Tag der Ehrenamtlichen für stille Helden der Gemeinde

In Freiwilligenarbeit gibt Oyten gute Figur ab

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Als Gastrednerin kam Cornelia Rundt, Niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, ins Rathaus.

Oyten - Von Lisa Duncan. Als Niedersächsische Ministerin, die sich laut Amtsbezeichnung auch für die Gleichstellung der Geschlechter einsetzt, kommt Cornelia Rundt beim Thema Ehrenamt, wie sie zugibt, etwas ketzerisch, schon mal die alte Redensart in den Sinn: „Das Amt für die Frau und die Ehre für die Männer“.

Im Oytener Rathaussaal hatten sich am Mittwochabend rund 170 freiwillig Engagierte zum Tag der Ehrenamtlichen versammelt. Dazu bemerkte die Sozialdemokratin erfreut: „Hier ist das Mengenverhältnis gut verteilt.“ Zuvor hatte Oytens Bürgermeister Manfred Cordes die Ehrengäste begrüßt und erklärt, die Gemeinde habe freiwillig Tätige aus allen Bereichen eingeladen – ausgenommen die etwa 80 Oytener, die sich für Flüchtlinge engagieren. Denn sie waren vor ein paar Wochen schon zu einer eigenen Feierstunde im Rathaus zu Gast gewesen.

Egal, ob jemand unentgeltlich Sterbende begleitet, Feuer löscht oder Jugendliche trainiert – das Motiv „tue Gutes und rede nicht darüber“ sei Ehrenamtlern jeglicher Couleur gemein, so Cordes. Ein altruistische Einstellung, die heraussticht, in einer Zeit, in der „Selbstdarstellung oft wichtiger genommen wird als die eigene Leistung“. Schlagzeilen macht die Sensation, während Ehrenamt die meiste Zeit im Stillen wirkt. Ehrenamtliche leisteten ihre Arbeit „zuverlässig, kompetent und ohne Entgelt“. Das sei bedeutsam für die Menschen, denen das Engagement zuteil wird, „aber auch bedeutsam für den gesamten Ort“, begründete Manfred Cordes den Anlass für die festliche Einladung der Gemeinde. „Und wie zu sehen ist, steht das mitmenschliche Handeln in Oyten hoch im Kurs.“

In Niedersachsen leben anscheinend generell besonders engagierte Men-

2,8 Millionen freiwillig

Tätige in Niedersachsen

schen – denn das Bundesland verfügt im Bundesvergleich über eine besonders hohe Quote an Ehrenamtlichen, betont Sozialministerin Rundt aus Landessicht. 41 Prozent der Niedersachsen engagieren sich in ihrer Freizeit für andere – in Zahlen: 2,8 Millionen Menschen. „Das sind 480 Millionen Arbeitsstunden pro Jahr, rechnen Sie das mal mit dem Mindestlohn aus.“

Ein Thema, das auch die Ministerin nicht aussparen konnte, sind die vielen ehrenamtlichen Helfer für Flüchtlinge. „Sie sind das erste Gesicht Niedersachsens, das diese Menschen erblicken. Ohne sie würde es dramatisch aussehen“, bemerkte Rundt dazu. Es sei ein schmaler Grat, diese „neue, sehr positive Bürgerbewegung“ nicht zu überziehen oder zu überfordern.

Von den vielen durch das Ehrenamt am Leben gehaltenen Gesellschaftsbereiche, die es in Oyten gibt, bekommt Rundt in Hannover nur Teilstücke zu sehen. Etwa die Bürgerbusse, wichtig für den Zusammenhalt, und die Besuchsdienste in der Pflege oder Altenpflege. Sie bringen etwas ein, was die Hauptamtlichen aufgrund ihres getakteten Tages oft nicht leisten können: Die persönliche Beziehung. Auch die vielen unterschiedlichen Jugendverbände (etwa in der Feuerwehr, den Rettungsdiensten oder bei den Pfadfindern) hob sie als „wichtiges Zukunftsprojekt“ hervor.

Der Landesregierung sei bewusst, dass das Ehrenamt auch unterstützende Strukturen braucht. Dafür hat man in Niedersachsen Geld in die Hand genommen. Der „Freiwilligenserver“ im Internet bietet Informationen und eine Vermittlungsbörse für Verbände und Einzelpersonen. Außerdem erhalten niedersächsische Ehrenamtler einen Versicherungsschutz, eine Ehrenamtskarte, die Vergünstigungen in vielen Bereichen bietet und die Aussicht, den Niedersachsenpreis für Bürgerengagement zu gewinnen. Kompetenznachweise erhöhen die Akzeptanz der unentgeltlichen Nebentätigkeit bei Arbeitnehmern. Und durch Fortbildungen werden Ehrenamtler gar zu Profis, in dem, was sie neben ihrer eigentlichen Profession noch leisten.

Auch die stellvertretende Landrätin Karin Labinsky-Meyer sprach den engagierten Oytenern ihren Dank aus und nannte sie „Herzschrittmacher der Gesellschaft“. Um im Bild zu bleiben, wünschte sie allen Gesundheit, „denn wir brauchen Sie“.

Umrahmt war die Veranstaltung, die mit einem Sektempfang begann und in einem kleinen Imbiss ihren Abschluss fand, von Musik des Chors „Sunshine cHarmony“. Für Titel wie „Tausendmal berührt“ und „Rote Lippen soll man küssen“ erhielten die Sänger herzlichen Applaus.

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