Landgericht reduziert Jugendstrafe um sechs Monate

Dreieinhalb Jahre Gefängnis für 19-Jährigen

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Sowohl das Amtsgericht Achim als auch das Landgericht Verden haben sich mit den zahlreichen Taten des 19-Jährigen beschäftigt.

Oyten - Auf rekordverdächtige neun Anklagen in nur einem Prozess hat es ein 19 Jahre alter Angeklagter gebracht. Das Amtsgericht Achim verhängte im Juni 2019 eine vierjährige Jugendstrafe wegen diverser Straftaten. Der bereits zahlreich vorbestrafte Mann legte Berufung ein. Zumindest konnte er nun am Landgericht Verden den Erfolg erzielen, dass die Strafe um ein halbes Jahr reduziert wurde, doch mit dreieinhalb Jahren ist er fernab einer Strafaussetzung zur Bewährung.

Schuldig gesprochen wurde er in erster Instanz des gemeinschaftlichen Raubes, der vorsätzlichen Körperverletzung, Sachbeschädigung, Nötigung, Diebstahls, Bedrohung und Beleidigung. Insbesondere während er noch in Oyten mit Mutter und Geschwistern lebte, hatte er die Taten begangen. Sehr zum Leidwesen seiner Nachbarn, die sich immer seinen Verbalattacken mit übelsten Beleidigungen und massiven Bedrohungen ausgesetzt sahen. „Ich bringe dich um, ich mache dich alle.“ Aktuell wohnt der gebürtige Achimer in Verden.

In der ersten Anklage vom März 2017 ging es um eine Tat im November 2016. Erst 16 Jahre alt versuchte der ehemalige Sonderschüler auf der Hamburger Reeperbahn einem Mann das Portemonnaie aus der Gesäßtasche zu ziehen. Ein zufällig anwesender Polizeibeamter verhinderte dies. Keine zwei Monate später tanzte er wiederum in der Hansestadt einen Geschädigten an und klaute diesem ein Smartphone.

Im Mai 2017 verfolgte er mit einem ebenfalls gerichtsbekannten jungen Mann 30 Minuten eine Frau durch die Bremer Altstadt. Auf ihr Smartphone und das Portemonnaie hatten sie es abgesehen. Der Angeklagte versuchte ihr die Sachen zu entreißen, er hielt die Frau am Handgelenk. Am Ende warf er ihr das Handy vor die Füße.

Nur zehn Tage später ging es wieder um das Handy einer Frau, die er erst in einer Bremer Straßenbahn beobachtet und dann verfolgt haben soll. „Ich will telefonieren, gib mir dein Handy“, soll er zunächst gefordert haben. Als die Frau dies mit der Begründung, dass sie kein Guthaben mehr habe, verweigerte, kam es zu einem Gerangel, bei dem die Frau stürzte. „Der Angeklagte beugte sich über sie und zog weiter an dem Handy. Als die Geschädigte um Hilfe rief, ergriff er die Flucht“, heißt es in der Urteilsbegründung. Bei der nächsten Tat lief er mit einem Messer hinter jemandem her und machte dabei Stichbewegungen. Es folgten weitere Bedrohungen des Nachbarn.

Nur kurz vor der ersten Tat war der Angeklagte zu 15 Monaten auf Bewährung verurteilt worden. „Mehr schlecht als recht“ hatte er die Bewährungsauflagen erfüllt. Aber auch ein zweiwöchiger Dauerarrest hielt ihn von weiteren Taten nicht ab. „Er benötigt dringend eine feste Tagesstruktur. Die Störung des Sozialverhaltns muss bearbeitet werden“, urteilten die Achimer Richter. Weil die Richter am Landgericht einen Vorfall in einer Klinik mit der Beleidigung einer Ärztin als weniger gravierend einstuften, wurde die Strafe von vier auf drei Jahre sechs Monate reduziert. Das Urteil ist rechtskräftig.

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