Christa Junge ist Oytens Integrationsbeauftragte / Ehrenamtler nicht überfordern

Neuer Job als Herzenssache

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In Zimmer 1 im Rathaus hat sie ihr Büro: Christa Junge, als Integrationsbeauftragte der Gemeinde Oyten neueste Mitarbeiterin von Bürgermeister Manfred Cordes.

Oyten - „Ich will, dass Integration in Oyten gelingt.“ Und während Christa Junge gerade überlegte, was sie dafür tun könnte, kam ihr die Stellenausschreibung der Gemeinde Oyten zwischen die Finger: Integrationsbeauftragte/r gesucht. Die 53-jährige Bassenerin bewarb sich auf die Vollzeitstelle, setzte sich im Auswahlverfahren gegen 50 Mitbewerber durch und ist seit dem 1. Februar kommunale Integrationsbeauftragte (wir berichteten kurz). Hauptberuflich an der gesellschaftlichen Herausforderung der Flüchtlingsintegration mitarbeiten zu können, das nennt Christa Junge für sich einen „Glücksfall“.

In den ersten zweieinhalb Wochen hat sie sich ein umfassendes Bild gemacht; hat Kontakte geknüpft zu Behörden und dem Verbund „Arbeit im Landkreis Verden“, hat die Sprachcafés aufgesucht, hat alle 16 bestehenden und im Ausbau befindlichen Flüchtlingsunterkünfte im Gemeindegebiet besucht und viele der Bewohner kennen gelernt, deren Zahl von zurzeit 150 bis Ende März auf mehr als 300 anwachsen wird. Sie hat sich mit der jeweiligen Situation der Menschen vertraut gemacht und damit, wie sie ehrenamtlich betreut werden: „In Oyten gibt es eine unglaublich tolle Zahl von Ehrenamtlichen, die überall begleitend dabei sind, ob bei medizinischen Notfällen, der Anmeldung in der Schule oder beim Lernen der Sprache.“

80 bis 100 ehrenamtliche Flüchtlingsbetreuer sind aktuell in der Gemeinde engagiert, und ihre Arbeit zu koordinieren und zu vernetzen, ist eine von Christa Junges Hauptaufgaben. „Mir liegt am Herzen, dass Ehrenamtliche nicht überfordert werden“, sagt sie, „sie sollen für sich ein gutes Gefühl haben und ihre Arbeit wertgeschätzt wissen.“

Christa Junge hat selbst „schon immer“ in verschiedenen Bereichen ehrenamtlich gearbeitet, seit vorigem Jahr ist sie Vorsitzende des Dorfgemeinschaftsvereins Blocks Huus in Bassen, außerdem aktive Chorsängerin und Leichtathletin. Von Beruf ist die Mutter zweier erwachsener Töchter Wirtschaftsingenieurin für Transportwesen. Sie hat in Logistik- und IT-Unternehmen gearbeitet und sich später beruflich Richtung Personalarbeit verändert. Zuletzt hatte sie in Erwägung gezogen, sich selbstständig zu machen – „bis zu dieser Stellenausschreibung. Darauf musste ich mich einfach bewerben.“ Die Chance, „hauptberuflich zum Gelingen von Integration beizutragen, der Angstspaltung der Gesellschaft entgegen zu wirken und mit Menschen zu arbeiten, die positiv ticken“, findet Christa Junge „einfach klasse“. Positiv tickende Menschen sind für sie die Ehrenamtlichen, denen sie im Rahmen der Unterstützung auch qualifizierende Maßnahmen anbietet – wie Schulungen zu Integrationslotsen, Asylbegleitern oder Sprachlerntrainern. Nächste Woche trifft sich Christa Junge mit zehn Ehrenamtlichen, die Aufbau und Betrieb einer Kleiderkammer für Flüchtlinge im alten Aldi-Markt an der Hauptstraße übernehmen wollen.

Sprechzeiten im Rathaus hat die Integrationsbeauftragte donnerstags von 15 bis 17.30 Uhr und nach Vereinbarung (Telefon 04207- 914045, E-Mail: christa.junge@oyten.de). Wert und Wichtigkeit der vom Rat neu geschaffenen Stelle betont Bürgermeister Manfred Cordes: „Flüchtlinge sind neue Mitbürger, und wir müssen alle Möglichkeiten ausschöpfen, ihre Integration zu meistern. Dieser Verantwortung stellen wir uns als Gemeinde.“

pee

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