie die Marktkirche für Hannover“ – ganz bewusst in die Provinz.

Warum also Bassen? Vor allem zwei Gründe hätten sie dazu bewogen, sich auf die Pastorenstelle zu bewerben: „Ich bin schon eine lange Zeit in Oldenburg und habe mir irgendwann gedacht: Da könnte auch noch mal etwas anderes kommen“, sagt die 53-Jährige. Zudem sei ihr Mann, mit dem sie bereits seit sieben Jahren eine Fernbeziehung führt, als Maschinenbauingenieur in Oyten gebunden. „Es war lange ein großer Wunsch von uns, endlich zusammenzuziehen.“ Und schließlich erfolge der Wechsel „von einer großen in eine nicht ganz kleine Gemeinde“ mit immerhin zwei Pfarrstellen. „Für mich stimmte in St. Petri alles“, betont Silke Oestermann. Auch ihre Schwerpunkte, die sie in der Konfirmandenarbeit und der Arbeit mit Kindern sieht, könne sie hier gut verwirklichen. Unter diesen Vorzeichen falle es nicht ganz so schwer, mit dem Wechsel in eine andere Landeskirche auch bestehende Netzwerke aufzugeben.

Da Oestermanns Ehemann im Ort lebt, sei auch ein Vorab-Besuch als Entscheidungshilfe nicht notwendig gewesen: „Ich wusste, wie es in Oyten aussieht.“ Der Bewerbungsprozess lief indes coronabedingt anders ab als üblich. Im Dezember gab es ein Treffen mit Pastor Hans-Jürgen Strübing, dann eines im März „in allerletzter Sekunde“ vor Corona mit dem Kirchenvorstand. Die Abstimmung erfolgte per Briefwahl. Das ist normalerweise nicht vorgesehen, eine speziell auf die Corona-Krise bezogene Verordnung der Landeskirche Hannovers machte es möglich.

Eine Bassener Besonderheit ist der 2018 gegründete Förderverein zum Erhalt des Gemeindehauses. Silke Oestermann wünscht sich, dass es funktioniert: „Ich glaube, dass die Menschen in Bassen das wichtig finden. Ich weiß aber auch von der Landessynode, dass auf lange Sicht nicht jeder Standort erhalten werden kann. Daher finde ich die Gründung eines Fördervereins eine tolle Möglichkeit, ein Haus, das uns am Herzen liegt, für die Gemeinde und andere Gruppen erhalten zu können. Ob es aber auf Dauer eine realistische Perspektive ist, muss sich zeigen.“

Neben den klassischen Hauptaufgaben des Pastorenberufs Gottesdienst, Seelsorge und kirchlicher Unterricht, will Pastorin Silke Oestermann ihr Fachwissen einsetzen. Sie verfügt über Qualifikationen in der Konfirmandenarbeit und der Seelsorge und setzt dementsprechend ihren Fokus im Bildungsbereich. Darüber hinaus schwebt ihr vor, die religionspädagogische Arbeit im evangelischen Kindergarten zu vertiefen und eine Kooperation mit Schulen in die Wege zu leiten. „Ich freue mich, mein Leben mit den Menschen hier zu teilen, anhand wiederkehrender Veranstaltungen wie etwa dem Erntefest, aber auch Hochzeiten, Taufen und anderen Gelegenheiten. Dabei bin ich auf Begegnungen mit den Menschen angewiesen.“

In der Krise leichter gesagt als getan. Obgleich sich Infektionsschutz und Kontaktbeschränkungen auf ihre Arbeit ausgewirkt haben, sieht Oestermann Silberstreifen am Horizont: „Wir sind in der glücklichen Lage, dass bereits Lockerungen eingeführt wurden. Und wir haben gelernt, andere Formate wie etwa Videokonferenzen zu nutzen.“ Öffentlich-rechtliche Körperschaften, wie der Kirchenvorstand, dürfen sich seit dem 9. Mai wieder persönlich treffen. Und die Gotteshäuser sind wieder zugänglich, wenn die Andachten auch zunächst nur in reduzierter Form – ohne Gesang, mit Mund-Nasen-Bedeckung und begrenzter Teilnehmerzahl – stattfinden dürfen. „In St. Lamberti sind bei 600 Sitzplätzen maximal 75 Personen zum Gottesdienst zugelassen“, verdeutlicht die Pastorin die Dimensionen.

Auch der Konfirmandenunterricht darf theoretisch wieder starten. In welcher Form das geschehen könnte, sei jedoch noch unklar. Knackpunkte bei der Umsetzung betreffen etwa Raumgröße und Materialnutzung. Denkbar sei auch, eine Konfirmanden-App und Videotelefonate zu nutzen. „Aber die Jugendlichen werden schon in der Schule genug mit diesen Online-Formaten konfrontiert“, findet die Pastorin.

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