Dauercamper fordern von Knaus Rücknahme der Hundeerlaubnis am Oyter See

„Kann nicht sein, dass Kinder in der Hundescheiße spielen“

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Dauercamper Peter Willenbrock fordert zusammen mit Platznachbarn von der Firma Knaus die Rücknahme der Hundeerlaubnis am Oyter See. Sein eigener Hund Teddy durfte gestern überhaupt zum ersten Mal an den Strand – nur auf Herrchens Arm und nur fürs Foto.

Oyten - „Mit Herrchen auf den Campingplatz – das ist für Teddy das größte“, sagt Peter Willenbrock und knuddelt seinen quirligen Yorkshire-Rüden. Seit zweieinhalb Jahren ist Willenbrock Dauercamper im Knaus-Park am Oyter See. Das Wasser aber hat Teddy nie gesehen. „Ein richtiger Hundebesitzer“, sagt Willenbrock und meint damit Verantwortungsbewusstsein, „lässt seinen Hund nicht ins Wasser und an den Strand, wo Kinder sind.“

Auf den Gedanken, mit seinem Hund um den See zu laufen, wo zudem im hinteren Bereich fast unberührte Natur ist und viele Vögel brüten, wäre der Camper nie gekommen. Dass das jetzt erlaubt ist und von Knaus beworben wird, treibt Willenbrock auf die Barrikaden: „Hier geht Hundewohl vor Kindeswohl. Aber das kann nicht sein, dass Kinder in der Hundescheiße spielen.“

Zusammen mit anderen Dauercampern hat der Rentner aus Achim die Firma Knaus aufgefordert, die Freigabe des Seeareals für Hunde wieder zurückzunehmen. Auf dem Campinggelände selbst sind Hunde seit einigen Jahren erlaubt; es herrscht Leinenpflicht und Kollegen auf dem Platz sprechen nach Willenbrocks Worten von einem langjährigen „manierlichen Miteinander und gegenseitiger Kontrolle“. Zum Gassigehen steuern die meisten den angrenzenden Wald an, und überall auf dem Gelände verteilt waren Mülltonnen, in denen die Camper die Hinterlassenschaften ihrer Hunde entsorgten. Die Mülleimer wurden alle abgebaut, kritisieren die Dauercamper, dafür wurden Papierkörbe aufgehängt mit Tütenspendern darüber – „ganze vier Stück für den ganzen See und den Campingplatz“, spöttelt Willenbrock. Und dann noch „als billige Version mit offenen Papierkörben anstelle von richtigen Hundeklos“.

Auf dem Weg um den See stellt Willenbrock jetzt vermehrt Hundehaufen fest, und „auch am Camper-Strand, den wir selbst hegen und pflegen, machen sie hin“.

„Ab sofort können Sie Ihre Hunde zum Planschen und Abkühlen an den Oyter See mitnehmen. Nach langen Bemühungen sind Hunde nun am kompletten Oyter See, also über den ganzen Rundweg, erlaubt, solange sie an der Leine geführt werden. In Kürze wird es bei uns auch einen kleinen Hundestrand geben, an dem Ihre Vierbeiner mit Ihnen baden können (ebenfalls Leinenpflicht)“ – damit wirbt der Knaus-Campingpark seit Juni auf seiner Homepage um eine neue Camper-Klientel. „Aber wir Dauercamper wussten gar nichts davon – wir haben immer noch die Hundebesitzer vom Strand verscheucht“, erzählt Willenbrock, der ein ums andere Mal beobachtet, wie Hundebesitzer, „die sonst nie was mit dem See zu tun hatten“, aufs Gelände und an den Strand spazieren und nicht selten ihre Hunde von der Leine lassen: „Aber wer kontrolliert das? Und wer ahndet das?“ Und der Hundestrand sei bis heute nicht eingerichtet: „So was macht man doch vorher! Bevor man den See freigibt!“, regt sich Willenbrock auf.

Ihren Unmut über all das brachten 48 Dauercamper unter Federführung von Willenbrock in einer Versammlung zum Ausdruck, deren Protokoll sie Knaus-Regionalmanager Wilhelm Has schickten – verbunden mit der Aufforderung, die Hunde-Erlaubnis am See wieder zurückzunehmen. Erst passierte nichts, nach einer unfreundlichen Nachfrage Willenbrocks kam das Management zum Gespräch, „bei dem alles abgebügelt wurde“, so der aufrührerische Dauercamper, der nun täglich mit einer Kündigung durch Knaus rechnet: „Mehrfach wurde mir gesagt: Wenn Ihnen das nicht gefällt, können Sie ja gehen. Aber das ist für mich keine Argumentation.“

Knaus-Regionalmanager Wilhelm Has war für Nachfragen gestern nicht zu erreichen.

pee

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