Im Bassener Ereigniswald können Menschen freudige Anlässe mit einer Baumpflanzung manifestieren

Symbol für Wachstum und Verbundenheit

Initiatoren am Eingang des Ereigniswaldes in Bassen
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Der Ereigniswald in Bassen ist bereit – erste Wünsche für Erinnerungsbäume werden angenommen. Zur offiziellen Freigabe hatten die „Wühlmäuse“ (rechts im Bild) die Sponsoren und Unterstützer eingeladen, darunter Bürgermeisterin Sandra Röse (vorne).

Bassen – Brautpaare greifen aus freudigem Anlass genauso gerne feierlich zum Spaten wie Eltern neugeborener oder frisch getaufter Kinder: Es ist eine Jahrhunderte alte Tradition, als Symbol für Verbundenheit, Zukunft, Wachstum und Beständigkeit einen Baum zu pflanzen. Nicht alle aber haben dafür Platz in einem eigenen Garten. Pflegen können sie diese schöne Tradition trotzdem: im Ereigniswald am Köbens in Bassen.

„Hier haben Oytener Bürgerinnen und Bürger künftig Gelegenheit, anlässlich besonderer Ereignisse in ihrer Familie einen Baum zu pflanzen“, erklärt Erhard Hopert, Sprecher der „Wühlmäuse“. Die engagierte Rentnertruppe, die sich seit vielen Jahren ehrenamtlich um Naturschutz und Landschaftspflege in der Gemeinde kümmert, hat den Ereigniswald in direkter Nachbarschaft zu ihrer am Köbens angelegten Streuobstwiese vorbereitet.

Neben dem Areal mit Obstbäumen und Blühwiese ist noch Platz auf dem Grundstück, das die Volksbank Oyten der Gemeinde seinerzeit für Zwecke des Naturschutzes überlassen hat. Wer im Ereigniswald aus besonderem Anlass ein Symbol des Wachstums pflanzen möchte, hat die Auswahl zwischen verschiedenen heimischen Baumsorten – darunter Rotbuche, Feldahorn, Sommerlinde und Traubenkirsche. Nicht frei wählbar ist allerdings der Pflanztermin, denn der soll einmal im Jahr als Gemeinschaftsaktion stattfinden – zur besten Pflanzzeit Mitte November. Unter Umständen müssen sich Hochzeiter und junge Eltern oder andere, die aus besonderem Grund etwas Nachhaltiges, fest Verwurzeltes hinterlassen möchten, also einige Monate gedulden, bis dem freudigen Ereignis dann der Erinnerungsbaum folgt.

Wer sich im Ereigniswald verewigen möchte, zahlt pauschal 150 Euro für seinen Wunschbaum und das dazugehörige Schild mit Namen, Datum und Anlass. Inbegriffen ist auch die Hege, Pflege und Bewässerung durch die „Wühlmäuse“. Die geben sozusagen eine Anwuchsgarantie, und „sollte tatsächlich mal ein Baum nicht angehen, was uns noch nie passiert ist, ersetzen wir ihn“, versichert Hopert. Für die Bewässerung der jungen Bäume bohrt die Bassener Ortsfeuerwehr eigens einen weiteren Brunnen auf dem Areal. Weitere Sachkosten für die Einrichtung des Geländes sponsert den „Wühlmäusen“ die Volksbank Oyten.

Mit dem neuen Ereigniswald, der Platz für bis zu 30 Erinnerungsbäume bietet, entsteht nach Hoperts Worten „ein Biotop, das im Verbund mit der angrenzenden Streuobstwiese, der Blühfläche und dem Nadelwald zum Erhalt und zur Entwicklung der biologischen Vielfalt von Tieren und Pflanzen beiträgt“. Darüber hinaus erhalte die Ortschaft Bassen „eine grüne Oase, die eine hohe Nutz- und Erholungswirkung entfaltet und für jedermann zugänglich ist“.

Ein besonderes handgemachtes Schild weist am Zugang vom Kronskamp aus auf den Ereigniswald hin. Das kostbare Eichenholz für die Hinweistafel spendierte den „Wühlmäusen“ Clemens Heitmann, die Bearbeitung und Gravur übernahm unentgeltlich die Tischlerei Fischer. Unter dem Namen Ereigniswald ist frei nach Luther der bekannte Spruch vom Bäumepflanzen vor dem Weltuntergang zu lesen.

Einen solchen Ereigniswald würden die „Wühlmäuse“ auch gern in Oyten initiieren – nur fehlt dafür noch eine öffentliche Fläche, die ihnen Bürgermeisterin Sandra Röse jedoch zugesagt hat: „Wir haben da schon was im Auge, aber das ist noch nicht spruchreif“, sagte Röse am Freitag aus Anlass der offiziellen Freigabe des Ereigniswaldes in Bassen. Dazu hatten die „Wühlmäuse“ auch die Sponsoren eingeladen.

Info und Kontakt

Baumwünsche für den Ereigniswald werden das ganze Jahr über gesammelt. Anträge, die bis zum 15. September eines jeden Jahres eingehen, werden für die gemeinsame Pflanzung im November berücksichtigt. Erhard Hopert steht für Anfragen unter Telefon 04207/3077 und per E-Mail an ereigniswald@t-online.de zur Verfügung.

Von Petra Holthusen

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