Gründungsväter von Blocks Huus Bassen blicken auf 20 Jahre Vereinsgeschichte zurück

Das Herz des Dorfes

Gründungsväter und heutige Vorständler vor Blocks Huus
+
Gründungsväter und heutige Vorständler blicken auf 20 Jahre Verein Blocks Huus zurück: (v.re.) Albert Duhn, Torsten Knobelsdorf, Christa Junge, Christel Barning, Hinrich Wilkens, Hinrich Claus und Erich Block.

Bassen – Als Bürgermeister Albert Duhn mal drei Wochen zur Untätigkeit verdammt im Krankenhaus lag, kam er ins Fantasieren. Durch seinen Kopf spukte die stillgelegte alte Hofstelle Block in der Bassener Dorfmitte, die gerade zur Zwangsversteigerung anstand. Wohnhaus, Stallungen und Kornscheune – ließe sich daraus nicht ein wunderbarer Dorfmittelpunkt machen? Ja!, befand Duhn. Das war vor mehr als 20 Jahren die gedankliche Geburtsstunde von Blocks Huus, heute ein quicklebendiger Veranstaltungs- und Begegnungsort für eine unglaubliche Vielfalt von Nutzern. Am Anfang jedoch stand ein ungeheurer Berg von Arbeit, den nur eine starke Gemeinschaft zu bewältigen imstande ist.

Diese Gemeinschaft formten Albert Duhn, Christel Barning, Hinrich Claus und Erich Block (zufälliger Namensvetter des früheren Hofbesitzers) als Gründungsväter der Dorfgemeinschaftsanlage für knapp 3500 Bassener. Dafür hoben sie im März 2001 mit insgesamt 103 Mitgliedern den Trägerverein für Blocks Huus aus der Taufe. Zum ersten Vorstand gehörten auch Heiko Oetjen und Thomas Biesewig. Albert Duhn, heute Ehrenvorsitzender, führte den Verein bis 2013. Danach übernahm Werner Schmidtke, und seit 2015 ist Christa Junge die Vorsitzende des Dorfgemeinschaftsvereins mit heute 350 Mitgliedern.

Die Bassener überzeugten die Gemeinde Oyten, die historische Hofstelle vor Investoren und dem Abbruch zu retten und sie selbst zu ersteigern. Das Anwesen der Dorfgemeinschaft zu widmen, darum „mussten wir aber schon etwas kämpfen“, sagt Hinrich Claus. Für 1,6 Millionen Mark, so erinnert sich Christel Barning, erwarb die Kommune das auf 2,4 Millionen Mark geschätzte Ensemble samt 200 Morgen Land und 28 Morgen Wald. Die Gemeinde zog daraus am Ende sogar einen Geldgewinn, erzählen die Blocks-Huus-Pioniere, denn das Land wurde in viele Bauplätze umgemünzt. Als Eigentümerin der Hofstelle samt vermietetem Wohnhaus legte die Kommune die Trägerschaft der Gemeinschaftsanlage gleich zu Beginn in die Hände des dafür gegründeten Vereins.

Und der machte daraus ein Vorzeigeprojekt: 2002 legten die Bassener mit der Kernsanierung und dem Umbau von Ställen und Scheune los. Hunderttausende flossen als Zuschuss aus der Dorferneuerung in das Vorhaben. Die meisten Arbeiten am Bau erledigten unermüdliche freiwillige Helfer: 20 000 Stunden Eigenleistung steckten sie an Abenden und Wochenenden in die Schaffung ihres Dorfgemeinschaftshauses.

„Jeden Donnerstagabend hing ich am Telefon und trommelte die Leute für die Arbeitsdienste zusammen“, erinnert sich Albert Duhn. Mitstreiter Erich Block erinnert sich an eine „eingeschworene Gemeinschaft damals“. Das gemeinsame Anpacken hat er für sich auch als „persönlichen Gewinn“ erlebt: „Ich hab" so viele Leute kennengelernt beim Schubkarre schieben...“ Dass viele zusammen die Ärmel hochkrempelten, örtliche Handwerker und Landwirte samt eigenem Gerät mithalfen, war für Erich Block das Geheimnis des Erfolgs: „Wir waren eine große Gemeinschaft – und das war zielführend.“

Wo früher das Vieh stand, entstanden die Kurs- und Veranstaltungsräume, die der Verein auch an Privatleute vermietet. Aus den Einnahmen finanziert er die Unterhaltung von Haus und Hof. „Der Verein erwirtschaftet alle Betriebskosten selber“, betont Erich Block. Im Juli 2005 feierte Bassen die Einweihung von Blocks Huus. „Mit hohem ehrenamtlichen Engagement und großem Zuspruch aus der Bevölkerung haben die Mitglieder des Vereins Blocks Huus Bleibendes für Generationen geschaffen“, sagt Christel Barning.

Das ehrenamtliche Engagement für das Herz des Dorfes hielt und hält bis heute an. 2012 erweiterten die Macher das Hofensemble um eine Remise für landwirtschaftliches Gerät. Verschiedene Arbeitsgruppen halten Hof und Haus in Schuss und füllen es mit Leben. Wie es früher in Handwerk, Handel, Küche und Dorfschule zuging, erzählen die vielen Exponate im 2009 eingerichteten Dorfmuseum unter dem Dach von Blocks Huus. Die anderen Räume belegen Tanzkreise, Deutschkurse, das Gemeindearchiv, Doppelkopfabende, Lese- und Malveranstaltungen, Blutspendetermine, die vereinseigenen Chöre, die Theatergruppe i-Pünktchen sowie Musikgruppen, die sich für Proben einmieten können. Die Kornscheune ist Schauplatz von Erntefesten, Public Viewings, Weihnachtsmärkten und Kaffeekonzerten – und seit 2012 der Lebensmittelausgabe durch die Tafel.

Von Petra Holthusen

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Jakobskreuzkraut: Der Blutbär findet’s gut

Jakobskreuzkraut: Der Blutbär findet’s gut

Jakobskreuzkraut: Der Blutbär findet’s gut
Amazon Achim: „System des Drucks“? Sprecher kontert Kritik am Online-Händler

Amazon Achim: „System des Drucks“? Sprecher kontert Kritik am Online-Händler

Amazon Achim: „System des Drucks“? Sprecher kontert Kritik am Online-Händler
Droht Einsturzgefahr von Gebäuden?

Droht Einsturzgefahr von Gebäuden?

Droht Einsturzgefahr von Gebäuden?
Schrott, eine halbe Kugel und ein alter Knopf

Schrott, eine halbe Kugel und ein alter Knopf

Schrott, eine halbe Kugel und ein alter Knopf

Kommentare