Ein Schwein im Glück

Ferkel Frederik lebt nach gelungener Flucht nun in Butjadingen

Ferkel Frederik im Glück: Der Kleine ist nach seiner erfolgreichen Rettung inzwischen auf einem Hof in Butjadingen untergekommen.
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Ferkel Frederik im Glück: Der Kleine ist nach seiner erfolgreichen Rettung inzwischen auf einem Hof in Butjadingen untergekommen.

„Es fehlte nur der Superman-Umhang“, sagt Bianca Martin über das Stunt-Ferkel, das vergangene Woche auf der A1 in Höhe der Gemeinde Oyten bei circa 90 Stundenkilometern von einem holländischen Tiertransporter geflogen war. Die Bremerin war unterwegs mit ihrer guten Freundin Kristiane Hansen. Sie nahmen die nächste Abfahrt, fuhren zurück und starteten die Aktion Schweinchen-Rettung. Ferkel Frederik überlebte nicht nur den Sturz, sondern hat bereits ein neues Zuhause in einem „Kuh-Altersheim“ in Butjadingen gefunden.

Oyten - Die Frauen waren auf dem Rückweg von einem Tiertrainer, dem sie einen jungen Fuchs gebracht hatten. Dieser war, nur wenige Tage alt, gefunden und über ein Tierheim an Hansen vermittelt worden. Die Bremerin pflegt und versorgt immer mal wieder kranke und hilflose Wildtiere. Nach neun Wochen Flaschenaufzucht war eine Auswilderung nicht mehr möglich, so kam der Fuchs zu dem Trainer von Filmtieren.

Fast schon wieder zu Hause, wollte Martin den holländischen Tiertransporter überholen, dann sah sie das Ferkel von ganz oben herunterfliegen. „Zum Glück war in dem Bereich keine Leitplanke“, sagt Martin. Angst hatten die Frauen nicht nur um das Tier, sondern auch, dass es auf die Autobahn laufen und einen Unfall verursachen könnte.

Als die von ihnen alarmierte Polizei eintraf, wurden die Frauen weggeschickt. Es sei zu gefährlich an der Autobahn. Der Aufforderung, sich vorsichtig wieder in den Verkehr einzufädeln, seien sie gefolgt. „Wir sollten langsam fahren“, sagt Martin schmunzelnd. Hansen scannte dabei das Grün rechts unterhalb der Fahrbahn ab. Dann plötzlich entdeckte sie das Ferkel. Bremsung, Sprint aus dem Auto, das quiekende Ferkel fangen und wieder rein ins Auto – die Frauen können beim Erzählen selbst noch nicht ganz fassen, was das für eine Aktion war.

Die beiden Bremerinnen Bianca Martin und Kristina Hansen retteten das Ferkel nach dem Sprung vom Tiertransporter. 

Danach ging es direkt zum Tierarzt. „Es hatte viele Schürfwunden, aber keine Brüche“, berichten die Frauen. Außerdem Milben im Ohr und eine Bindehautentzündung. Sie vermuten wegen einer langen Schürfwunde auf dem Rücken, dass das Ferkel durch ein Gitter des Lkw gedrückt worden war.

Nächste Station für das Ferkel: das Fuchsgehege, das stand schließlich seit ein paar Stunden leer. Eine weitere Tierfreundin, Nadine Haar, nahm das Ferkel dann auf, denn die Nächte waren kalt. Dort tollte Achim, wie sie das Glücksschwein in Anlehnung an den Ort seiner befreienden Flucht getauft hatten, mit einem Yorkshire-Terrier herum.

Am Sonntag folgte der Umzug nach Butjadingen auf den als Tierschutzstiftung betriebenen Hof Butenland. Dieser hat den Frauen schriftlich „die Übernahme, die Versorgung und ein dauerhaftes Leben“ des sogleich in Frederik umbenannten Ferkels zugesichert. Und wie Videos im Internet zeigen, fühlt sich der rosafarbene Superheld in Butjadingen sauwohl.

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