Namenstafeln auf Granitständer

Ehrenmal-Erneuerung für 40.000 Euro: Elegante Auferstehung

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Noch liegen sie in ihrem bröckelnden Steinbett: die Gedenktafeln mit den Namen der Oytener Gefallenen aus den beiden Weltkriegen. Für 40.000 Euro lässt die Gemeinde jetzt das Ehrenmal am kirchlichen Friedhof erneuern. Dabei werden die Basaltplatten auf massive Ständer aus Granit gestellt. 

Oyten - Einen Eimer voller Steine schleppte der Ottersberger Steinmetzmeister Jens Spieler am Montagabend in den Oytener Rathaussaal. Anschaulich drapierte er Granit- und Sandsteinquader auf der Bühne. Schließlich sollten die Politiker sehen, worüber sie entscheiden. Das Votum fiel ziemlich eindeutig aus: Das Ehrenmal an der Straße Am Friedhof in Oyten wird mit massiven L-förmigen Ständern aus hellgrauem Granitnaturstein neu gestaltet. Auf diesen Stützen werden die schwarzen Basaltplatten mit den Namen der im Ersten und Zweiten Weltkrieg gefallenen Soldaten aufrecht mit nur leichter Neigung befestigt. In die Erneuerung des Denkmals, dessen Einfassungen seit Längerem gefährlich bröckeln, investiert die Gemeinde rund 40.000 Euro.

Seit vorigem Jahr beschäftigen sich die politischen Gremien mit der notwendigen Sanierung des Ehrenmals am kirchlichen Friedhof. Mit fortschreitender Detailplanung stiegen auch die kalkulierten Kosten. Zuletzt hatte der Ratsfachausschuss für Jugend, Kultur, Soziales, Senioren und Sport im Juni Steinmetz Spieler beauftragt, zwei mögliche Varianten preislich konkret zu unterlegen. Die Idee, die bislang liegenden Gedenktafeln schräg angelehnt auf Stützen zu stellen, präsentierte Spieler dem Ausschuss am Montagabend als „die elegantere und feudalere Lösung“: „Die Namen sind besser zu lesen, und die Pflege ist einfacher.“ In der Form werde das Denkmal die nächsten Jahrhunderte überdauern.

Sprecher von CDU, SPD, FDP und AfD folgten Spielers Auffassung. Das sei dieser Gedenkstätte angemessen, sagte Reinhard Lueßen (CDU). Grünen-Fraktionschef Björn Meyer votierte dagegen „aus Kostengründen“ für eine deutlich billigere Liegend-Lösung und wollte damit ein Zeichen setzen: Man führe die ganze Diskussion ja nur deshalb, weil die bauliche Pflege des Ehrenmals von der Gemeinde jahrelang vernachlässigt worden sei. Auch Ausschussvorsitzender Günter Block-Osmers (SPD) stimmte für die günstigere Variante, allerdings unkommentiert.

Die große Mehrheit will die eleganten Stützen, und bei der Materialfrage waren sich dann alle einig: Hellgrauer Granit (und damit die preisliche Mitte) machte das Rennen vor gelbem Wesersandstein und fast schwarzem Granit. Die Gesamtkosten bezifferte Vize-Verwaltungschef Axel Junge auf 35.400 Euro plus 4000 Euro für Bauantrag und Statiker.

SPD-Vertreter Hermann Wahlers forderte, dass mit der Denkmal-Erneuerung der gesamte Platz samt Bewuchs neu und schön hergerichtet werden müsse. Sein Fraktionskollege Johann Bollmann mahnte bei der Gelegenheit die Reaktivierung des Arbeitskreises zur inhaltlichen Gestaltung des Volkstrauertages an: Wenn das Interesse jüngerer und nachfolgender Generationen wachgehalten werden solle, müsse eine neue Gedenkkultur Einzug halten – möglichst in Zusammenarbeit mit der Schule und eventuell mit einer zentralen Gedenkveranstaltung im Rathaussaal.

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