Aktionstag auf Erdbeerhof Bruns

Erdbeeren pflücken für die Flutopferhilfe

Rainer und Manuela Bruns
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Erdbeeren pflücken zugunsten der Flutopferhilfe – dazu hatten Rainer und Manuela Bruns (Archivbild) am Samstag auf ihr Feld am Köbens eingeladen. 3150 Euro sind der Spendenerlös des Tages.

Bassen – 3150 Euro – das ist die stolze Spendensumme, die Hunderte Besucher und Helfer am Wochenende auf der Erdbeerplantage von Rainer und Manuela Bruns in Bassen buchstäblich zusammengepflückt haben. Das Geld ist für Opfer der Flutkatastrophe im Südwesten Deutschlands bestimmt. Rainer Bruns überweist die Summe nach seinen Worten auf das Spendenkonto, das die Gemeinde Oyten für die Unterstützung des Wiederaufbaus im Katastrophengebiet eingerichtet hat.

Eigentlich ist das sechs Hektar große Erdbeerfeld am Köbens in Bassen seit Donnerstagabend voriger Woche geschlossen, die Saison 2021 für Selbstpflücker beendet. Angesichts der bedrückenden Bilder des Leids in den Hochwassergebieten und der Überlegung „Wir müssen was machen, wir müssen helfen“ kam Familie Bruns eine Idee: Am Samstag öffnete sie nochmal von morgens bis abends ihr Erdbeerfeld, lud spontan über die Internetkanäle Menschen zum Pflücken ein und versprach, alle Umsätze des Tages für die Flutopfer in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz zu spenden.

Die Resonanz war überwältigend, sagt Rainer Bruns: „Die Menschen sind in großen Scharen gekommen – wir sind sehr, sehr dankbar für diese Unterstützung.“

200 Terminbuchungen von Einzelpersonen, Ehepaaren und Familien gingen für die Sonder-Pflückaktion kurzfristig auf dem Erdbeerhof ein. Dabei war diese letzte Ernte für den guten Zweck durchaus mühselig: Die Pflanzen trugen zwar noch Früchte, jedoch nicht mehr so viele, dass sich ein Körbchen ruckzuck gefüllt hätte.

Bruns war begeistert von dem Einsatz auf dem Feld: „Die Menschen haben wirklich noch die allerletzte Erdbeere gepflückt.“ Und viele hätten nicht nur den für die Früchte fälligen Betrag bezahlt, sondern an der Kasse großzügig aufgerundet oder sogar noch extra für die Flutopferhilfe gespendet, berichtet der Bassener Obstbauer.

Familie Bruns spendierte für den Aktionstag auf dem Feld ihr Obst, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hofs gaben ihre Arbeitskraft: „Alle haben in Zwei-Stunden-Schichten umsonst gearbeitet – und auch noch ihr Trinkgeld aus dieser Saison gespendet“, erzählt Rainer Bruns, der am Ende des Tages den gesamten Erlös aufrundete auf die stattliche Endsumme von 3150 Euro. Dass die Aktion ein solcher Erfolg werden und so viel Unterstützung erfahren würde, „hätten wir nicht zu träumen gewagt“, sagt Bruns.

Für ihn und sein Team sei das eine Herzensangelegenheit gewesen – und Rainer Bruns hofft in dem Zuge auf Nachahmer in anderen wirtschaftlichen Bereichen der Gemeinde Oyten.

Die strebt wie berichtet eine Städtepartnerschaft mit einer Kommune im Katastrophengebiet an, um direkt, unbürokratisch und längerfristig Hilfe beim Wiederaufbau zu leisten und auch persönliche Kontakte aufzubauen. Um dafür Gelder zu sammeln, hat Bürgermeisterin Sandra Röse bei der Volksbank in Oyten vorige Woche ein Spendenkonto der Gemeinde eingerichtet – das Rainer Bruns, der sich auch politisch im Rat der Gemeinde Oyten engagiert, nun mit 3150 Euro gefüttert hat.

Von Petra Holthusen

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