Bassener zahlt nun zwei Jahre lang doppelt

Ärger mit Deutsche Glasfaser: „Einfach nur totales Chaos“

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Beim Ausbau des Glasfasernetzes in Bassen sorgen Terminverspätungen für verärgerte Kunden. 

„Ihr Ort ist bereits am Puls der Zeit, das Glasfasernetz ist ausgebaut.“ So wirbt die Deutsche Glasfaser Holding GmbH auf ihrer Internetseite für ihr Projekt in Bassen. Der Weg zur angekündigten „Freude beim Surfen mit Lichtgeschwindigkeit“ war in Bassen, wo das Telekommunikationsunternehmen aus Nordrhein-Westfalen wie auch in anderen Oytener Ortsteilen das Glasfasernetz ausgebaut hat, für den einen oder anderen Anschlussnehmer allerdings ziemlich steinig.

Bassen - Von Kjara Von Staden und Petra Holthusen. Nachdem die Erdarbeiten im April ihren Abschluss gefunden und ein Subunternehmen die Leitungen gelegt hatte, passierte erst mal gar nichts mehr. Anschlüsse seien nicht aktiviert, Versprechungen hinsichtlich der Kosten nicht eingehalten worden, sagt Kunde Marc Schröder. „Falsche Beratung war das, nichts anderes“, schimpft der Bassener, der bei der Deutschen Glasfaser einen Vertrag unterschrieben hatte und nach langem Warten auch endlich über einen Anschluss verfügt. „Ich habe die Zusicherung bekommen, dass ich im ersten Jahr nichts für meine Fritz-Box zahlen muss. Als die mir dann doch 25 Euro vom Konto abgebucht haben, war ich mehr als sauer. Angeblich gibt es da neue Richtlinien.“ 

Deutsche Glasfaser: Patzige Bemerkungen

Schröder berichtet von patzigen Bemerkungen, fehlender Kompetenz und offenbar mangelnder Kommunikation innerhalb der einzelnen Unternehmensabteilungen: „Die lassen mich immer wieder knallhart abblitzen. Und so was hört man aus ganz Oyten.“ Die Technik, wenn sie erst mal laufe, sei top – aber der Kundenservice das genaue Gegenteil.

Glasfaser-Anschluss in Bassen ewig nicht aktiviert

Davon kann Jens Nienstedt, der mit seiner Familie im Neubaugebiet in Bassen wohnt, ein langes Lied singen. Entgegen gemachter Zusagen wurde sein Glasfaser-Anschluss ewig lange nicht aktiviert. „Ich hab’ gewartet und gewartet, und als zwei Tage vor Ablauf meines alten Vertrags bei Vodafone immer noch keiner von der Glasfaser wegen des gebuchten Anschlusses hier war, habe ich den Mist wieder gekündigt“, ärgert sich Nienstedt.

Doch die Kündigung sei – trotz Einschreiben – angeblich nie eingegangen. „Da weiß der eine vom anderen nichts. Einfach nur totales Chaos“, so Nienstedt. Abgesehen von den doppelten Kosten ergab sich das Problem, dass Vodafone ihm bei der Ad-hoc-Verlängerung des alten Vertrags eine neue Telefonnummer zuweisen musste, weil die Glasfaser die alte beanspruchte. „Das ist für mich schon sehr ärgerlich. Ganz davon abgesehen, dass die mir jetzt auch noch monatlich den Tarifbetrag abbuchen, obwohl ich den Anschluss gekündigt habe“, erklärt Nienstedt.

Firma lässt Bassener nicht mehr aus seinem Vertrag

Nachdem unsere Zeitung bei der Deutschen Glasfaser wegen der Beschwerden aus Bassen nachgehakt hatte, ging das Unternehmen noch mal auf Nienstedt zu und aktivierte inzwischen seinen bestellten Anschluss. Aus dem Vertrag ließ die Firma den Bassener aber nicht mehr heraus, sodass er jetzt zwei Jahre lang doppelt für Telefon und Internet zahlen muss: sowohl für den in der Not reaktivierten Vodafone-Vertrag als auch für den eigentlich nicht mehr gewollten, weil verspäteten Glasfaser-Anschluss.

Jens Nienstedt: „Ich bin keineswegs zufrieden“

Es habe tatsächlich ein technisches Problem bei Jens Nienstedt gegeben, räumt Dennis Slobodian ein. Der Referent Unternehmenskommunikation bei der Deutschen Glasfaser meint jedoch, dass der Kundenservice „die Wogen geglättet“ habe und der Kunde nun zufrieden sei. Das verneint Jens Nienstedt energisch: „Ich bin keineswegs zufrieden.“

Insgesamt hat sich nach Auskunft von Slobodian beim Ausbauvorhaben in Bassen „eine Terminverschiebung von ein bis zwei Monaten ergeben“. Dazu könne es immer mal kommen, und „das sagen wir bei Vertragsabschlüssen auch immer dazu“. Rund 450 Haushalte in Bassen hätten einen Anschluss bei der Deutschen Glasfaser bestellt, und 150 Aktivierungen seien noch durchzuführen, hatte Slobodian Mitte Dezember auf Nachfrage erklärt. Bis Anfang des neuen Jahres sollte das sukzessive erfolgen.

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