Neddener Azubis für Gebietsentscheid qualifiziert

Leistungspflügen: Die gerade Furche allein genügt nicht

Ein junger Mann sitzt auf einem Trecker und blickt hochkonzentriert nach hinten.
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Hochkonzentriert auf dem Bock: der spätere Sieger des Wettbewerbs, Leo Badenhoop-Clausen.

Die Erde stand Freitag Kopf im Bornmoor in Oyten-Bassen. Aber nur dort, wo der Pflug angesetzt wurde. Neun landwirtschaftliche Lehrlinge zeigten beim Kreisleistungspflügen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, ob sie die Bedeutung der Bodenbearbeitung verstanden haben und einen Acker ordentlich hinterlassen.

Oyten-Bassen - Morgens schüttete es noch wie aus Eimern. Doch der Boden in Bassen kam gut klar damit, es klarte auf und bei bestem Herbstwetter rückten neun landwirtschaftliche Lehrlinge mit ihren Gespannen an. Auf einem Maisacker von Landwirt Peter Claus.

Er sah es entspannt, dass er nach dem Kreisleistungspflügen noch einmal selbst Hand anlegen musste, um den Acker wieder glatt zu bekommen. Denn neun Parzellen, an denen auch ein Keil gepflügt werden musste, hinterließen Spuren, wie zum Beispiel Spalt- und Schlussfurche. „Im kommenden Jahr merke ich das noch, dann ist es wieder gut“, sagte Claus und machte zur Beschreibung der entstandenen Unebenheiten eine Wellenbewegung mit der Hand.

Furche muss 24 Zentimeter teif sein

Pflügen ist eine Königsdisziplin und erfordert Konzentration sowie Können. Sie muss möglichst akkurat erfolgen, also mit geraden Furchen, damit der Acker später möglichst gleichmäßig ist und nachfolgende Arbeiten wie die Aussaat glatt laufen. Zudem gewinnt eine saubere Bodenbearbeitung wieder zunehmend an Bedeutung, da die Landwirte immer weniger Spritzmittel verwenden dürfen. Vorhandener Bewuchs oder Ernterückstände sollten deshalb im Anschluss des Pflügens nicht mehr zu sehen sein.

Beim Kreisentscheid noch erlaubt: Hilfe beim Messen

24 Zentimeter tief sollten die neun Teilnehmer pflügen. Dabei hatten sie zwei Zentimeter nach unten oder oben Spielraum. Immer wieder mussten die Lehrlinge vom Trecker und nachmessen. Der eine oder andere hatte Freunde dabei, die ihn unterstützten. „Im Kreisentscheid ist das noch erlaubt, beim Bezirksentscheid ist das vorbei. Da müssen sie alles alleine machen“, sagte Oberrichter Reiner Meyer (Grasdorf). Wer jetzt glaubte, Landwirte fahren mal eben so los und drehen ihren Acker auf links: weit gefehlt! Der Pflug musste eingestellt werden, Neigung und Zugpunkt mussten stimmen, und selbst der Reifendruck beim Schlepper spielte eine Rolle.

Ein Blick auf die Vorgaben: Die Dämme sollten möglichst gerade und gut aufgeworfen sein, die Furchen mussten zueinander passen, der Pflug sauber und an den richtigen Stellen eingesetzt und angehoben werden. Schlepperspuren sollten nicht zu sehen, die Schlussfurche ohne Erdeinwurf sein und das Beet musste zum Schluss einen guten Gesamteindruck hinterlassen. Wer zu häufig nachmaß, fiel auf und riskierte Punktabzug, genauso wie für die nicht erzielte Tiefe von 24 Zentimeter. Die wurde immer wieder von Henning Block und Thorsten Heemsoth kontrolliert, während ihre Richterkollegen um die Parzellen kreisten, um sich ein Bild zu verschaffen.

Juroren: Henning Block und Thorsten Heemsoth.

Zwei Auszubildende fielen von Anfang an auf: Leo Badenhoop-Clausen und Kevin Mattfeldt, die beide auf dem Betrieb von Diedrich und Lars Hogrefe (Milchproduktion Hogrefe KG) in Neddenaverbergen lernen. Sie teilten sich ein Gespann, pflügten abwechselnd mit ihrem Fendt. Mattfeldt bestätigte auf Nachfrage, dass die beiden zwei Tage lang für den Wettbewerb geübt hatten. Ihr Ehrgeiz lohnte sich: Sie entschieden den Wettbewerb auf Kreisebene für sich. Badenhoop-Clausen siegte vor seinem Mitlehrling. „Der hat einfach alles richtig gemacht“, sagte Andreas Martius, Berufsbildende Schulen Nienburg. Dritter wurde Islomov Bektosh, der ebenfalls akkurat sein Beet herstellte. Er lernt bei Dietmar Schmidt in Stapel-Vorwerk. Die drei Gewinner werden zum Gebietsentscheid eingeladen. Dort können sie sich für den Landesentscheid qualifizieren und bis zur Weltmeisterschaft gelangen.

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