Campingplatzbetreiber: „Reagieren auf Trend“ / Hunde-Badestrand geplant

Ärger über Aufhebung des Hundeverbots am Oyter See

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Das Hundeverbot am Oyter See ist aufgehoben, dennoch sind die Vierbeiner nach wie vor an der Leine zu führen.

Oyten - Von Tobias Woelki. Das Hundeverbot am Oyter See hat die Firma Knaus als Betreiber des Campingplatzes und Mitbesitzer des Sees aufgehoben. Darüber erboste sich ein Anlieger auf der jüngsten Sitzung des Gemeinderates Oyten. „Denn die Schilder sind inzwischen abgenommen worden. Wenn nun die Hunde zugelassen sind am Oyter See, bin ich empört“, schimpfte der Anlieger.

Sein Ärger löste eine interessante Diskussion um Hunde und Hundekot in der Ratssitzung aus. „Es gibt eine Arbeitsgruppe des Gemeinderates für den Oyter See, um alles auf Vordermann zu bringen und um Aufgaben zu übernehmen, für die sie allerdings nicht zuständig ist, aber trotzdem für die Bürger machen will. Die Arbeitsgruppe beriet auch über das Aufheben des Hundeverbots“, entgegnete Bürgermeister Manfred Cordes. Und weiter: „Wo die Schilder standen, das ist das Eigentum der Firma Knaus, die dort die Schilder abgenommen hat. Wir sind im Gespräch. Es sind viele Beschwerden an die Gemeinde herangetragen worden. Wir gucken nun, wie wir damit umgehen, um eine Lösung herbeizuführen.“ Er verwies aber auch darauf: „Wo die Firma zuständig ist, ist Privatgelände.“

Ratsvorsitzender Siegfried Ukat (SPD) betonte: „Ich wurde auf das Thema ebenfalls angesprochen, habe aber nur positive Rückmeldungen erhalten.“ Ukat konnte die Aufregung nicht nachvollziehen.

„Mich hat das Ganze auf die Palme gebracht. Ich sehe den Sinn absolut nicht darin. Denn es geht soweit, dass die Hunde ohne Leine am Strand laufen gelassen werden. Der Strand wird also in Ordnung gebracht, damit die Hunde im Wasser baden können, wo auch gleichzeitig auch Kleinkinder und andere schwimmen gehen wollen. Das hat mit Hygiene nichts mehr zu tun. Ich sehe nun nicht, dass Oyten der Mittelpunkt für die Hundewelt werden muss. Hundescheiße haben wir genug überall rumliegen. Das müssen wir nicht am Oyter See noch steigern“, ärgerte sich Heinz-Otto Großjohann (SPD). „Ich wurde auf das Thema auch einige Male angesprochen. Und diejenigen waren alle stinkesauer“, sagte Lore Cordes (SPD).

Mülleimer und

Hundetüten aufgestellt

„Ich habe auch nicht nur Positives gehört. Aber die Firma kann machen, wie sie es will. Was der Besitzer mit seinem Gelände macht, daran können wir nichts machen“, fand Hubert Dapper (Grüne).

Nachgefragt beim Regionalmanager der Firma, Wilhelm Has, erklärte der: „Wir erhielten in der Vergangenheit viele Anfragen von Hundebesitzern, die sich wünschten mit ihrem Hund am See entlang zu gehen. Das war bisher untersagt. Als Reaktion darauf in Abstimmung mit der Gemeinde haben wir die Schilder nun abgebaut.“

Has stellte fest: „Für die Hunde besteht immer noch Leinenpflicht. Das ist keinesfalls aufgehoben. Wir haben nur ermöglicht, dass die Hundebesitzer mit ihren Hunden um den See gehen können. Dazu haben wir genügend Mülleimer und Hundetüten aufgestellt, damit der Hund nicht an jeder Ecke hinkotet. Wir reagieren auf einen Trend, der sich seit Jahren abzeichnet. Denn immer mehr ältere Camper reisen mit Hunden an.“ Und Has weiter: „In der Badezone am Sandstrand dürfen Hunde natürlich nicht baden. Wir werden hinter dem Wasserwachtgebäude voraussichtlich in zwei, drei Wochen einen Hundebadestrand einrichten.“

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