„Der Bulette“ ist gegessen

Knaus setzt Pächter des Bistros am Oyter See nach einem Jahr vor die Tür

Unfreiwillig hat Pächter Jens Wissel das Bistro am Oyter See dichtmachen müssen. Foto: Holthusen
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Unfreiwillig hat Pächter Jens Wissel das Bistro am Oyter See dichtmachen müssen.

Oyten - „Wann machst du denn wieder auf?“ Anfragen dieser Art via Handy erhält Jens Wissel nach seinen Worten tagtäglich von Stammkunden. Ehrliche Antwort: „Gar nicht mehr.“ Wenn’s nach ihm gegangen wäre, hätte er sein Bistro „Der Bulette“ neben dem Campingplatz am Oyter See überhaupt nicht zugemacht. Aber zu seiner Überraschung hat der Verpächter, das Unternehmen Knaus Campingparks mit Sitz in Ochsenfurt, ihm den Pachtvertrag für das Bistro nach einem Jahr wieder aufgekündigt. Seit Mitte Februar ist „Der Bulette“ am Oyter See Geschichte.

Knaus habe für die Beendigung des Verhältnisses den vertraglich vereinbarten Zeitpunkt genutzt, zu dem beide Parteien ihre Zusammenarbeit überprüfen und über die Fortsetzung entscheiden wollten und konnten. „Ich wollte bleiben“, sagt Wissel. „Ich war gerne da, es hat Spaß gemacht, und ich habe mir nichts zuschulden kommen lassen.“

Wissel mutmaßt, dass von einem Dauercamper, mit dem er wegen verbotenen Parkens vor dem Bistro Stress gehabt habe, zusammen mit dem örtlichen Campingpark-Management hinter seinem Rücken bei der Geschäftsleitung gegen ihn intrigiert worden sei – „aber ich kann das nicht beweisen“.

Er selbst sei „auch nicht ganz einfach“ und ecke hier und da mal an, räumt Wissel ein, aber er sei im See-Bistro ein Jahr lang sieben Tage die Woche mit Leib und Seele bei der Arbeit gewesen und habe sich mit seinen süßen und herzhaften Gerichten unter dem Motto „Futtern wie bei Muttern“ eine zufriedene Stammkundschaft erarbeitet: „Als gelernter Fleischer weiß ich, wie ‘s geht. Bei mir gab’s zum Beispiel die beste Wurst weit und breit.“

Im August war Wissel schon mal stutzig geworden, weil ihm jemand per Anzeige die Hygieneprüfung des Gesundheitsamtes ins Haus geschickt hatte: „Da ist aber nichts bei rausgekommen. Natürlich gab es bei mir keine abgelaufene Ware oder irgendwelchen Dreck.“

Warum der Pachtvertrag mit Jens Wissel nicht verlängert worden sei und wie es nach dem unfreiwilligen Abschied des Betreibers mit dem Bistro am Oyter See weitergehen soll, dazu konnte oder wollte die Firma Knaus auf Anfrage in Ochsenfurt nichts mitteilen: Zu vertraglichen Angelegenheiten gebe man keine Auskunft, hieß es abweisend aus der Zentrale.

Weniger zurückhaltend sind enttäuschte und empörte Stammgäste des Bistros. In Internetkommentaren und Anrufen in unserer Redaktion werfen sie Knaus vor, Wirt Wissel „rausgemobbt“ zu haben. Mit einer Unterschriftensammlung und Beschwerden bei der Knaus-Zentrale versuchten Bistrogäste nach Kenntnis auch von Wissel, seine Pachtverlängerung zu erwirken. Ohne Erfolg.

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