„Coras Sonnenhof“ in Bassen

Ein Platz für Haustiere, die niemand will

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Christina Bringmeier hat ein Herz für Hunde, die keiner mehr will. Sie braucht dringend Unterstützung.

Bassen - Von Elke Keppler. Sie sind alt und pflegebedürftig, manchmal blind oder so krank, dass niemand sich diese Last aufbürden will. Andere vertragen sich nicht mit Artgenossen, was diese Hunde ebenfalls schwer vermittelbar macht. Für Christina Bringmeier aus der Bassener Wiemark Grund genug, sich den Vierbeinern, die aus ausländischen und deutschen Tierheimen stammen, anzunehmen.

Die ausgebildete Orchestermusikerin mit dem Fachgebiet Bratsche, aus ideellen Gründen langjährige Mitarbeiterin im Bremer Tierheim, hat 2015 in Bassen die Zuflucht „Coras Sonnenhof e.V“ gegründet und kümmert sich seither um Hunde, die ausgesetzt, abgeschoben und ohne Chance sind. Sie bietet ihnen eine neue Heimat, in der sie Vertrauen fassen können, gepflegt werden, ausreichend zu fressen haben und tierärztlich versorgt werden.

Da ist Virgilio, zwölf Jahre alt: Davor lebte er elf Jahre in einem trostlosen Tierheim in Italien. Enge Zwinger, Betonboden, kein Auslauf und keine Zuwendung. Er kam aus dem Land, in dem die Zitronen blühen nach Bassen und lebt jetzt in einem kleinen Paradies, wird liebevoll versorgt und genießt seine letzte Zeit. „Er lebt auf und erholt sich von Tag zu Tag“, berichtet Bringmeier.

Ebenso ergeht es Tiffy und anderen Hunden, die bisher nicht gewohnt waren, dass Mensch sich liebevoll um sie kümmert. Freddy, ein alter Rauhaardackel, etwas zauselig, musste ins Tierheim, weil seine Besitzer pflegebedürftig ins Altenheim kamen und inzwischen verstorben sind. Er mag keinen Trubel und ist froh, wenn er auf seine alten Tage seine Ruhe hat.

Dieser treu dreinblickende Mischlingshund ist ebenfalls ein Bewohner von „Coras Sonnenhof“.

Paul, ein Mix undefinierbarer Herkunft ist noch jung. Gerade mal zehn Monate alt leidet er unter einer Anomalie der Speiseröhre. Er muss dreimal pro Tag per Hand gefüttert werden. Als er nach Bassen kam, war er in einem erbarmungswürdigen Zustand, dem Verhungern nahe und wäre in Italien auch diesen Tod gestorben. Denn eine derart aufwendige Versorgung wäre dort nicht möglich gewesen. Sieht man diesen lebhaften, freundlichen und überaus agilen Hund heute, kann man sich sehr gut vorstellen, dass er ein langes, fröhliches Leben vor sich hat.

Ein alter Mischlingsrüde liegt bei den ersten Sonnenstrahlen des Frühlings im Garten in der Sonne. Als Italiener liebt er die Wärme. Er ist auf beiden Augen blind, kommt aber dennoch zutraulich näher und orientiert sich bei den Besuchern an seinem ausgeprägten Geruchssinn. Streicheleinheiten nimmt er gerne.

Tiere reagieren mit Dankbarkeit

Was solche Lebenserfahrungen mit dem angeblich besten Freund des Menschen machen, ist grausam und kaum nachzuvollziehen. Christiane Bringmeier hat sich auf die Eigenschaften ihrer Schützlinge eingelassen, was diese mit einer deutlichen Dankbarkeit beantworten. Sie behandelt jeden Hund individuell und arbeitet eng mit einer niedergelassenen Tierklinik zusammen.

Aber das kostet, denn Medikamente sind teuer, von den Futter- und Impfkosten ganz abgesehen. Ihre Aufgabe, die sich auf dem Sonnenhof konzentriert, wird von einigen wenigen Vereinsmitgliedern unterstützt. Das Gelände an der Wiemark ist mit großen Auslaufflächen ideal. Das Wohnhaus, in dem auch die Hunde untergebracht sind, leider nicht. Treppen erschweren für die alten Hunde den täglichen Ablauf und so ist Christina Bringmeier ebenso auf der Suche nach einem anderen Domizil wie nach mehr Vereinsmitgliedern und Unterstützern.

Auch Hundefreunde, die sporadisch helfen wollen – sei es durch Spenden, Patenschaften, Futter oder tätige Mithilfe – sind herzlich willkommen. Kontakte können unter 0176 / 78662085 aufgenommen werden. Ausführliche Informationen gibt es auch auf der Facebookseite „Coras Sonnenhof e.V.“.

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