„Pangäa“ wird erwachsen

Erster Abiturjahrgang der IGS Oyten geht in die Prüfungsphase

2017 erhielt die IGS Oyten die Zulassung für die Oberstufe – nun stehen einige der damaligen Neuntklässler vor dem Abitur.
+
2017 erhielt die IGS Oyten die Zulassung für die Oberstufe – nun stehen einige der damaligen Neuntklässler vor dem Abitur.

Oyten – Die Integrierte Gesamtschule (IGS) Oyten steht unmittelbar vor den schriftlichen Prüfungen zum Zentralabitur. Für das ehemalige Schulzentrum ist dies – Corona mal beiseite – eine ganz besondere Situation, denn es handelt sich um den ersten Abiturjahrgang an der Schule überhaupt. „Pangäa“, der nach dem Urkontinent benannte Gründungsjahrgang der IGS Oyten von 2012, wird erwachsen.

Selbstverständlich sei viel zu organisieren, so Oberstufenleiterin Annika Ilz: „Zum Glück haben wir Kollegen, die das Abitur schon an einer anderen Schule abgenommen haben.“ Die 37-Jährige hat immerhin als Referendarin am Achimer Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasium Prüfungserfahrung gesammelt. So bilde die Schulleitung eine gute Mischung aus erfahrenen und jüngeren Kollegen. Die relative Unerfahrenheit in Sachen Abi bedeute auch: „Der Corona-Aufschlag trifft uns nicht so, weil wir das eh zum ersten Mal machen.“

Zugute kommt der Schulleitung auch eine 2020 erfolgte Änderung des Prüfungsablaufs: Statt zwei Prüfungsthemen stehen nun drei mögliche zur Verfügung, aus denen die Kurslehrkraft eine aussortieren darf, sofern es durch Corona im Unterricht zu kurz gekommen ist. „Der ,Zonk’ ist dann schon mal raus.“ Zudem seien laut Kultusministerium einige Inhalte nicht prüfungsrelevant. „Diese Erleichterungen betreffen alle Fächer.“ Aus Sicht von Annika Ilz ein wichtiger Schritt, denn: „Im zweiten Halbjahr der 12. Klasse wurden einige Lücken gerissen.“ Etwa zwei Monate lang, zwischen März und Mai 2020, als die Welt im Corona-Schock war, fand unterrichtstechnisch fast gar nichts statt. Die Schulen waren geschlossen, und vielen fehlte die digitale Infrastruktur für Fernunterricht. Für die spätere Klasse 13 gab es durchgängig Präsenzunterricht – auch jetzt, während die Schule im Szenario C ist. Aber auch dies lief nicht unter idealen Bedingungen ab, so waren etwa einzelne Schüler der IGS Oyten zwischendurch von Quarantäne betroffen.

Dennoch kann Ilz der Situation etwas Positives abgewinnen: „Es ist ein deutlicher Unterschied zum Abi-Jahrgang 2020, als Corona überraschend über die Prüfungsphase hereinbrach.“ Vieles muss die Schule trotzdem kurzfristig planen: Seit Mittwoch verfügt die IGS über ausreichend Corona-Selbsttests. Am Donnerstag erhielten die 62 Schüler, die am Montag in die Abi-Prüfungen starten, jeweils fünf Test-Kits – für jeden Prüfungstag eins – zusammen mit den Halbjahreszeugnissen ausgehändigt.

2017, als die IGS Oyten ihre Zulassung für die Oberstufe erhielt, nahm auch die IGS Achim ihren Betrieb auf. „Das hat uns sehr gefreut, weil wir dann nicht mehr allein im Landkreis waren“, so Ilz. Zugleich habe sich dies auf die Schülerzahlen an der IGS Oyten ausgewirkt: „Das hat uns schon getroffen, weil viele Schüler und Geschwisterkinder aus Achim kamen. Im Schnitt verlieren wir nun 40 Schüler pro Jahrgang.“ Die Abwanderung sei jedoch nicht freiwillig geschehen, sondern rühre von der politischen Entscheidung für Schulbezirke her. „Die Achimer sind demnach in Achim hinsichtlich der Schulwahl ,gefangen’.“ Ilz würde eine freie Schulwahl durch Aufhebung des Schulbezirks befürworten. „Zumal wir uns mit der IGS Achim konzeptionell nicht sonderlich auf die Füße treten würden.“ Denn gerade im Sekundarbereich I verwirkliche die IGS Oyten mehr das Konzept einer Reformschule, in der die Schüler im „offenen Lernbüro“ den Bildungsprozess mitgestalten. Die IGS Achim tendiere schon in der Mittelstufe eher zum Kurssystem. Gut so, findet Ilz: „Es gibt keine Schule, die für alle Schüler passt.“

An der Hoffnung, dass es für die Schüler von „Pangäa“ am 3. Juli eine offizielle Übergabe der Abi-Zeugnisse nebst Abi-Feier geben könnte, will Ilz noch festhalten. Ende der 12. Klasse mussten die Profilklassen schon auf ihre Kursfahrt verzichten, was Ilz sehr bedauert. „Die musisch-künstlerische Profilklasse hätte beispielsweise in Paris das Louvre besucht, das Sprachen-Profil wäre nach London gereist.“ Umso wichtiger sei für die jungen Leute am Ende ihrer Schullaufbahn die Gelegenheit, ihre Abschlusszeugnisse in Gegenwart von Eltern, Angehörigen und Ehemaligen, die nach Klasse 10 die IGS verlassen haben und nun vermutlich kurz vor Ende ihrer Ausbildung stehen, feierlich entgegenzunehmen.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Junge Bassenerinnen laden zur Gründung einer Dorfjugend ohne Altersobergrenze ein

Junge Bassenerinnen laden zur Gründung einer Dorfjugend ohne Altersobergrenze ein

Junge Bassenerinnen laden zur Gründung einer Dorfjugend ohne Altersobergrenze ein
Freies Impfen wird genutzt – Zentrum hofft auf weitere Interessierte

Freies Impfen wird genutzt – Zentrum hofft auf weitere Interessierte

Freies Impfen wird genutzt – Zentrum hofft auf weitere Interessierte
Genialer Auftakt mit Baldauf, Mutzke und Co

Genialer Auftakt mit Baldauf, Mutzke und Co

Genialer Auftakt mit Baldauf, Mutzke und Co
Apotheke ohne Kundschaft

Apotheke ohne Kundschaft

Apotheke ohne Kundschaft

Kommentare