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„Die Mehrheit freut sich, dass es endlich losgeht“

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Von: Petra Holthusen

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Lageplan
Vor der Sporthalle an der Pestalozzistraße ist der rot markierte Erweiterungsbau der IGS Oyten geplant. © Gemeinde Oyten

Oyten – Es geht voran: Im Rathaus werden derzeit zusammen mit Fachplanern die Bauantragsunterlagen für die räumliche Erweiterung der Integrierten Gesamtschule (IGS) Oyten zusammengestellt. Mit der Baugenehmigung rechnet Claus Marx, Leiter des Fachbereichs Bildungs- und Gebäudemanagement in der Gemeindeverwaltung, im Spätherbst und mit dem Baubeginn Ende 2022. Im Januar 2024 soll der naturwissenschaftliche Komplex bezugsfertig sein.

Über den aktuellen Planungsstand und die ins Auge gefasste Zeitschiene informierte Marx am Montagabend im Rathaussaal den für Schulangelegenheiten zuständigen Fachausschuss des Gemeinderates.

Den IGS-Erweiterungsbau vor der Sporthalle an der Pestalozzistraße hatte der Rat voriges Jahr nach langwierigen Planungen beschlossen. Der Anbau soll alle naturwissenschaftlichen Unterrichtsräume und Sammlungen der Schule unter einem Dach zusammenführen. Die dadurch im Gebäudebestand frei werdenden Räume werden danach zu Klassenzimmern umgebaut, die der bis Jahrgang 13 hochgewachsenen IGS vor allem noch für ihre gymnasiale Oberstufe fehlen.

Die Gemeinde rechnet mit Kosten in Höhe von knapp vier Millionen Euro. Parallel zu den im Endspurt befindlichen Planungen werden Marx zufolge bereits die Ausschreibungen erster Gewerke vorbereitet, um noch dieses Jahr mit den Bauarbeiten starten zu können.

Vor Weihnachten hatte der seit Langem beschlossene Erweiterungsbau an der IGS nochmal kurzzeitig für politischen Wirbel gesorgt. Angesichts der drohenden Konkurrenz durch die geplante eigene Oberstufe der IGS Achim, die die Oytener IGS einige Schüler aus Achim kosten könnte, hatte Oytens Bürgermeisterin Sandra Röse die Politik um eine Bestätigung des Ausbau-Beschlusses für die Oytener Schule gebeten.

Dass sie unangefochten hinter dem Vorhaben stehen, hatten die Fraktionen von SPD und Grünen daraufhin umgehend deutlich gemacht. Alles Weitere wurde offensichtlich so weit hinter den Kulissen geklärt, dass danach weder die Verwaltung noch die große politische Mehrheit von SPD, CDU und Grünen eine erneute Abstimmung in öffentlicher Sitzung für notwendig erachteten.

Sehr zum Verdruss von FDP-Ratsherr Andreas Dotzauer: Es könne nicht angehen, dass das Ganze nicht noch mal grundsätzlich diskutiert werde. Es gehe schließlich um vier Millionen Euro, die die Gemeinde auch an anderer Stelle gebrauchen könne, so Dotzauer. Das wiederum brachte SPD-Sprecher Ralf Großklaus auf die Palme: „Wir haben in aller Ausführlichkeit lange, lange, lange über die Erweiterung gesprochen. Da brauchen wir gar nicht mehr drüber reden. Die Mehrheit freut sich, dass es endlich losgeht“, sagte Großklaus unter Beifall aus dem Zuhörerraum. SPD-Kollege Jannik Woelki kritisierte an die Adresse von FDP und AfD, die Schule immer wieder in Frage zu stellen und damit ihr Image zu untergraben.

Ähnlich äußerten sich Katja Podehl (CDU), Johanne Birreck (Grüne) und Nicola Beneke (SPD): Bei der Pädagogen-Ausbildung an umliegenden Universitäten werde die IGS Oyten als „Leuchtturm aller Gesamtschulen“ thematisiert, so Beneke. Und in Bildung investiertes Geld „ist super investiert und nützt allen Kindern in Oyten“.

Während die IGS Oyten pädagogisch hohes Ansehen genieße, sei die Ausstattung noch unterdurchschnittlich, kritisierten Eltern in Redebeiträgen. Den vermuteten Zusammenhang mit dem Weggang von Claudia Seidler, seit Gründung der Schule stellvertretende Leiterin, bestätigte Lehrervertreterin Kirsten Müller: Frau Seidler sei an die KGS Leeste gewechselt, wo sie die räumliche Ausstattung und technischen Möglichkeiten vorfinde, die sie als Stundenplanerin brauche.

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