Kita- und Lerngruppe geschlossen

Corona-Ausbruch in Pflegeheim: 28 Personen in Oyten betroffen

Einsatzkräfte von THW und Rettungsdienst errichten in Oyten vor einem Seniorenheim ein Corona-Notfallzentrum.
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Nach einem Coronavirus-Ausbruch mussten in Oyten Notfallmaßnahmen eingeleitet werden.
  • Dieter Sperling
    vonDieter Sperling
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Landkreis/Oyten – Der am Donnerstag erste bestätigte Coronafall in einem Pflegeheim in Oyten zieht weitere Kreise. Durch den Ausbruch in der Pflegeeinrichtung erhöhte sich die Gesamtzahl der Infizierten im Landkreis Verden seit Freitagnachmittag um 28 auf nunmehr 211 Personen – so der offizielle Stand von Sonntagabend. Damit sind im Landkreis Verden aktuell 52 Menschen mit dem Virus infiziert.

Seit Donnerstag hat sich der Gesundheitszustand von vier Bewohnern des Oytener Heims verschlechtert. Unter dem Pflegepersonal hat laut einer Mitteilung des Landkreises nur eine Person derzeit stärkere Symptome.

Von dem Ausbruch in Oyten betroffen sind acht Pflegekräfte sowie 20 Bewohnerinnen und Bewohner des Heimes. Das entspricht in etwa 40 Prozent der Heimbelegung. „Die Bewohner wurden noch am Freitagabend kassenärztlich und vom Gesundheitsamt untersucht“, berichtet Jutta Dreyer, Amtsärztin des Landkreises

Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen wegen Coronavirus umgehend eingeleitet

Weitere Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen zur Anpassung an die Situation seien umgehend seitens des Gesundheitsamtes mit dem Betreiber der Einrichtung kommuniziert worden, so Dreyer. „Vor dem Hintergrund der massiven Personalausfälle ist absehbar, dass der Betrieb der Pflegeeinrichtung nur mit externer Hilfe sichergestellt werden kann“, berichtet Landrat Peter Bohlmann. Vor diesem Hintergrund sei der Krisenstab des Landkreises am Sonntag außerplanmäßig zusammengetreten. Im Vordergrund der Krisenintervention stehe momentan die Personalgewinnung, so Bohlmann.

Wichtigste Vorgabe sei zudem die umgehende räumliche Trennung zwischen den Infizierten und Nichtinfizierten innerhalb des Heimes. Auch ein Besuchsverbot sowie ein Aufnahmestopp für das Heim seien verfügt worden. Aktuell sind die Mitarbeiterinnen des Verdener Gesundheitsamtes mit der Ermittlung und Rückverfolgung der Kontaktpersonen der acht infizierten Pflegekräfte befasst. Es liegen mit Blick auf die Infektionskette jedoch noch keine Erkenntnisse vor.

Weitere Schließungen von Kitas oder Schulen aktuell nicht erforderlich

„Wir schauen insbesondere, ob die Kinder der infizierten Personen eine Infektionsquelle in Kindergärten oder Schulen sein könnten“, erklärt Amtsärztin Dreyer. Im Ergebnis der Recherchen wurden bislang jetzt lediglich eine Kindergartengruppe in der Kita Bassen und eine Lerngruppe der 7. Klassen an der IGS Oyten bis zum Vorliegen weiterer Testergebnisse geschlossen. Weitere Kinder besuchen entweder die 6. Klasse, die noch nicht wieder zur Schule geht, oder waren vor längerer Zeit zu Abschlussprüfungen in der Schule. Weitere Schließungen von Kindertagesstätten oder Schulen seien nach derzeitigem Stand nicht erforderlich.

Mit Blick auf die Infiziertenzahlen im Pflegeheim könne zwar keineswegs Entwarnung gegeben werden, so Landrat Bohlmann, allerdings sei es dem schnell und umsichtig agierenden Gesundheitsamt zu verdanken, dass die Lage auf das Haus eingegrenzt werden konnte. Jetzt gehe es mit Hochdruck um die medizinische und pflegerische Unterstützung der Betroffenen und deren Angehörigen.

Landkreis schrammt knapp an Corona-Obergrenze des Landes Niedersachsen vorbei

„Mit dem plötzlichen Anstieg an Infizierten schrammt der Landkreis Verden derzeit knapp an der kritischen Grenze von 50 zusätzlichen Corona-Fällen pro Woche vorbei“, so Peter Bohlmann weiter. Die Grenze liege in Niedersachsen bei 35 Fällen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen.

Für Landrat Bohlmann verdeutlicht die sofortige und erfolgreiche Begegnung des Ausbruchs die Stärke des kommunalen Gesundheitsamtes, das mit seinem Spezialwissen zum Infektionsgeschehen und seinen Ortskenntnissen unmittelbar zur Stelle sei. Gleichzeitig werde deutlich, dass die derzeitigen weitgehenden Lockerungen nur funktionierten, wenn Abstände eingehalten würden und die Rückverfolgung der Infektionsketten gewährleistet sei.

„Darüber hinaus aber müssen breit angelegte und anlasslose Testungen durchgeführt und finanziert werden“, fordert Bohlmann.

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