„Family Boogie“ begeistert 160 Besucher

Böttger und Pertiet lassen Ratssaal beben

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Family-Boogie vom Feinsten servierten Gottfried Böttger (li.) und Henning Pertiet im Oytener Rathaussaal.

Oyten - Wie der Onkel, so der Neffe. So lautete die Devise, als der legendäre Pianist Gottfried Böttger und sein Neffe Henning Pertiet zum Jahresausklang mit ihrem „Family Boogie“ den Oytener Rathaussaal zum Beben brachten – mit zwei Pianos, vier Händen und 176 Tasten.

Beide sowohl im Boogie-Woogie als auch im Jazz, Blues und Ragtime zu Hause, zelebrierten Böttger und Pertiet einen tollen Mix aus wechselnden Sounds, der dem Publikum gefiel. Ohne langes Warm-up klopften sich die etwa 160 Besucher von Beginn an rhythmisch auf die Schenkel, zuckten mit Füßen und Schultern im Takt und schnippten mit den Fingern, was das Zeug hielt. „Sie können auch tanzen, wenn Sie wollen“, forderte Pertiet das Publikum auf, das sich dann aber doch nicht traute.

Während Gottfried Böttger, auch als Jazz-Papst verehrt, als gebürtiger Hamburger eher hanseatische Zurückhaltung walten ließ, arbeitete Henning Pertiet am Piano mit dem ganzen Körper und hämmerte den Sound mit den Füßen in blitzenden Lackschuhen auf das Parkett. Der ganze Mann war in Bewegung, so sehr fuhr ihm der Rhythmus selbst in die Glieder.

Wie sehr beide für ihre Musik brennen, gaben sie voller Leidenschaft an ihre Fans weiter. Sowohl als Solisten als auch im Duett heizten sie ihrem Publikum mächtig ein. Ältere, aber auch neue Stücke, die meisten aus eigener Feder, wurden in einem fein abgestimmten Programm zelebriert und das Publikum honorierte dies mit anhaltendem Applaus.

Die Moderation teilten sich die beiden Ausnahme-Musiker und erzählten dabei auch aus ihrem künstlerischen Werdegang, der bei Gottfried Böttger bereits mit sechs Jahren begann. Mit 13 gründete er seine erste eigene Jazzband, 1973 zusammen mit seinem Mitbewohner Udo Lindenberg das legendäre Panik-Orchester. Seinen Neffen infizierte er vor 30 Jahren mit dem Virus Boogie-Woogie, der ursprünglich als Tanzmusik gedacht war. Inzwischen hat Pertiet diesen Groove für sich so verfeinert und spezialisiert, dass er ihm als akustische Visitenkarte dient. Seit vielen Jahren ist er eine feste Größe in der europäischen Boogie-Szene, obwohl sein Herz ebenso schnell für Jazz und Blues schlägt und er liebend gerne rockige Akzente in diese Stilrichtungen einbringt. Wenn man ihn am Klavier erlebt, wird schnell deutlich, dass es ihm eigentlich egal ist, wie voll der Saal ist – Hauptsache, die Leute im Publikum teilen seine gelebte Begeisterung.

kr

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