Daniel Moos verlässt die Oytener Gemeindeverwaltung nach 28 Jahren

Der Mann zur besonderen Verwendung

Daniel Moos vor dem Oytener Rathaus
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Fachbereichsleiter Daniel Moos lässt am Freitag das Oytener Rathaus hinter sich und geht ab dem 1. November neue berufliche Herausforderungen in Achim an. Bis dahin baut er Überstunden und Urlaubstage ab – und hat eine lange Liste, „was zu Hause alles zu tun ist“. Liegen geblieben ist da eine Menge in den letzten Jahren.

Oyten – Nach der Wahl von Daniel Moos zum künftigen Ersten Stadtrat und zweiten Mann im Achimer Rathaus gehörte Hans-Joachim Hartmann neulich zu den Ersten, die dem 47-Jährigen zu dem Karrieresprung gratulierten. Hartmann war seinerzeit in Oyten Gemeindedirektor, als Moos 1993 im dortigen Rathaus seine Verwaltungslaufbahn startete. „Er hat die Weichen für mich gestellt“, sagt Moos, der seit Langem zur Führungsriege der Oytener Verwaltung gehört, die er nun nach 28 Jahren verlässt.

Die Verbindung zu seinem ersten Förderer riss nie ab. Hartmann war es, der den jungen Beamten nach seinem dualen Studium zum diplomierten Verwaltungswirt als „ZBV“ einsetzte – zur besonderen Verwendung, direkt dem Gemeindedirektor unterstellt. „Heute würde man dazu Projektmanagement sagen“, lächelt Moos. Projekte hat er, der in Hamburg geboren wurde, in Oyten aufgewachsen ist und hier mit Frau und zwei Töchtern zu Hause ist, in 28 Jahren so einige gemanagt.

Gleich das erste war eine Herausforderung ganz nach Moos" Geschmack: EDV-Aufbau im Rathaus. Bis dahin gab"s zwei, drei vereinzelte Rechner: „Da konnten die Leute rangehen und in Word was eintippen.“ Moos plante Netzwerk und Verkabelung im Rathaus, beschaffte Server und Software für alle Sachgebiete. Dass er sich in den einzelnen Verwaltungsbereichen schon gut auskannte, war einer anderen „ZBV“-Aufgabe zu verdanken: Hartmann ließ Moos bei allen Verwaltungsausschuss- und Gemeinderatssitzungen das Protokoll führen: „Da kriegt man alles mit und hat schnell einen großen Überblick.“

Später verkaufte Moos kommunale Baugrundstücke, organisierte alle politischen Wahlen („Ein echter Stressfaktor, wenn bei den Auszählungen was in die Hose geht“), koordinierte die Arbeitsgemeinschaft Oytener Sportvereine, war intern für Personalangelegenheiten zuständig, für IT, Ratsbüro und Sitzungsdienst. Er verwurzelte fest im damaligen Hauptamt, heute Fachbereich Zentrale Dienste, dessen Aufgabenbereich stetig wuchs.

2005 übernahm Moos die Fachbereichsleitung. Zum großen Sachgebiet Schulen kamen kurz danach die Kindertagesstätten hinzu: „Das war eine strategische Entscheidung, beides zusammen an einem Tisch zu denken.“ Die Kitas No. 6 und 7 im Gemeindegebiet wurden gebaut, an den ersten fünf jeweils angebaut. Die achte, für die der Bedarf da ist und die als Bewegungs-Kita projektiert werden soll, muss Moos nun Anderen überlassen. Dass Oyten heute für 70 Prozent der Kleinkinder einen Krippenplatz anbieten kann, macht ihn stolz.

Ein „großartiges Projekt“ sei die millionenschwere neue Sportanlage Stader Straße gewesen. Federführend managte Moos auch die 800-Jahr-Feier Oytens 2004 und die frühere Städtepartnerschaft mit dem ungarischen Dunapataj. Das wohl größte Projekt, das er maßgeblich mit umsetzte, ist Oytens Integrierte Gesamtschule, damals die erste IGS im Kreis. Schon vor dem Start 2012 arbeitete er als Vertreter des Schulträgers an der Schulplanung und der pädgogischen Konzeptentwicklung mit. Moos hat die IGS von Anfang an begleitet. Auch als Vater: Seine älteste Tochter gehörte zum ersten Jahrgang und jetzt zu den ersten Abiturienten.

Herausforderungen annehmen, konzeptionell arbeiten, „das mache ich gerne“, sagt Moos. Und wenn da erstmal „eine Vision im Kopf ist, werden die Ärmel hochgekrempelt“. Das erklärt seinen Berg an Überstunden, den er ab nächster Woche abbaut. Freitag ist sein letzter Tag im Oytener Rathaus, am 1. November erst Dienstbeginn in Achim. „Ich bin keiner, der nur verwaltet, ich will immer etwas mit anderen zusammen bewegen“, so Moos. Dafür brauche es das Vertrauen der Politik und ein gutes Team. Beides habe er in Oyten gehabt: „Da ist ganz viel gewachsen über die Jahre.“ Kontakt, Austausch und das Einbinden aller Beteiligten in Entwicklungsprozesse war und ist ihm wichtig. Demnächst dann im Achimer Rathaus. Seit ein paar Jahren schon habe er sich immer mal wieder Gedanken gemacht, nochmal was Neues anzugehen: „Ich bin ja seit meiner Schulzeit hier im Oytener Rathaus.“ Die Achimer Stellenausschreibung kam genau zupass. „Entweder jetzt oder gar nicht mehr“, überlegte der 47-Jährige, setzte sich in dem Bewerbungsverfahren für die Führungsposition souverän durch und freut sich jetzt auf herausfordernde Projekte in der Nachbarstadt. Ansonsten aber „bin und bleibe ich Oytener“...

Von Petra Holthusen

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