Bewohner eines Seniorenheims mit Sars-CoV-2 -Virus infiziert

Nach Corona-Ausbruch mit 28 Fällen in Oyten: Krisenstab organisiert Hilfe

Noch am Sonntag wurden THW, Rotes Kreuz und Johanniter an der Oytener Einrichtung tätig.
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Noch am Sonntag wurden THW, Rotes Kreuz und Johanniter an der Oytener Einrichtung tätig.

Oyten – Der Corona-Ausbruch in einem Oytener Alten- und Pflegeheim hat noch am Sonntag eine enorme Dynamik in Gang gesetzt. Der Krisenstab war im Kreishaus in Verden zusammengekommen und hat eine Reihe von Sofort-Maßnahmen eingeleitet. An der Einrichtung in Oyten liefen Technisches Hilfswerk, Rotes Kreuz und Johanniter Unfallhilfe auf, um eine Hygieneschleuse zu errichten und auszustatten.

  • Donnerstag wurde in einem Oytener Seniorenheim der erste Corona-Fall bestätigt
  • Nach dem Corona-Ausbruch ist die kritische Grenze von 50 neuen Fällen pro Woche zwar nicht überschritten worden.
  • Aber mit 42 Neuinfektionen haben die Oytener Fälle das Kreisgebiet Verden der Grenze näher gebracht, als je zuvor.

Oytener Seniorenheim verfügt über Einzel- und Doppelzimmer - Trennung von Corona-Infizierten und Nichtinfizierten möglich

Die Steuerung der Lage setzte sich gestern im Verdener Kreishaus fort. Bei den Eindämmungs- und Unterstützungsmaßnahmen in den zurückliegenden Tagen habe sich wieder einmal die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit den Hilfsorganisationen über den Katastrophenstab gezeigt, zog Landrat Peter Bohlmann in der kritischen Situation eine positive Bilanz. „Der Stab und das Gesundheitsamt sind nach wie vor mit Hochdruck im Einsatz“, teilte Bohlmann auf Anfrage mit.

Nachdem Tests ergeben hatten, dass auch 20 Bewohner sich mit dem Sars-CoV-2 -Virus angesteckt haben, stellte sich nicht nur die Frage nach deren Versorgung und Pflege, sondern auch deren medizinischer Betreuung. Erst am Donnerstag wurde der erste Corona-Fall dort bestätigt. Die Ansteckungsgefahr für die übrigen Bewohner musste eingedämmt werden. Das Seniorenheim verfügt über 42 Einzel- und drei Doppelzimmer, die zur Trennung von Betroffenen und Nichtinfizierten genutzt werden.

Die Organisation von Pflege und Versorgung blieb auch gestern dringlichste Aufgabe. Das Technische Hilfswerk (THW) hatte noch am Sonntag dafür ein Zelt aufgebaut, berichtete Bohlmann. Es soll als Hygieneschleuse genutzt werden. Damit schaffe sie als „Schwarz-weiß-Bereich“ die Trennung zwischen dem Inneren der Einrichtung und dem Umziehen der Mitarbeiter und Reinigen der Arbeitskleidung.

Im Kreisgebiet Verden sind 214 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden - Neuerkrankte stammen aus dem Nordkreis

„Die Aller-Weser-Klinik (AWK), das Rote Kreuz (DRK) und die Johanniter-Unfall-Hilfe (JuH) haben aus ihrer Organisation Personal zur Sicherstellung des Betriebes gewinnen können“, berichtete Bohlmann. Bereits am Sonntag war klar, dass acht der 39 Mitarbeiter des Hauses, die nicht alle Vollzeitkräfte sind, erkrankt sind und ausfallen. Die Rückverfolgung der Infektionsketten habe keine Erkenntnisse ergeben, die weitere Schließungen von Kindertagesstätten oder Schulen über den bisherigen Stand hinaus erforderlich machen würden.

„Letztlich hat sich die Gesamtzahl der Infektionen durch den Ausbruch im Vergleich zu gestern nicht verändert“, ordnete Bohlmann die Entwicklung seit der zurückliegenden Woche ein. Vor allem der Ausbruch mit 28 neu erkrankten Covid-19-Patienten in der Oytener Einrichtung sorgte dafür, dass die Zahl der Erkrankten im Kreisgebiet seit Freitag deutlich angestiegen ist. Hinzu kamen drei weitere Fälle, ein Zuwachs also, der im gewohnten Rahmen geblieben sei.

Mit Stand von gestern um 14 Uhr meldete das Gesundheitsamt die Zunahme der Infektionen um 31 Patienten seit Ende vergangener Woche. 214 Personen sind damit insgesamt im Kreisgebiet nachweislich positiv auf das Coronavirus getestet worden. Bei den Neuerkrankten handelt es sich dem Bericht zufolge um 26 Frauen und fünf Männer, alle aus dem Nordkreis.

Kritische Grenze von 50 neuen Corona-Fällen pro Woche ist nicht überschritten worden

Von den bislang infizierten Personen sind inzwischen 159 aus der häuslichen Quarantäne entlassen worden. Damit sind seit Freitag zwei weitere Patienten genesen. In stationärer Behandlung sind zurzeit sieben Personen. Bislang sind zwei Personen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben.

Aktuell sind demnach 53 Personen an Covid-19 erkrankt. Nach dem Ausbruch ist die kritische Grenze von 50 neuen Corona-Fällen pro Woche nicht überschritten worden. Mit 42 Neuinfektionen seit 8. Juni haben die Oytener Fälle das Kreisgebiet der Grenze aber stärker angenähert, als je zuvor.

Von Ronald Klee

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